1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

„Wir haben das Potenzial, die Liga zu halten“

„Wir haben das Potenzial, die Liga zu halten“

Die Oberliga-Handballer des HSV Merzig-Hilbringen ackern und schwitzen in der Vorbereitung auf die neue Saison, die sie nach der Trennung vom TuS Brotdorf erstmals alleine angehen. SZ-Mitarbeiter Roland Schmidt sprach mit dem HSV-Vorsitzenden Jens Peter Schlingmann und Trainer Marcus Simowski über das neue Gesicht des Wölfe-Kaders, die Ziele in der vierthöchsten deutschen Spielklasse und die Kooperation mit der HG Saarlouis.

Herr Simowski, es ist Ihre erste gemeinsame Vorbereitung mit dem Team, das sie in der Rückrunde übernommen haben. Sind Sie mit dem Verlauf zufrieden?

Marcus Simowski: Ja, alle ziehen prima mit. Diesmal habe ich die Zügel gleich in der Hand, kann dem Spiel von Anfang an eine Struktur geben und den Jungs meine Handall-Philosophie vermitteln. So kann ich mich noch besser mit der Mannschaft identifizieren.

Wie sieht die Vorbereitung aus?

Simowski: Wir haben nach dem letzten Spiel zwei Wochen gar nichts gemacht und danach sieben harte Einheiten absolviert. Seit dem 18. Juli trainieren wir verstärkt in der Halle. Vier Mal pro Woche, manchmal mehr. In den Testspielen schaue ich, wie sich neue und alte Spieler in unterschiedlichen Situationen verhalten und miteinander agieren. Die Mannschaft hat sich seit dem letzten Spiel ja stark verändert.

Herr Schlingmann, der Kader für die neue Saison schien eigentlich komplett, dann gab es zwei überraschende Abgänge.

Jens Peter Schlingmann: Ja, Tamas Nemeth und Gabor Karap hatten fest zugesagt, uns aber zu Beginn der Vorbereitung völlig unerwartet eröffnet, dass sie künftig beim luxemburgischen Erstligisten Berchem spielen. Ihr Verhalten hat uns enttäuscht, und der Verlust im linken und rechten Rückraum war schmerzhaft. Für Linkshänder Karap suchen wir noch Ersatz. Verhandlungen mit einem rumänischen Spieler haben sich aber leider zerschlagen.

Die andere Rückraum-Lücke konnte geschlossen werden. Kurzfristig und überraschend von Talenten der HG Saarlouis , dem neuen Kooperationspartner.

Schlingmann: Lars Pfiffer und Tom Paetow werden uns mit Zweitspielrecht verstärken. Nach der Trennung im Aktiven-Bereich vom TuS Brotdorf eröffnet die Zusammenarbeit mit Saarlouis neue Möglichkeiten. Die HG-Talente können in Merzig Spielpraxis in der Oberliga sammeln für höhere Aufgaben, vielleicht in der 2. Liga. Umgekehrt könnten unsere Talente, die geeignet sind, in Saarlouis Erfahrungen in der A-Jugend-Bundesliga sammeln. Weitere Kooperationen sind denkbar. Beide Vereine profitieren.

Vergangene Saison kämpften die Wölfe bis zuletzt gegen den Abstieg. Wie sieht das Saisonziel diesmal aus?

Schlingmann: Wir haben das Potenzial, die Liga zu halten. Wenn es schlecht läuft, hängen wir wieder unten drin. Der Klassenverbleib ist das Nahziel. Langfristig versuchen wir aber, die Oberliga RPS abzusichern. Wenn dies gelingt und Sponsoren ihr Engagement verstärken, können wir vielleicht mal über einen weiteren Schritt nach oben nachdenken.

Herr Simowski, was trauen Sie ihrem Team zu?

Simowski: Wir haben uns mit sehr jungen Talenten verstärkt und unsere erfahrenen Spieler sind ja auch noch nicht so alt. Wir stellen vielleicht die jüngste Mannschaft in einer hohen Liga, die noch stärker geworden ist. Aktuell trainieren wir mit einem 16-Mann-Kader. Dies belebt die Konkurrenz und ich erwarte von allen Spielern vollen Einsatz. Ziel ist es, den Klassenverbleib frühzeitig zu sichern.

Sie sind ein Fan der Abwehr und des schnellen Spiels nach vorn. Hat sich daran etwas geändert?

Simowski: Nein. Wir verfügen über Spieler mit stark ausgeprägtem Gegenstoßverhalten. Die schnellen Leute wie Laszlo Kincses, Sebastian Klein oder Neuzugang Marius Merziger leben aber von Pässen. Diese resultieren aus Ballgewinnen in unserer Abwehr, die den gegnerischen Angriff permanent attackieren und zu Fehlern verleiten muss. Die Defensive ist die Basis. Hier müssen wir uns im Vergleich zur letzten Saison enorm verbessern. Teamgeist und Kampfbereitschaft sind wichtig dabei. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg.