Der Rattenfänger von Merzig

Der Preis fürs Ehrenamt - das ist das Mindeste, was der Hund erwarten kann. Hält er doch ehrenamtlich die Innenstadt von Ungeziefer frei. Nicht zum ersten Mal war vergangene Woche mein Jagdtrieb gefragt, als eine Ratte seelenruhig durch die Poststraße, man könnte fast sagen, schlenderte. Nachmittags soll sie dort schon gesehen worden sein, und gegen Abend wollte sie wohl ihr neues Revier abstecken. Da hatte sie aber die Rechnung ohne den Podenco gemacht. Ein beherzter Satz, ein gezielter Biss - und Herr oder Frau Ratte war im Rattenhimmel.

Man stelle sich das vor: Da rennt Ungeziefer unbehelligt durch die Innenstadt. Am Seffersbach gehört das Ekelvieh ja leider inzwischen fast zum Bild dazu. Aber in der Hauptgeschäftsstraße? Dem Vernehmen nach sollen nachmittags Mitarbeiter der Stadtverwaltung versucht haben, dem Rattenduo beizukommen. Erfolglos, wie sich wenig später herausstellte. Gegen die offensichtliche Plage müsste die Stadt dringend etwas tun. Schließlich kann Chandler nicht überall sein und höchstens mal sporadisch nach Rambo-Manier zuschlagen. Ist doch sonst alles so fein geregelt in der Stadt mit mehr Möglichkeiten. Selbst das Abbrennen von Grünschnitt, das zwei Tage vor dem geplanten Feuer bei der Verwaltung anzumelden ist, lässt die Beamten nicht arbeitslos werden. Vielleicht kann der Sachbearbeiter in der Grünschnitt-Feuer freien Zeit sich auf Rattenfang begeben. Ist nur ein Vorschlag. Möglich, dass der Bürgermeister seinem Amt einen Flötenkurs bei der Musikschule spendiert. Dann könnte die Rattenjagd wie in Hameln laufen. Ansonsten gibt es Gift - und ab und zu mal den Killer Bing .