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Loipe
Ski-Truppe steht im Bundesfinale

Die Skilangläufer der Förderschule „Zum Broch“ in Merchingen bereiteten sich mit ihrem Lehrer Jürgen Ehl intensiv auf den Landesentscheid vor. Dort konnten sie dann voll überzeugen und qualifizierten sich für das Bundesfinale, das diese Woche in Schonach stattfindet.
Die Skilangläufer der Förderschule „Zum Broch“ in Merchingen bereiteten sich mit ihrem Lehrer Jürgen Ehl intensiv auf den Landesentscheid vor. Dort konnten sie dann voll überzeugen und qualifizierten sich für das Bundesfinale, das diese Woche in Schonach stattfindet. FOTO: Ruppenthal
Merchingen. Die jungen Langläufer der Förderschule „Zum Broch“ trotzten auch ungünstigem Wetter und belohnten sich für ihr hartes Training.

Riesenerfolg für die Skilangläufer der Förderschule „Zum Broch“: Obwohl Anfänger, qualifizierte sich die um einen Akteur von der Dillinger Förderschule „Zum Ökosee“ verstärkte Mannschaft für das Bundesfinale „Jugend trainiert für Paralympics“. Dabei begeben sich die jungen Leute der Förderschule „Zum Broch“ erst seit November dieses Schuljahres aufs schneeglatte Langlaufparkett.


Lehrer Jürgen Ehl stellte zu Beginn des Schuljahres seine Idee einer Skilanglauf AG seinem neuen Kollegium und der Schulleitung vor. Dieses Ansinnen fand auf Anhieb großen Zuspruch. Auch Schulleiter Markus Weiland und Konrektorin Claudia Klein sagten diesem Konzept ihre volle Unterstützung zu.

Gesagt – getan: Die Merchinger Schule war damit die erste Förderschule für geistige Entwicklung im Saarland mit einer Skilanglauf-Arbeitsgemeinschaft. Bis zum Erfolg war es jedoch ein langer Weg. Kultusministerium und Sparda-Bank legten mit einer finanziellen Förderung den Grundstein. Auch das Biathlon-Team Saarland half bei der sachgerechten Aufstellung des Langlaufteams kräftig mit.



Nachdem die neuen Rollski samt Schuhen und Stöcken da waren, konnte das Training beginnen. Auf Feldwirtschaftswegen, in der Sporthalle und im Stadion starteten die Übungsstunden. Schnell stellte sich heraus, dass besondere motorische Fähigkeiten von Nöten sind, um sich auf den Rollski flott vorwärts bewegen zu können. Eine Gruppe von sechs Akteuren kristallisierte sich nach den ersten Trainingseinheiten schnell als zukünftiges Langlaufteam heraus.

Da das von der Sparda-Bank Südwest bereit gestellte Budget aufgebraucht war, musste für den Kauf der richtigen Langlaufskier ein weiterer Sponsor her. Der Kultur- und Sportverein für Menschen mit Beeinträchtigung sprang in die Bresche und übernahm den fehlenden Restbetrag, zumal vier der Schüler Mitglied im Verein sind.

Durch eine Kooperation mit der Förderschule „Zum Ökosee“ in Dillingen wurde die Sechser-Gruppe der Schule „Zum Broch“ um einen weiteren Schüler verstärkt. Mit sieben Akteuren machten sich dann Anfang des Jahres Andrea Eisenbeis und Jürgen Ehl auf den Weg nach Todtnauberg im Schwarzwald. Im richtigen Schnee sammelten die Schüler dann auch die ersten praktischen Erfahrungen mit ihren neuen Langlaufski.

„Die Schneeverhältnisse hätten etwas besser sein können,“ erzählt Andrea Eisenbeis. Abendlicher Frost sorgte morgens für sehr harte, schnelle Loipen, was für die Anfänger besonders schwierige Rahmenbedingungen bedeutete. Die Schüler lernten aber schnell und erzielten rasch große Fortschritte: Mit Riesenelan waren sie bei der Sache.

Trotz Muskelkater war die Gruppe täglich auf der Langlaufloipe, um sich für den Wettbewerb fit zu machen. Viel zu schnell war die Trainingswoche vorüber. Selbst die Schüler waren überrascht, wie schnell die Zeit um war.

Groß war die Freude auch bei Schulleiter Markus Weiland, als der Förderverein der Schule „Zum Broch“ für diese Skiwoche die Mietkosten für den Kleinbus und die weiteren Unkosten übernahm. So mussten die Schüler nur die Übernachtungskosten tragen.

Mitte Januar war es dann soweit: Der Landesentscheid stand auf dem Kniebis im Schwarzwald an. Im strömenden Regen fanden die ersten Trainingseinheiten statt. Einen Tag später wurde es ernst. „Die Organisatoren hatten für eine bestens präparierte Loipe gesorgt, so dass dieser Wettbewerb für meine Schüler ein unvergessliches Erlebnis wurde“, berichtet Jürgen Ehl.

Und dann herrschte eitel Freude über das erfolgreiche Abschneiden. Mit einem Pokal, Urkunden und der Einladung zum Bundesfinale in Schonach wurde der hervorragende Einsatz der Merchinger Skilangläufer belohnt. „Ohne die Unterstützung unserer Förderer und Sponsoren wie Ministerium, Sparda-Bank sowie des Kultur- und Sportvereins für Menschen mit Beeinträchtigung und des Fördervereins samt des gesamten Kollegiums wäre dieser Erfolg und diese fantastischen Erfahrungen unserer Schüler aber nicht möglich gewesen“, begeisterten sich auch Andrea Eisenbeis und Jürgen Ehl. Am gestrigen Sonntag ging die Tour los. Bis Donnerstag, 1. März, werden die jungen Sportler in Schonach um Medaillen und Plätze kämpfen.

(rup)