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Bücherdialog im Stadtpark
Neues Grün für Merzigs „gute Stube“

Bürgermeister Marcus Hoffeld stellt mit Stefan Jacobs von Ernst + Partner das neue Konzept des Stadtparks vor.
Bürgermeister Marcus Hoffeld stellt mit Stefan Jacobs von Ernst + Partner das neue Konzept des Stadtparks vor. FOTO: Tina Leistenschneider
Merzig. Viele Bürger haben über den Merziger Stadtpark diskutiert. Die Frage: Wie reagieren die Bürger auf das Konzept zur Umgestaltung und welche Ideen haben sie? Von Tina Leistenschneider

Am Donnerstagabend trafen sich die beteiligten Unternehmen Kernplan, Lichtplanung Link und Ernst + Partner mit dem Bürgermeister Marcus Hoffeld, dem Ersten Beigeordneten Dieter Ernst und dem Merziger Ortsvorsteher Manfred Klein im Nebenraum des Restaurants Dionysos in der Stadthalle, um die Fragen der Bürger zu beantworten. Hierzu wurden die Pläne für die Neugestaltung des Stadtparks der Bevölkerung vorgestellt, die bereits im Vorfeld dazu aufgerufen worden war, sich an der Umgestaltung der grünen Oase zu beteiligen.



Dieser Einladung waren zahlreiche Merziger gefolgt. Hugo Kern vom Planungsbüro Kernplan stellte den Bürgern das neue Konzept genauer vor und lobte indes den mutigen Schritt der Stadt, um die „gute Stube“ attraktiver zu gestalten. Im Anschluss an die Präsentation wurde die weitere Besprechung in den Stadtpark verlegt, um die Fragen vor Ort zu beantworten.

Ein großes Thema war die Frage, wieso Bäume entfernt werden müssen. Insgesamt sollen 24 Bäume weichen, 16 von diesen sind Birken. Acht von ihnen müssen für den neuen Eingangspavillon entfernt werden, der hinter der Bahnunterführung in Richtung Stadthalle vorgesehen und als eine Art Eingangsportal in den Park gedacht ist. Bauamtsleiter Christian Bies zufolge müssen weitere Bäume aufgrund eines Krankheitsbefalls gefällt werden, viele von ihnen könnten mit einem Rückschnitt nicht mehr gerettet werden. Er wies dabei jedoch darauf hin, dass Neubepflanzungen mit Bäumen geplant sind, sodass letztendlich von den 24 Bäumen nur acht entfernt werden.

Ein weiterer Punkt war die Frage, welche Pflanzen die neu vorgesehene Promenade entlang des Restaurants Dionysos zur Saar zieren sollen. Dafür waren bisher Magnolien angedacht, allerdings wiesen die Stimmen aus dem Publikum die Stadtverwaltung darauf hin, dass Magnolien nur eine sehr kurze Blütezeit besitzen und demnach schnell verwelken. Stefan Jacobs von Ernst + Partner argumentierte für die Magnolie, da sie mit ihrer bizarren Form für Lebendigkeit steht und zudem als eine der ersten Pflanzen im Frühjahr erblüht. Im weiteren Dialog einigte man sich allerdings darauf, dass auch Zierkirschen als Bepflanzung in Frage kommen.

Zu einer weiteren Beschwerde zählt die neue Lichttechnik, die an den Bäumen installiert werden soll. Während man in Folge dessen den Vogelschutz bedroht sieht, argumentiert Tobias Link von Lichtplanung für diese Installation mit der man den Eindruck von Glühwürmchen erwecken will. Zudem erklärte er, dass man ein natürliches Licht erzeugen möchte, mit dem man nachts angstfrei durch den Stadtpark gehen kann.

Sollten in Zukunft die Fahrradfahrer von der Saar entlang der Promenade in die Stadt fahren, befürchteten Bürger den Platzmangel an der Unterführung zur Stadthalle. Eine Lösung für dieses Problem hat der Bürgermeister Marcus Hoffeld nicht, da man seinen Worten nach an der Unterführung nichts ändern kann. Stattdessen betonte er, dass man Radfahrer mit Hilfe von Beschilderung durch den Stadtpark führen möchte. Dabei hob er hervor, dass man das Fahrrad schieben muss. „Aber die Realität sieht anders aus“,  sagte Hoffeld. Um das in Zukunft zu ändern, sind soziale Kontrollen vorgesehen, die zudem Vandalismus unterbinden und den Bürgern mehr Sicherheit im Stadtpark geben sollen.

Da für Kinder das Spielangebot verbessert werden soll, vertrat man die Befürchtung, dass es im Park, der sonst für Erholung steht, diese Ruhe verschwindet. Auch diese Bedenken zerstreuten Christian Bies und Marcus Hoffeld, indem sie versicherten, dass sich dadurch am bisherigen Lärmpegel nichts ändern wird. Allerdings soll der neue Ruheort der Senioren hinter der Saline und somit nahe an der Umgebungsstraße, an der bekanntlich viel Verkehr herrscht, liegen. Hoffeld versprach die Lautstärke zu überprüfen.

Beim Bürgerdialog im Stadtpark kamen viele Ideen und Fragen zusammen.
Beim Bürgerdialog im Stadtpark kamen viele Ideen und Fragen zusammen. FOTO: Tina Leistenschneider
Tobias Link von Lichtplanung stellt die neue Lichttechnik im Stadtpark vor.
Tobias Link von Lichtplanung stellt die neue Lichttechnik im Stadtpark vor. FOTO: Tina Leistenschneider