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Sportlerehrung der Stadt Merzig
Vier Mal WM-Gold: Wo Rauch ist, ist auch Erfolg

Meist auf Medaillenkurs: Elisabeth Rauch, Philipp Sonntag, Heidi Wurzer, Sabine Lukas und Birgit Fassender (von rechts) vom Kanuclub Merzig
Meist auf Medaillenkurs: Elisabeth Rauch, Philipp Sonntag, Heidi Wurzer, Sabine Lukas und Birgit Fassender (von rechts) vom Kanuclub Merzig FOTO: Ruppenthal
Merzig. Bei der Sportlerehrung der Stadt Merzig wurden 400 Aktive ausgezeichnet. Gebürtige Spanierin sorgt für die größten Triumphe. Von David Benedyczuk

Der Saal in der Merziger Stadthalle ist am Freitagabend voll besetzt, die Stimmung gelöst und freudig. Viele der Gäste bei der traditionellen Sportlerehrung der Kreisstadt Merzig und des Stadtverbands der Sportvereine betreten im Laufe des Abends die große Bühne, wo sie von den Gastgebern, Bürgermeister Marcus Hoffeld und Frank Wagner, für ihre sportlichen Leistungen und Erfolge im Jahr 2017 geehrt werden. Inmitten der Besucher hat auch Elisabeth Rauch Platz genommen. Nach kurzer Suche fand die gebürtige Spanierin noch eine Sitzgelegenheit.


Einen festen Platz hatte die 52-Jährige vom Kanu-Club Merzig dagegen in den vergangenen Jahren in den Drachenbooten der „Neckardrachen“ Heilbronn und in der Nationalmannschaft. Und das hat auch einen guten Grund: Bei Großveranstaltungen landete Rauch mit ihren Teamkollegen fast immer in der ersten Reihe. Bei den Club-Weltmeisterschaften im September 2017 in Venedig war das gleich vier Mal der Fall. Im Kleinboot der Damen gewann sie mit ihren neun Mitpaddlern drei Goldmedaillen – über 200, 500 und 2000 Meter. Dazu gab’s noch ein weiteres Gold über die 500-Meter-Distanz im großen Drachenboot mit 20 Insassen.

Für Rauch, die aus Castellón de la Plana (rund 70 Kilometer nördlich von Valencia stammt), waren es längst nicht die ersten Edelmetall-Errungenschaften: Alleine 13 Goldmedaillen von Weltmeisterschaften zählt Rauch nach kurzer Überlegung auf. Die ersten beiden von insgesamt sieben Titelgewinnen bei Club-Weltmeisterschaften waren 2010 in Macau im gemischten Masters-Boot (über 40 Jahre) herausgesprungen. Dazu kommen sechs Erfolge mit dem Drachenboot-Nationalteam, zuletzt waren es 2016 bei den Welttitelkämpfen in Moskau je drei Mal Gold und Bronze mit der deutschen Mannschaft. Dazu gesellen sich etliche weitere WM-Medaillen sowie Siege bei Europa- und deutschen Meisterschaften. „Wie viele es genau waren, kann ich gar nicht mal sagen“, sagt Rauch und lächelt: „Der schönste Erfolg war aber die erste Goldmedaille bei der WM in Macau.“



Zehn Jahre zuvor hatte sie zum Drachenbootsport gefunden – durch ihren deutschen Mann, den es 1999 berufsbedingt nach Merzig verschlagen hatte. „Er hat früher Wildwasserpaddeln betrieben. Ich hatte mit Wassersport dagegen lange gar nichts am Hut. Als ich Drachenboot dann mal spontan probiert habe, machte es mir mit jedem Mal mehr Spaß“, erläutert Rauch.

Auch heute ist der Spaß die Hauptantriebsfeder der Hausfrau und zweifachen Mutter: „Ich zähle noch nicht mal meine Medaillen. Es ist einfach schön, in der Gemeinschaft zu rudern. Ob bei den Neckardrachen oder im Nationalteam – wir verstehen uns alle sehr gut. Der Spaß ist das Wichtigste, wenn dann noch Erfolg da ist – umso besser“, sagt Rauch, die sich auch über die generelle Wertschätzung in Form der Einladung zur Sportlerehrung freut. Auch da gilt: Die diesjährige war längst nicht die erste. Und wohl auch nicht die letzte, denn im Juli steht in Ungarn (Szeged) bereits die nächste Club-WM an. Bis dahin ist es noch ein Stück hin – erst mal freut sich Elisabeth Rauch, dass sie ab März wieder so richtig im Drachenboot übers Wasser rauschen kann.

Insgesamt wurden bei der Sportlerehrung der Kreisstadt Merzig und des Stadtverbands der Sportvereine mehr als 400 Sportler und Trainer aus den folgenden 23 Sportarten für ihre Leistungen im Jahr 2017 geehrt: Fischen, Motorsport, Pool-Billard, Schwimmen, Handball, Fußball, Kanu, Kajak und Drachenboot, Garde- und Schautanz, Kegeln, Leichtathletik, Laufen, Judo, Rhythmische Sportgymnastik, Karate, Pétanque, Bogenschießen, Tennis, Triathlon, Radsport, Tischtennis, Fechten, Schießen.

Die jüngste Sportlerin, die für ihre Leistungen geehrt wurde, war die sechsjährige Gardetänzerin Marleen Guth von der KG Humor Merzig, älteste Sportlerin die 79-jährige Margot Jörger vom Schützenverein 1898 Merzig.