Neugestaltung Stadtpark Merzig: Stadt wehrt sich gegen „Kahlschlag“-Vorwurf

Neugestaltung Stadtpark Merzig : Stadt wehrt sich gegen „Kahlschlag“-Vorwurf

Bürgermeister Marcus Hoffeld und sein Stellvertreter Dieter Ernst verteidigen die geplanten Baumfällungen im Stadtpark Merzig.

Die Verwaltungsspitze der Stadt Merzig wehrt sich gegen Kritik an einem vermeintlichen „Kahlschlag“ bei der Neugestaltung der Merziger Stadtparks. Dieser soll im Rahmen des Projektes Saarpark ab Ende 2017 umgestaltet werden. Anfang Juni war ein Planungskonzept des Büros Ernst & Partner aus Trier im Stadtrat vorgestellt worden. Im Anschluss daran hatte Klaus Borger, Vertreter der Grünen im Rat, scharfe Kritik an der geplanten Entfernung von 24 Bäumen aus dem Stadtpark geübt, die nach seinem Empfinden einem Kahlschlag gleichkomme (die SZ berichtet).

Dagegen wehrten sich bei einem Ortstermin mit der SZ der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) und sein Stellvertreter Dieter Ernst (SPD), zugleich Baudezernent der Stadt. Im Beisein von Bauamtsleiter Christian Bies verteidigten Hoffeld und Ernst die geplanten Baumfällungen: Diese seien aus baulichen, funktionalen oder auch ökologischen Gründen unvermeidbar, zudem werde die ökolgische Wertigkeit des Parks dadurch nicht beeinträchtigt. Christian Bies: „Es werden überwiegend Birken gefällt, im Gegenzug soll vom vorhandenen Baumbestand alles erhalten bleiben, was nur irgendwie erhaltenswert ist.“ Das Planungskonzept, das nach Angaben der Verantwortlichen mit den Gartenbau-Experten der Stadt abgestimmt wurde, sieht vor, dass insgesamt 24 Bäume entfernt werden sollen - oder genauer gesagt 23, eine Birke sei bereits von selbst umgestürzt. Von diesen 24 Bäumen handele es sich bei 16 um Birken. Alleine acht von ihnen sollen dem neuen Eingansgpavillon weichen, der kurz hinter der Bahnunterführung in Richtung Stadthalle vorgesehen ist und als eine Art Eingangsportal in den Park gedacht ist. Dort sind neben einer modernen Toilettenanlage mit Baby-Wickelräumen  auch Schließfächer für Parkbesucher, eine E-Bike-Ladestation und Fahrrad-Stellplätze vorgesehen. Weitere Birken sollen verschwinden, weil sie benachbarte, ökologisch hochwertigere Bäume wie einen Ginkgo-Baum im Wuchs behindern oder weil sie zu nah an einem der Wege stehen, die den Park durchziehen, erklärte Bies. Da diese Wege im Zuge der Neugestaltung mit einer neuen Schotterdecke versehen werden sollen, sei zu erwarten, dass die Wurzeln der betreffenden Birken, die als Flachwurzler gelten, bei den notwendigen Erdaushubarbeiten beschädigt werden könnten, was letztlich auch die Bäume schädigen würde. Bei den weiteren acht Bäumen, die gefällt werden sollen, darunter eine Mehlbeere und eine Zypresse, seien bei einzelnen bereits vorhandene Schäden bekannt.

„Der Altbestand an großen prachtvollen Bäumen, die auch den Charakter des Stadtparkes positiv und stark beeinflussen, bleibt selbstverständlich auch weiterhin erhalten“, betont Bürgermeister Hoffeld. Als Ausgleich zu den vorgesehenen Fällungen lasse die Stadt zudem 18 neue Bäume pflanzen, und zwar acht regionaltypische Apfelbäume, zwei Eschen sowie acht Magnolien oder alternativ japanische Kirschbäume. Zwei bis vier andere Bäume, deren Standort aus unterschiedlichen Gründen problematisch erscheint, sollen zudem versetzt werden. Der Gesamtbestand von über 200 Bäumen im Park werde sich durch die vorgesehene Umgestaltung auf Grund der geplanten Ausgleichspflanzungen nur unwesentlich verändern, sagt Christian Bies.

Bürgermeister Marcus Hoffeld unterstreicht, dass die Neugestaltung des Stadtparkes weit mehr umfasse  als nur eine Auslichtung des Baumbestandes. So sollen alte Spielgeräte im Park durch neue, teils barrierefreie Spielgeräte ersetzt werden. Es sollen zudem einige Sportgeräte speziell für Senioren aufgebaut werden. Dabei wird am östlichen Rand des Parks zum Bahndamm hin ein neuer Abenteuer-Spielbereich angelegt, dem sich ein barrierefreies Spielfeld anschließt. Am nördlichen Ende des Parks, in Richtung altes Hallenbad, ist ein Themen-Spielbereich „Wasser“ vorgesehen, direkt angrenzend sollen vor allem die Kleinkinder auf ihre Kosten kommen. An zentraler Stelle ist zudem ein „Besonderer Spielpunkt“ vorgesehen, zu dessen Gestaltung die Stadt derzeit noch keine Angaben machen will. Von den jetzt vorhandenen Einrichtungen im Park wird nach Hoffelds Worten lediglich das Kneipp-Becken im Zuge der Neugestaltung verschwinden. „Das bereitet uns wegen Vandalismus und Verschmutzung ohnehin gerade in den Sommermonaten eine Menge Probleme“, sagt der Verwaltungschef.

Der Durchgang zum Bahnhaltepunkt, kürzlich neu gestaltet. Foto: Ruppenthal
Die idyllischen Spazierwege im Park soll es auch künftig geben. Foto: Ruppenthal
Die Saline ist nach wie vor Anziehungspunkt im Stadtpark. Foto: Ruppenthal

Ihm ist es  wichtig, zu betonen, dass bei allen Entscheidungen über die zukünftige Gestaltung des Stadtparks die Öffentlichkeit auf jeden Fall einbezogen werden soll: „Wir werden die Planungen am  31. August   in der Stadthalle der Öffentlichkeit vorstellen“, betont der Rathauschef. Dann soll den Merziger auch Gelegenheit gegeben werden, zu den Plänen Stellung zu beziehen. Unter anderem soll dann auch die ebenfalls strittige Frage geklärt werden, welchen Belag der Hauptweg durch den Park erhalten soll (siehe separaten Text).  Diese Meinungsbekundungen sollen in die abschließenden Entscheidungen des Stadtrates Berücksichtigung finden, die für den Herbst anstehen. Wenn die formalen Beschlüsse wie geplant gefasst werden, könnten die ersten Arbeiten zur Umgestaltung des Parks bereits am Jahresende beginnen. Bis 2019 sollen die Arbeiten, deren Kosten die Planer Anfang Juli grob auf rund 1,5 Millionen Euro beziffert hatten, abgeschlossen sein.