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Wenn das Geld nicht zum Arbeiten reicht, kann Agentur helfen

Wenn das Geld nicht zum Arbeiten reicht, kann Agentur helfen

Um Arbeitslosen bei der Aufnahme einer neuen Stelle zu helfen, steht den Vermittlern der Arbeitsagentur ein Budget zur Verfügung, mit dem Fahrtkosten, Kleidung, Umzüge und mehr gefördert werden können. Wichtig ist aber, dass die Betroffenen vor Beginn der Tätigkeit einen Antrag stellen.

Manche Menschen können aus finanziellen Gründen keine Beschäftigung aufnehmen. So berichtete uns ein Merkur-Leser aus Zweibrücken, dass er kein Geld habe, um die Fahrtkosten zu seiner neuen Stelle bezahlen zu können.

Auch die Finanzierung der Kleidung oder einer Wohnung vor Ort ist für so manchen nicht zu stemmen, da die meisten Arbeitgeber keinen Vorschuss auf den Lohn bezahlen oder die neuen Mitarbeiter diesen auch nicht in den ersten Tagen darum bitten möchten.

Für diejenigen, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, kann allerdings eine Förderung aus dem Vermittlungsbudget der Bundesagentur für Arbeit (BA) gezahlt werden, soweit dies zur Anbahnung oder Aufnahme der Beschäftigung notwendig ist. "Das ist aber eine Ermessensentscheidung", betont Claudia Barry, die in der Arbeitsagentur für die Vermittlung zuständig ist, auf Anfrage unserer Zeitung. Voraussetzung sei, dass der Betroffene das Geld nicht selbst aufbringen kann. Gefördert würden nur Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende und Ausbildungssuchende. Bei diesen könne die BA die Fahrtkosten ab einer einfachen Wegstrecke von mindestens 50 Kilometern übernehmen. Die Förderung sei auf drei Monate begrenzt. Außerdem müsse ein Eigenanteil selbst bezahlt werden. "Die Entscheidung ist aber stets vom Einzelfall abhängig", betont Barry.

Aus dem Vermittlungsbudget würden auch Kosten für Führungszeugnisse, Arbeitsgeräte, Kleidung, Beglaubigungen, Anerkennung von Bildungsabschlüssen und auch Umzüge bezahlt. Darüber hinaus übernehme die BA Fahrtkosten für Vorstellungsgespräche. Eine Förderung gebe es auch für eine getrennte Haushaltsführung oder Kinderbetreuung. Aus dem Budget werden ebenfalls Bewerbungskosten wie Fotos, Mappen, Kopien bezahlt. Möglich seien auch andere Leistungen, wie ein Friseurbesuch vor einem Vorstellungsgespräch.

"Wichtig ist, dass der Antrag vor der Arbeitsaufnahme gestellt wird", erklärt Barry.