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Zweibrücken feiert Fastnachtsumzug — trotz strenger Auflagen

Keine Absage wie in Frankenthal : Zweibrücken feiert Umzug — trotz strenger teurer Auflagen

Frankenthal verzichtet dieses Jahr auf einen Umzug an Fastnacht. Angesichts der strengen Sicherheitsauflagen würden die Kosten für die verschuldete Stadt zu hoch. Das noch stärker verschuldete Zweibrücken will sich den Spaß derweil nicht nehmen lassen.

Aufatmen bei allen Narren: Nach zwei Jahren coronabedingter Pause findet in Zweibrücken wieder ein Fastnachtsumzug statt. Das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Am Fastnachtsdienstag, 21. Februar, 14.11 Uhr, wird der närrische Lindwurm losgelassen.

„Der Verkehrsverein und die Zweibrücker Faschingsvereine haben sich entschieden, wieder auf der ursprünglichen, traditionellen Strecke zu fahren“, so die Stadt. Beginn ist an der Festhalle, es geht über die Landauer Straße, Alte Ixheimer Straße, Lützel- und Fruchtmarktstraße bis zum ZOB. Hier ist auch die Tribüne für Ehrengäste. Der Zug löst sich auf dem Schloßplatz auf.

Am Alexanderplatz gibt es wieder ein Festzelt mit DJ, hier könne „nach Ende des Umzuges das närrische Treiben weitergehen“. Essens- und Getränkestände sowie die Gaststätten stünden bereit für die hungrigen und durstigen Schnäbel.

Wie gesagt: Die Narren atmen auf. Nicht nur, weil Corona keinen Strich mehr durch die Rechnung macht. Sondern auch, weil der Umzug nicht durch eine andere Hürde zu Fall kommt. Wie berichtet, bereitet das neue POG (Polizei- und Ordnungsbehördengesetz) Kommunen Kopfzerbrechen. Die Anforderungen an die Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen sind gestiegen; Frankenthal etwa hat wegen der strengeren Auflagen gerade seinen Umzug abgesagt, die Kosten würden dadurch zu hoch.

Für Zweibrücken stand eine Absage nicht zur Disposition, erklärt Stadtsprecher Jens John. Die neuen Auflagen würden „zum Großteil schon seit Jahren in Zweibrücken bei allen Großveranstaltungen umgesetzt. Daher ist die Umsetzung der geforderten Maßnahmen für uns kein Neuland, sondern bewährte Praxis.“ Dennoch seien die Kosten natürlich ein Aspekt. Die Stadt arbeite etwa mit mobilen Wassertanks als Sperren („Indutainer“), „die einen hohen finanziellen Aufwand bedingen, wie auch mit Security im Bereich des Alexanderplatzes, wo wir das Partyzelt planen“. Die Kosten, insbesondere für die Sperren, würden gerade eruiert. „Beim letzten Faschingsumzug 2020 lagen diese bereits bei rund 6500 Euro“, so John.

Anmeldungen von Zugteilnehmern ab sofort bis 31. Januar beim Verkehrsverein, Tel. (0 63 32) 87 14 72. Die Teilnahme ist kostenfrei.