1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

Club Saar-Pfälzischer Springreiter lässt weitere Turniere am Landgestüt folgen

Pferdesport : Ungewöhnlich ruhiger, aber reibungsloser Ablauf

Reiter und Veranstalter blicken zufrieden auf das erste Geister-Springturnier im Zweibrücker Landgestüt.

Keine Musik, kein Applaus, keine Siegerehrung. Als nach der schweren Springprüfung Klasse S* am späten Sonntagnachmittag die Platzierungen verkündet wurden, war das Zweibrücker Landgestüt fast leer. Aufgrund der Corona-Verordnung waren nicht nur Zuschauer verboten, sondern jeder Reiter musste auch 30 Minuten nach seinem letzten Start die Veranstaltung verlassen.

Parcours-Chef Paul Engel hatte es seinem hochkarätigen Publikum, das ausschließlich aus erfahrenen Reitern, zumeist Profis, bestand, zum krönenden Abschluss des ersten Geisterturniers im Landgestüt schwer gemacht. Die zwölf bis 1,40 Meter hohen Hindernisse mit 14 Sprüngen, das heißt, zwei zweifachen Kombinationen und einem überbauten stilisierten Wassergraben war in der Wegeführung und den Distanzen technisch anspruchsvoll aufgebaut. Immer wieder klapperte eine Stange zu Boden. Erst Thomas Lunkes von der TGS Lunkeshof gelang es als zwölftem der 36 Starter, seinen 14-jährigen Westfalen-Wallach Wimpel fehlerfrei ins Ziel zu pilotieren. Das Eis schien gebrochen, denn gleich vier Reiter in Folge behielten ihre Weiße Weste. Einer von ihnen ist Andreas Rubly. Für den Profi vom RFV Zweibrücken war es nach dem Turnier in Heiligenwald vergangene Woche erst das zweite S-Springen seit fünf Jahren. Auf sicheren Wegen statt auf Risiko dirigierte er mit dem Landbeschäler Camargo eines der erfolgreichsten deutschen Springpferde souverän über das Stangenmikado. „Der Hengst ist voll im Deckeinsatz“, erklärte Rubly, weshalb er ihn schonte und nicht voll auf Angriff ritt. Am Ende verpasste das Paar knapp das Treppchen und wurde in 75,33 Sekunden Vierter. Die Entscheidung fiel am Schluss. Als Drittletzter Reiter ging Alan Kelley vom Club Hippique du Luxembourg mit dem neunjährigen Holsteiner Wallach Tourano in der Zeit von 73,34 Sekunden in Führung. Doch die Freude des späteren Silbergewinners währte nur, bis Thies Beyer vom RFV Illtal mit dem Zweibrücker Hengst Superior die Ziellinie überquerte. In 71,31 Sekunden hatte der Saarländer mit dem sprunggewaltigen Hengst aus der Zucht von Sven Bischoff noch einmal zwei Sekunden gut gemacht. Unauffällig, mit einer optimierten Wegführung und engen Wendungen. Nach seinem Sieg im vorhergehenden mittelschweren M-Springen war er der erfolgreichste Reiter des Turniers.

Nicht ganz so gut lief es bei Steffen Hauter. Keines seiner drei Pferde bleib fehlerfrei, doch auf Kikiwa reichte die Zeit immerhin für Rang elf. Neben einer Platzierung in Klasse M* freute sich der Profi vom Großsteinhauserhof über die Siege in den Springpferdeprüfungen Klasse A** und L. Schnell gewesen wäre auch Anne Oberle. Allerdings riss ihr Hannoveraner Wallach Crunchip, der sich mit seinen 18 Jahren topfit präsentierte, mit einem Flüchtigkeitsfehler den überbauten Wassergraben. Mit vier Strafpunkten wurde aus dem möglichen Vizerang in 72,42 Sekunden Rang acht. Dafür gelang Tochter Marika im A**-Springen der große Coup. Mit ihrem 14-jährigen Hannoveraner Grafchristo wurde sie Gesamtsiegerin vor Andreas Wilhelm vom RV Großsteinhauserhof, der mit Dr. House die zweite Abteilung gewann. Hier platzierten sich auch Maike Kirst vom RSV Käshofen mit Cora-Lee und Katharina Burkhart vom RFV Zweibrücken mit ihrer Stute California.

Gleich zwei schöne Erfolge feierte Charlotte Stuppy. Die 13-jährige Kaderreiterin vom RFV Zweibrücken ritt Erfolgspferd Asterix gleich zweimal aufs Treppchen. Fehlerfrei in schneller Zeit musste sie sich auf dem Silberrang in Klasse L lediglich Siegerin Beate Schmitt (Neunkirchen) beugen. In der Mittelschweren Klasse M* gewann sie Bronze.

Zufrieden mit dem ersten Corona-Geisterturnier auf Einladung des Clubs Saar-Pfälzischer Springreiter waren Turnierleiter Gerd Geyer und Gestütsleiterin Maren Müller, die als Hygienebeauftragte für die Einhaltung der Corona-Vorschriften Sorge trugen. Maren Müller strahlte am Ende zweier arbeitsreicher Tage: „Alles tippitoppi!“

Am 11./12. Juli findet das nächste Late-Entry-Turnier des Springreiter-Clubs im Landgestüt statt. Am 8./9. August stehen bei Turnier Nummer drei einzig die Nachwuchspferde im Mittelpunkt.