1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

Springreiter eröffnen verspätete Turniersaison am Zweibrücker Landgestüt

Pferdesport : Erstes Geister-Springturnier am Zweibrücker Landgestüt

Trotz strenger Auflagen waren die Startplätze für die Veranstaltung des Clubs Saar-Pfälzischer Springreiter schnell weg.

(cvw) „Binnen weniger Minuten waren alle 150 Startplätze vergeben“, erzählt Maren Müller. So, wie bei allen Turnieren, die jetzt nach den Corona-Lockerungen wieder ausgetragen werden dürfen, ging es auch beim ersten Wettbewerb im Landgestüt Zweibrücken, ausgetragen vom Club Saar-Pfälzischer Springreiter. Die Gestütsleiterin ist froh, dass die Saison nun endlich startet. So viele Veranstaltungen waren in diesem Jahr in der Kulisse der mehr als 2060 Jahren alten, historischen Anlage geplant.

Am kommenden Wochenende, 27./28 Juni, geht das erste Corona-Geisterturnier in Zweibrücken nun an den Start. Begrenzte Teilnehmerzahl, jeder Reiter mit maximal zwei Pferden pro Prüfung, je zwei Pferde nur eine Begleitperson neben dem Reiter, Abstandregeln und bedingte Maskenpflicht, getrennte Ein- und Ausgänge ins Landgestüt über die Allee, Einbahnverkehr auf dem Turniergelände – die Liste der Vorschriften ist lang. Um Gedränge zu vermeiden, wird auf die Siegerehrungen verzichtet, das Preisgeld kontaktfrei überwiesen. Um ihren Sport ausüben zu können, unterstützen die Teilnehmer die Veranstalter mit einer um drei Euro erhöhten Teilnahmegebühr pro Startplatz und verzichten auf die Hälfte ihrer Prämien. Von diesem Geld wird der Corona-Mehraufwand bezahlt. Die Ranglistenpunkte werden wie bei jedem normalen Turnier gewertet.

Reiter und Begleiter dürfen das Turniergelände nur an dem Tag, an dem sie auch satteln und erst eineinhalb Stunden vor ihrem ersten Start betreten, 30 Minuten nach dem letzten Start müssen sie es wieder verlassen. Da auch keine Zuschauer auf dem Gestütsgelände gestattet sind, weil die Teilnehmer, Turnierrichter und das Organisatoren-Team bereits die aktuell erlaubte Personen-Höchstgrenze erreichen, gibt es auch kein gastronomisches Angebot. Dennoch erwarten die Gastgeber ein schönes Turnier, denn nicht nur die Profis, auch die Amateure sind ganz heiß darauf, sich endlich wieder im Wettbewerb messen zu dürfen.

Für die Profis gilt es, ihre eigenen sowie die Beritt- und Verkaufspferde sportlich zu positionieren. Einer von ihnen ist Steffen Hauter vom Großsteinhauserhof. Mit seinen Nachwuchspferden hat er bereits die ersten Turniere absolviert. „Alle Reiter waren dort sehr diszipliniert“, bestätigt er und hofft auf weitere Lockerungen in der Turnierszene. Trotz der einen oder anderen Schleife in Jungpferdeprüfungen nennt er die Auftat-Wettbewerbe „erste Trainingsrunden unter Turnierbedingungen“. Hauter freut sich, dass er statt kilometerweiter Anreise endlich in der Heimat starten kann. In die Starterlisten eingetragen haben sich unter anderem die Profis der Region wie Andreas Rubly und Anne Oberle vom RFV Zweibrücken, Karsten Schäfer vom RSV Käshofen, Melanie Bischoff (Miesau) sowie ambitionierte Amateure wie Jelte Blaß von der RSG Berghof-Einöd sowie eine Vielzahl Reiter vom RSV Käshofen. Kaderreiterin Charlotte Stuppi, deren Pferde im Landgestüt stehen, hofft auf eine Starterlaubnis. Trotz der Ausschreibung als Late-Entry-Turnier ist eine Nachnennung nicht möglich.

In der Springprüfung Klasse A** am Samstag satteln vor allem die Reiter aus dem Zweibrücker Umland. Insgesamt werden mit sieben Prüfungen weniger Wettbewerbe ausgetragen als sonst üblich. Der Samstagmorgen gehört dem vierbeinigen Nachwuchs in den Klassen A mit einem und zwei Sternen sowie L. Am Sonntag geht es mit den Klassen L, M (mittelschwer) und S (schwer) über Hindernisse von 1,20 bis 1,40 Metern. Das S-Springen als sportlicher Höhepunkt beginnt am Sonntag um 15.30 Uhr. Spaziergänger in der Allee können den Pferdesport hautnah erleben. Die Veranstalter appellieren auch hier daran, Abstand zu halten. Für das zweite Juliwochenende hat der Verein bereits das nächste Turnier geplant sowie ein Jungpferde-Turnier für August.