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Brand in Merzig
Brand macht Merziger Familie obdachlos

Feuer in einem Haus am Seffersbach in Merzig. Foto: Kevin Heilmann/Feuerwehr
Feuer in einem Haus am Seffersbach in Merzig. Foto: Kevin Heilmann/Feuerwehr FOTO: Kevin Heilmann
Merzig. Ein Feuer in einem Wohnhaus am Seffersbach hat am Montag ein Großaufgebot der Hilfskräfte alarmiert. Rund 40 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Personen kamen nicht zu Schaden, das Haus ist nach Mitteilung der Feuerwehr nicht bewohnbar.

  Zeit, den Atemschutz abzunehmen, nimmt sich der Feuerwehrmann nicht. Die kleine schwarze Katze auf dem Arm, eilt er zu dem Krankenwagen. Nur mit etwas Mühe gelingt es ihm, das verängstigte Tierchen in eine Transportbox zu setzen, damit ein Sanitäter Erste Hilfe leisten kann. Verletzt ist der kleine Kerl nicht, nur völlig verschüchtert. Es bedarf einiger Mühen, damit er den Sauerstoff einatmet, den der Sanitäter mit einer Maske gibt.


„Wir haben zwei Katzen und den Familienhund gerettet“, sagt Einsatzleiter Joachim Maxheim, bevor er wieder zu dem Wohnhaus am Seffersbach eilt, an dem seine Kameraden versuchen, den Flammen Herr zu werden. „Zum Glück ist niemand verletzt“, atmet Merzigs Löschbezirksführer auf. Sechs Personen lebten nach seinen Worten in dem orangefarbenen Haus. Zwei Kinder aus der Familie, 14 und vier Jahre alt,  waren beim Ausbruch des Feuers mit einem Bekannten der Familie zu Hause.  Sie hatten im dritten Stock gespielt. Aufmerksam auf die Gefahr wurden die Drei durch einen Rauchmelder, der angeschlagen hatte. Durch das Treppenhaus, in dem sich schon dicke Rauchschwaden wälzten, konnte sich der Bekannte mit den Kindern ins Freie retten. Derzeit geht die Polizei von einem technischen Defekt in der Küche als Auslöser des Brandes aus.

„Ich habe sofort weitere Kräfte alarmiert“, berichtet Joachim Maxheim, nachdem er am Einsatzort angekommen war und das Ausmaß des Feuers überblickt hatte. Kameraden aus Besseringen und Merchingen eilen den Merzigern und Brotdorfern zu Hilfe. Gut 40 Feuerwehrleute sind um die Mittagszeit im Einsatz, dazu die Besatzung eines Krankenwagens und Polizei. Mit schwerem Atemschutz bahnen sich Rettungskräfte den Weg in das dreistöckige Haus, aus dessen zweiter Etage dicker Qualm aus den Fenstern steigt, um den Brand den Garaus zu machen. Längst haben weitere Einsatzkräfte  Löschschläuche zu dem Anwesen gelegt. Meter um Meter sind sie in Windeseile angerollt worden. Atemschutzträger wechseln sich ab. Derweil warten Autofahrer geduldig auf die Weiterfahrt. Denn während der ersten Löscharbeiten geht am Seffersbach nichts mehr mehr. Anwohner wurden beim Eintreffen der Feuerwehr von der Polizei gebeten, ihre Autos wegzufahren – eine Aufforderung, der sie sofort Folge leisteten. Gut eineinhalb Stunden dauert es, bis das Feuer in der Küche gelöscht ist. „Zum Glück hatten wir die Sache schnell unter Kontrolle“, kommentiert Maxheim den Einsatz. Der Sachschaden ist beträchtlich, das Haus ist derzeit nicht bewohnbar. Die sechsköpfige Familie kommt für eine Nacht bei Verwandten unter. Wie es weitergeht, ist noch ungewiss. „Ein Treffen mit der Merziger Stadtverwaltung am heutigen Dienstag soll Klarheit bringen“, heißt es auf SZ-Anfrage aus dem Rathaus. Den Schaden schätzt die Polizei auf gut 10 000 Euro.

(Margit Stark)