Jede Generation hat ihren Hype

Kennen Sie Jo-Jo? Oder Tamagotchi? Was wurden jene Generationen angefeindet, die der ein oder anderen Sucht verfallen waren. In den 80ern, als Jugendliche ein rundes Teil an einer Kordel unentwegt - mehr oder weniger geschickt - rauf- und runtersausen ließen. Für krittelnde Beobachter stupide Verhaltensmuster. In den 90ern musste ein eigroßer Computer beständig virtuell gefüttert werden, um nicht dahinzusiechen. Unverständnis bei jenen, die mit dieser Mode nichts anzufangen wussten. Und jetzt? Pokémons tauchen auf Bildschirmen der Mobiltelefone auf. Junge Leute ziehen gruppendynamisch durch die Lande, den Blick fest aufs Handy gerichtet, um kleine Monster mit Glupschaugen zu fangen. Wiederum zürnen Sittenwächter, beschwören den Untergang des Abendlandes.

Ich prophezeie: Wir werden die Pokémon-Schwemme in der Region überstehen. Eine neue Mode wird sie ablösen. Schlimm nur: Dann werden wieder welche den unausweichlichen Untergang heraufbeschwören, die sich nicht mit den Interessen anderer anfreunden können, obwohl sie eigentlich nichts damit zu tun haben. Zugegeben: Ich muss nicht alles gut finden. Aber: Ich muss auch nicht alles verteufeln, was mir selbst nicht in den Sinn kommt, es zu tun. Kurz: leben und leben lassen.