Was sollen Haufen im Wahlkampf?

Also ihr lieben Menschen, manchmal muss ich mich doch ganz ordentlich über euch aufregen. Was musste ich denn da am Wochenende in der Zeitung lesen? Da hat doch der Wahlkampf-Manager der Berliner SPD zum laufenden Wahlkampf ums Abgeordnetenhaus gesagt: "Ein Wahlkampf über Hundehaufen geht in diesen Zeiten nicht." Sollte ich als stolzer spanischer Windhund jemals einen Hut getragen haben (was in dem Fall wohl ein Sombrero gewesen wäre), dann wäre das der Moment gewesen, in dem mir die Hutschnur hochgeht. Was redet dieser Kerl denn da für ein Zeug? Was, bitte schön, haben die Reste von dem, was wir Vierbeiner nun mal naturgemäß über den Tag verdauen, mit der großen Politik zu tun? Und warum sollen ausgerechnet diese Verdauungsreste im Wahlkampf eine Rolle spielen? Ganz davon abgesehen, dass das, was ihr Menschen in der Politik so tagein, tagaus produziert, sehr häufig sehr viele größere Exkrement-Haufen ergibt, als das, was uns die Natur eben abringt.

Ihr Menschen glaubt vielleicht, ihr könntet mit euren übel riechenden Hinterlassenschaften cleverer umgehen als wir Tiere, könntet sie besser verbergen (indem ihr zum Beispiel Gras drüber wachsen lasst)oder im Zweifelsfall mit einem großen Schwall (seien es Wasser, wohlklingende Worte oder haufenweise Geld) hinwegspülen. Aber da täuscht ihr euch ganz gewaltig. Unsere Haufen werden oft von verständnisvollen Frauchen oder Herrchen weggeräumt, auf jeden Fall können sie früher oder später mit einem simplen Besenschwung entfernt werden. Eure politischen, wirtschaftlichen zwischenmenschlichen oder gesellschaftlichen Tretminen bleiben sehr oft lange liegen, gären ganz gewaltig und sorgen für jede Menge dicke Luft. Also, haltet uns aus dem Wahlkampf raus und kümmert euch lieber um euren Scheiß!