Krieg in der Ukraine Tobias Hans: Das Saarland kann direkt 300 Flüchtlinge aufnehmen

Saarbrücken · Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sei die Aufnahmebereitschaft im Saarland groß, sagte Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Freitag. Das Bildungsministerium ist in Absprache mit den Schulträgern.

Krieg in der Ukraine: Saarland will Flüchtlinge aufnehmen
Foto: dpa/Vadim Ghirda

„Wir können definitiv Menschen aufnehmen“, sagte am Freitagmorgen Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) nach einer Sondersitzung des Ministerrats. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die Landesregierung zusammengekommen und hat sich mit möglichen Folgen für das Saarland befasst. „Wir erleben Stunden von höchster Dramatik.“ Es handele sich um einen „Angriffskrieg auf ein großes, demokratisches Land“.

Beeindruckt sei Hans, wie viele Saarländerinnen und Saarländer sich meldeten um zu helfen. Die „Welle der Hilfsbereitschaft berührt mich sehr“. Es sei klar, dass „wir alles tun werden, was wir können, um den Menschen, die zu uns kommen, die vom Krieg betroffen sind, zu helfen“.

Aktuell habe das Saarland die Kapazität, umgehend rund 300 Menschen aus dem Kriegsgebiet aufzunehmen. „Wir wissen aber, dass das nicht ausreichen wird. Deswegen versuchen wir jetzt mit den Kommunen zu besprechen, wie wir zusätzlichen Wohnraum bereitstellen können.“ Auch in der Landesaufnahmestelle in Lebach könnten Kapazitäten geschaffen werden. „Wir werden uns breit aufstellen und wie in der Vergangenheit möglichst dezentral“ die Menschen unterbringen.

Hans betonte auch, dass unter den Flüchtenden Kinder seien. „Sie müssen schnellstmöglich Zugang zu Unterricht haben, auch herkunftssprachlichem.“ Rund 1400 Ukrainer lebten im Saarland, auf diese Strukturen wolle man zurückgreifen.

Das Saar-Bildungsministerium teilte mit, dass man mit den Schulträgern in Kontakt trete, so dass die Schulen sich vorbereiten könnten. Auch eine Arbeitsgruppe werde auf den Weg gebracht. Unterricht, Sprachförderung und auch Schulsozialarbeit würden dabei eine Rolle spielen.