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Nabu will Müllsünder ausbremsen

Nabu will Müllsünder ausbremsen

Der Müll im Vogelschutzgebiet am Saaraltarm, von Unbekannten hinterlassen, ärgert den Nabu Merzig. Er verlangt vom Wasserstraßenamt, den Weg zu sperren. Die Stadtverwaltung Merzig will sich einschalten.

 Ärgernis: Müll am Wegesrand.
Ärgernis: Müll am Wegesrand.

Plastiktüten, Plastikbecher, Speisereste und Glasscherben: Mitten im Vogelschutzgebiet an der Saaraue bei Schwemlingen feiern Unbekannte offenbar regelmäßig mit Lagerfeuer und lauter Musik - und hinterlassen Berge von Müll. Der gepflasterte Platz und eine angrenzende Wiese, die den illegalen, nächtlichen Vergnügungen dienen, liegen am Ende eines Betriebswegs der Bundeswasserstraßenverwaltung direkt dort, wo ein Alt-arm in die Saar fließt. Auf die Störung der vor Ort rastenden Wasservögel hat nun der Naturschutzbund in Merzig (Nabu) in einem öffentlichen Brief an das Wasserstraßenamt in Saarbrücken (WSA) aufmerksam gemacht. "Es ist eine ausgesprochene Schweinerei, die dort seit gut einem Jahr ignoriert wird. Natur und Vögel müssten dringend, nachhaltig vor Vermüllung und Lärm geschützt werden", sagt Klaus Kirsch vom Merziger Nabu. Die Ortsgruppe sei zwischenzeitlich aktiv geworden und habe Müll eingesammelt. Die Naturschützer fordern in ihrem Schreiben, den Betriebsweg komplett per Schranke oder Pfosten zu sperren, um das illegale Treiben dauerhaft zu stoppen. Eigentlich ist das Befahren des Wegs am Saaraltarm auf der linken Saarseite bereits untersagt. Ein Hinweisschild hält die Feierwilligen aber offensichtlich nicht ab.

Das WSA ignoriert das Problem bislang, eine Antwort an den Nabu bleibt bis heute aus. Auch auf SZ-Anfrage will man zunächst nichts von dem Nabu-Brief gewusst haben: "Für die Müllbeseitigung ist grundsätzlich die Gemeinde zuständig. Das ist überhaupt nicht unsere Aufgabe. Mehr als das Schild können wir nicht machen", sagt Elisabeth Brechrat vom WSA. Man wolle das Problem am Merziger Betriebsweg aber noch einmal intern diskutieren, sagt sie.

Auch auf Seiten der Stadt weiß man über den Müll in der Saaraue bisher scheinbar nichts, sieht sich aber grundsätzlich in der Pflicht: "Die Stadt muss sich aufgrund der wilden Müllablagerungen der Problematik annehmen. Eine bauliche Lösung mit dem Ziel, die Zufahrt für Autos in diesem Bereich zu verhindern, kann jedoch nur durch das WSA vorgenommen werden", erklärt die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage. Man wolle deshalb das Gespräch mit dem WSA suchen.

Der Nabu hofft, in seinem öffentlichen Brief mit einer wirksamen Sperrung des Betriebswegs für Kraftfahrzeuge die Beruhigung des europäischen Vogelschutzgebiets "Saauraue bei Schwemlingen" konsequent fortzuführen. Ein Weg auf der Nordseite des Altarms, der ursprünglich ebenfalls bis an die Flussmündung in die Saar heranreichte, sei bereits im vergangenen Jahr zurückgebaut worden.

Dem Nabu zufolge ist der Schwemlinger Altarm von besonderer Bedeutung, da er eines der wenigen guten Rastbiotope für Zugvögel im gesamten Tal der Saar ist. Diese Mündung sei die einzige noch unverbaute eines Saar-Altarms, sagen die Naturschützer.