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Arbeitslosenzahl im Landkreis Merzig-Wadern steigt um mehr als 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr

Zahlen für den Kreis Merzig-Wadern : Corona hinterlässt weiter Spuren auf Arbeitsmarkt

Monatsbericht der Arbeitsagentur: Die Arbeitslosigkeit im Landkreis ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1 Prozent oder 612 Betroffene gestiegen.

„Auch im Juni sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf dem saarländischen Arbeitsmarkt deutlich spürbar. Obwohl es weiterhin mit hohem Einsatz des wirkungsvollen Instruments Kurzarbeitergeld gelingt, Arbeitsplätze zu sichern, ist nach wie vor ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit – auch im Vergleich zum Vorjahr – zu verzeichnen“, erläutert die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, Madeleine Seidel. Dies hinterlässt auch in unserem Landkreis Spuren, wie der am Mittwoch vorgelegte Monatsbericht der Arbeitsagentur verdeutlicht: Im Kreis Merzig-Wadern waren im Juni 2830 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren zwar 21 weniger als im Mai, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter aber 612 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 27,6 Prozent).

Die Arbeitslosenquote lag mit 5,1 Prozent genauso hoch wie im Vormonat, aber um 1,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Madeleine Seidel: „Erfreulich ist, dass nach einem extremen Einbruch bei den Zugängen offener Stellen seit dem vergangenen Monat wieder mehr Stellenmeldungen eingehen. Das sind erste positive Anzeichen für eine Belebung des Arbeitsmarktes.“ Dennoch halte die Verunsicherung vieler Unternehmen an und drücke sich weiterhin in einer zurückhaltenden Einstellungsbereitschaft aus.

So sieht es aktuell auf dem Stellenmarkt im Landkreis aus: Unternehmen der Region haben im Juni insgesamt 105 Stellen zur Besetzung gemeldet, 13 mehr als im Mai und 89 weniger vor einem Jahr (minus 45,9 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden 807 offene Stellen gemeldet, 29,6 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 627 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit rund 34 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Arbeitslose in der Region Merzig-Wadern Foto: SZ/Müller, Astrid

Die Corona-Pandemie hält auch das Niveau der Kurzarbeit hoch: Im Juni haben im Landkreis Merzig-Wadern nach Angaben der Agentur für Arbeit nochmals 18 Unternehmen für insgesamt 114 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 1020 Unternehmen Kurzarbeit für 11 765 Personen angezeigt.

Einen Silberstreif am Horizont sieht Madeleine Seidel allerdings auch: „Der Ausbildungsmarkt zeigt sich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie etwas weniger stark beeinträchtigt als der Arbeitsmarkt. Wir befinden uns aktuell in der heißen Phase der Ausbildungsvermittlung.“

Noch immer seien zahlreiche Jugendliche auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Gleichzeitig hätten viele Betriebe ihre Entscheidung für die Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze noch nicht endgültig getroffen, möchten aber trotz der Pandemie weiterhin ausbilden. „Das Bundesprogramm ‚Ausbildungsplätze sichern’ – insbesondere das neu geschaffene Instrument der Ausbildungsprämie - wird dabei unterstützen“, ist Seidel überzeugt.

Im Landkreis Merzig-Wadern wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 564 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 83 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 324 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 29 weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Juni waren noch 284 Stellen unbesetzt und 133 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz.