Fast 100 000 Unterstützer Ein Völklinger Rentner fordert von Christian Lindner eine strenge Reichensteuer – und hat im Netz mit seiner Petition Erfolg

Völklingen/Berlin · Ausgerechnet FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner soll den Milliardären ans Portemonnaie gehen. Das fordert jedenfalls ein Rentner aus Völklingen, der dafür auch schon eine Internet-Kampagne gestartet hat. Und das mit großem Erfolg.

 Die Internet-Petition "Milliardäre höher besteuern" des Völklingers  Christoph Gottschalk, 70.

Die Internet-Petition "Milliardäre höher besteuern" des Völklingers  Christoph Gottschalk, 70.

Foto: dpa/Monika Skolimowska

Ein Völklinger Bürger hat jetzt ein Internet-Petition an Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) gestartet. Ziel von Christoph Gottschalk, 70, ist es, dass der Spitzensteuersatz für Superreiche in Deutschland auf mindestens 60 Prozent erhöht wird. Wie der ehemalige Fraktionschef der Linken im Völklinger Stadtrat der SZ sagte, hätten die reichsten Menschen der Welt laut einer Oxfam-Studie seit Beginn der Corona-Pandemie ihr Vermögen verdoppelt.

Dagegen kämpften mehr als 160 Millionen Menschen auf der Welt um ihre Existenzgrundlage. Sehr viele hätte die Lebensgrundlage  schon verloren und seien in große Armut gefallen, erklärte Gottschalk. „Die volkswirtschaftlichen Schäden durch die Pandemie gehen sicherlich schon jetzt in die zig Milliarden, während die Superreichen sich wie in einem Goldrausch bedienen“, betonte der Völklinger Rentner, der früher nach eigenen Angaben als promovierter Diplom-Ingenieur im Bereich Flugtriebwerke gearbeitet hat.

Forderungen eines Völklinger Rentners an Christian Lindner: Spitzensteuersatz von mindestens 60 Prozent

Die Mittel, die dem Staat durch zu die niedrige Reichensteuer entgingen, fehlten bei der Beseitigung der Schäden durch die Pandemie und bei der dringenden Transformation des Energiebedarfs hin zu regenerativen Energieformen. Deshalb fordere er Lindner in der Petition auf, den Spitzensteuersatz auf mindestens 60 Prozent zu erhöhen sowie eine angemessene Vermögens- und Erbschaftssteuer von Millionären und Milliardären zu erheben. „Die Ungleichverteilung ist ja ohnehin ein großes Thema, aber dass eine weltweite Notlage dazu führt, dass sich die Lage noch einmal extrem verschlechtert, ist unerträglich“, betonte der Ex-Linke, der die Partei schon vor ein Paar Jahren verließ, da diese im Saarland nach seiner Meinung keine seriöse Partei mehr sei.

Die Petition hat auf der Plattform campact.de hat nach drei Wochen Laufzeit bereits knapp 88 000 Unterschriften zusammengebracht. Man müsse jetzt noch einmal „boostern“, um 100 000 zu erreichen. Dann könnte man Finanzminister Lindner ein schönes Paket überreichen, meinte Gottschalk, der auch als Gitarrist der Rockband „The Ipcress“ lokale Bekanntheit erlangte. Zudem war Gottschalk in der Initiative für die Umbenennung der  „Hermann-Röchling-Höhe“ aktiv.