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Klasse 7a am Peter-Wust-Gymnasium erhielt Auszeichnung als "Faire Klasse"

Merzig : Mit „fairen Grüßen“ zum Landespreis

Mit fair gehandelter Schokolade und selbst gestalteten Grußbotschaften beschenkte die Klasse 7a des Peter-Wust-Gymnasiums Bewohner im Seniorenheim Klosterkuppe.

Kurz vor Beginn der Sommerferien stand für die Klasse 7a des Peter-Wust-Gymnasiums (PWG) noch ein echtes Highlight auf dem Programm. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Alexandra Winter-Dreher machten sich die Jugendlichen auf den Weg nach Saarbrücken, wo sie die Auszeichnung als „Faire Schulkasse - Klasse des Fairen Handels“ entgegen nehmen durften. In Kooperation mit der Fairtrade Initiative Saarbrücken/Saarland (FIS) verleiht das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) die Auszeichnung seit 2012 jährlich an Schulklassen und Kurse aus Deutschland und Frankreich.

Der Anstoß, sich als Schule im Bereich Fair Trade zu engagieren, sei ursprünglich aus der Elternschaft gekommen, verrät Schulleiter Andreas Brust. Den Vorschlag der stellvertretenden Schulelternspecherin Astrid Härtel habe die Schulleitung im Anschluss gerne aufgenommen. „Das Peter-Wust-Gymnasium möchte den Gedanken der Nachhaltigkeit beziehungsweise die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung dauerhaft in die Schulentwicklung integrieren“, sagt Brust. Bereits im vergangenen Jahr hatte nach Worten des Schulleiters eine Klasse aus der neunten Klassenstufe Informationstafeln und Dialogangebote zum Thema Fair Trade erstellt. Und auch die Kaffeautomaten im Lehrerzimmer seien mittlerweile ausschließlich mit fair gehandeltem Kaffee bestückt.

Die nun ausgezeichnete 7a hatte sich im Rahmen des Erdkunde-Unterrichts mit fairem Handel beschäftigt. Zunächst habe sich die Klasse im November vergangenen Jahres im Rahmen der Schulkinowochen den Film „Welcome To Sodom – dein Smartphone ist schon hier“ angesehen, erzählt die Klassenlehrerin. Der Dokumentarfilm zeigt die Zustände auf einer Elektromülldeponie im ghanaischen Accra, wo Elektroschrott aus ganz Europa landet. In der Folge habe sich die Klasse mit der Idee von „Fairphone“ auseinandergesetzt, einer Firma, die möglichst nachhaltig Handys produzieren möchte. Einige Schüler hätten sich im Zuge dieser Aktion dazu entschlossen, ihre alten Geräte an den Hersteller zu schicken, der die brauchbaren Teile wiederverwendet.

Nachdem der Präsenzunterricht nach der Corona-Pause wieder startete, habe anschließend die Plantagenwirtschaft im Tropischen Regenwald auf dem Lehrplan gestanden. „Warum macht billige Schokolade nicht satt?“, lautete die Frage, die Alexandra Winter-Dreher ihrer Klasse anlässlich dieses Themas stellte. Am Ende habe die Klasse die Unterschiede zwischen Kakaobauern an der Elfenbeinküste kennengelernt, die in prekären Verhältnissen kaum überleben können und solchen, die in der Fair Trade Initiative organisiert sind und folglich ein besseres Leben führen können. Diese Erkenntnis nahm die Klasse zum Anlass, um kurz vor Beginn der Sommerferien 100 Tafeln fair gehandelte Schokolade an die Bewohner des kürzlich eröffneten Seniorenheims Klosterkuppe zu spenden. Jede Tafel war zusätzlich mit einem individuell gestalteten Gruß versehen. Mit dieser Aktion erfüllte die 7a schließlich alle Kriterien, um die Auszeichnung als „Faire Klasse“ zu erhalten. „Auch in Zukunft soll es wieder Aktionen und Projekte zu Nachhaltigkeitsthemen an unserer Schule geben“, kündigt Andreas Brust an, „insbesondere zu Fair Trade“.