Aussitzen statt aufarbeiten

Das war schon zu befürchten: Kaum ist die Bürgermeisterwahl in Mettlach vorüber, kassiert die Gemeinde ihr Kaufangebot für die Skandal-Immobilie "Auf Kappelt" wieder ein. Die beiden großen Parteien im Mettlacher Gemeinderat, aus deren Reihen maßgebliche Vertreter in die Affäre um das ehemalige Gasthaus und heutige Flüchtlingsheim verwickelt sind, waren sich darin am Mittwoch weitgehend einig.

Dieser Rückzug passt ins Bild einer unzureichenden Aufarbeitung der Geschehnisse. Es passt zu den nicht vollzogenen personellen Konsequenzen in den politischen Gremien. Es passt zu dem immer stärker sich manifestierenden Eindruck, dass die Mettlacher Politik die Kappelt-Affäre aussitzen und kleinreden will und darauf setzt, dass die unrühmlichen Vorgänge alsbald beim Wahlvolk in Vergessenheit geraten. Ob so tatsächlich ein politischer Neuanfang in der Gemeinde gelingen kann, wenn der neue SPD-Rathauschef demnächst sein Amt antritt, erscheint höchst fraglich.