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Nachwuchsreiter performen unter den Augen des Landestrainiers

Vielseitigkeitsturnier beim RSC Walshausen : Nachwuchsreiter performen unter den Augen des Landestrainers

Am Wochenende organisierte der RSC Walshausen ein Nachwuchsturnier im Vielseitigkeitsreiten. Weil die Pfalzmeisterschaft wegen Corona ausfiel, entschlossen sich Gastgeber Markus Schwender und Kerstin Müller-Schwender dazu ein Ersatzangebot zu schaffen.

Die Befürchtung die Corona-Pause hätte den Reiter-Pferd-Paaren geschadet, bestätigte sich nicht. Das Turnierrichter-Kollegium zeigte sich angetan von den gezeigten Ritten und griff gerne hoch in die Wertnoten.

Immer wieder kommentierte Wilfried Schunck nach einem Stilgeländeritt auf A*-Niveau: „Das war eine sehr harmonische, flotte Runde. Eine energisch einwirkende Reiterin mit viel Übersicht.“ Dabei hatte Parcours-Chef Martin Blütgen den Geländereitern durchaus interessante Aufgaben mit einer abwechslungsreichen Vielzahl an festen Hindernissen wie Kisten, Tische, Bürsten, Baumstämmen oder Fässern bis hin zum überbauten Trakehnergraben in den Weg gelegt. Besondere Herausforderungen waren die Wasserpassage, deren Einsprung über einen hellen Baumstamm doch einige Pferde zögern ließ.

Zunehmend sicherer und selbstbewusster mit jedem Start wurde auch Spirit‘s Cobactan mit Sandra Pröckl vom RFV Pirmasens-Winzeln im Sattel. Mit der Wertnote 8,6 brachte sich das Reiter-Pferd-Paar auf den Silberrang im Stilgeländeritt. Ebenso begeistert war Noelle Heil vom RFV Zweibrücken. Mit der Wertnote 8,4 erritt sie sich mit Birkenhof‘s souverän ihre bisherige Bestnote und verpasste nur knapp das Treppchen. „Er ist so toll gesprungen, wir haben einfach nur Spaß gehabt“, kommentierte sie ihren Ritt. Flott und souverän unterwegs waren auch Antonia Bley vom RV Einöd und ihr Hannoveraner Wallach Hilton. Eine starke Windböhe, die das rot-weiße Absperrband zur Straße hin sich plötzlich aufbäumen und laut knattern ließ, irritierte das Pferd und führten zu einem „Vorbeiläufer“. Mit einer halben Wertnote Abzug wurde das Paar mit 7,9 (8,4) Siebte.

Glücklicher war Linn Sommer vom Verein für Vielseitigkeitsreiten Saarpfalz. Ihr 14-jähriger Zweibrücker Frechdachs trug die junge Reiterin mit der Wertnote 8,1 auf Rang fünf. Mit derselben Wertnote platzierte sich Svenja Voigt vom RFV Zweibrücken in der zweiten Abteilung auf Rang acht.

Der ganz große Coup in den Springprüfungen am Freitag und Samstag gelang Carla Roth. Die Merzalber Juniorin, die für den RSC Gestüt Etzenbacher Mühle sattelt, gewann bei drei Starts gleich dreimal gold. Nach zehn Monaten Turnierpause und einem gerade auskurierten Handgelenkbruch unterbot sie mit ihrer Erfolgsstute Claire in beiden Springprüfungen der A-Klasse auf einem und zwei Sterne-Niveau die Silbergewinner jeweils um vier Sekunden. Mit ihrem selbst ausgebildeten Nachwuchspferd G-Star, erhielt sie in der Stilspringprüfung Klasse A die Traumwertnote von 9,0.

Auch die Gastgeber, Kerstin Müller-Schwender und Markus Schwender freuten sich über Platzierungen. Mehr jedoch strahlten sie über die Vielzahl an Zuschauern, die sich so über den Tag verteilte, dass die erlaubte Höchstzahl von 350 Besuchern gleichzeitig gut eingehalten werden konnte.

Große Anerkennung für die „klasse Vielseitigkeitsstrecke“ zollte Andreas Schmitt. Der rheinland-pfälzische Vielseitigkeits-Landestrainer war erstmals seit deren Bau in Walshausen und sichtete eine Vielzahl talentierter und Kader-Reiter im Hinblick auf die Goldene Schärpe, die nach der corona-bedingten Absage aller pferdesportlicher Meisterschaften auf Landesebene im Herbst doch noch ausgetragen werden soll.

Kerstin Müller-Schwender konnte darüber hinaus ihren ehemaligen Turnierkollegen, den Nationalkader-Reiter Jörg Kurbel für das Turnier gewinnen. Er reiste mit Nachwuchspferden und Reitschülern aus Rüsselsheim nach Walshausen. Kurbels Tochter Emely siegte in der ersten Abteilung des Stil-Geländeritts.