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Löwinnen schnuppern an Sensation

Löwinnen schnuppern an Sensation

Unter Wert haben sich die Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken gegen Oberliga-Spitzenreiter TSV Kandel verkauft. Nachdem sie lange mithielten, gab es am Ende doch eine deutliche 28:36-Niederlage.

Nach 46 gespielten Minuten haben die Handballfrauen des SV 64 Zweibrücken am Sonntagmittag im Topspiel der RPS-Oberliga an der Sensation geschnuppert. Da lagen sie gegen den Drittligaabsteiger und Meisterschaftsfavoriten TSV Kandel mit 25:23 in Front. 13 Minuten später stand dann allerdings das 28:36 (16:18)-Endergebnis auf der Anzeigetafel. Der Tabellenführer hatte sich also doch noch souverän durchgesetzt, die Zweibrücker Löwinnen sich hingegen deutlich unter Wert verkauft.

Denn nachdem die Gäste bereits in der 20. Spielminute mit 16:9 vorne gelegen hatten, spielten die SV-Frauen anschließend ganz stark auf, starteten eine Aufholjagd und kamen so kurz vor der Halbzeitpause zum 16:18-Halbzeitstand. "Da haben wir echt gut kombiniert, freute sich SV-Trainer Rüdiger Lydorf über das starke Spiel seiner Frauen, die insbesondere immer wieder über Kreisläuferin Laura Witzgall zu Abschluss kamen, die sich allerdings kurz vor der Halbzeitpause am Knie verletzt und in der zweiten Hälfte nicht mehr spielen konnte.

Was den Spielverlauf anbelangt, so verlief die erste Viertelstunde recht ausgeglichen. Nach dem 5:5-Zwischenstand in der neunten Spielminute stand es nach 15 Minuten 11:8 für die Gäste, die ihren Vorsprung zum 16:9-Zwischenstand weiter ausbauten. Begünstigt auch durch zwei Zeitstrafen fanden die Zweibrückerinnen allerdings ins Spiel zurück, steigerten sich zusehends und verkürzten durch eine 5:1-Serie in den letzten acht Minuten der ersten Hälfte zum 16:18-Halbzeitstand.

Stark starteten die SV-Frauen auch in die zweite Hälfte. Marion Weick erzielte beim 18:18-Zwischenstand erstmals wieder den Ausgleichstreffer, in der 37. Spielminute lagen die SVlerinnen sogar erstmals mit 21:20 in Front. Katharina Koch hatte einen ihrer sieben Siebenmeter souverän verwandelt. Allerdings halfen den Zweibrückerinnen in dieser Phase auch einige gute Paraden ihrer Torhüterin Daphne Huber. Bis zur 45. Spielminute und dem 25:23-Zwischenstand, den Marion Weick per Tempogegenstoß erzielt hatte, schien es, als könnten die Zweibrückerinnen tatsächlich das Spiel für sich entscheiden. "Die Aufholjagd hat uns aber einfach auch zu viel Kraft gekostet", stellte Lydorf nach dem Spiel fest.

Als seine Mannschaft nämlich vorne lag, unterliefen ihr binnen drei Minuten vier unnötige technische Fehler, wurden einige Angriffe viel zu überhastet abgeschlossen. Jetzt zeigte sich allerdings auch die Klasse des Drittligaabsteigers, der diese Fehler dankbar bestrafte, sieben Tore in Serie erzielte und beim 30:25-Zwischenstand wieder alles im Griff hatte. Am Ende unterlag die Lydorf-Truppe dem TSV Kandel mit 28:36.

SV 64: Huber und Pilar - Koch 10/7, Zellmer 2, Sohns - Handermann 2, Weick 7 - Witzgall 4 - Wild 1, Hoffmann 1, Paquet 1, Schlicker und Schöneich.

A-Jugend siegt trotz Durchhänger

SV 64 feiert 29:25-Auswärtserfolg beim HSC Schmiden/Oeffingen


Einen wichtigen 29:25 (12:9)-Auswärtssieg hat sich am Samstagmittag die männliche A-Jugend der Zweibrücker Löwen im Auswärtsspiel beim HSC Schmiden/Oeffingen erkämpft. Damit untermauerte das Team zum Hinrundenende seinen hervorragenden zweiten Tabellenplatz in der Südgruppe der Handball-A-Jugendbundesliga.

Ohne den verletzungsbedingt pausierenden Juniorennationalspieler Robin Egelhof war die Mannschaft von Trainer Tony Hennersdorf in Fellbach-Schmiden angetreten, kam mit dieser "nicht unerheblichen personellen Schwächung" letztlich aber dennoch gut zurecht und setzte sich letzten Endes auch in der Höhe verdient durch.

Die Grundlage für diesen Auswärtssieg legten die 64er mit einer guten Defensivleistung - und einem überragenden Benedikt Berz zwischen den Pfosten, der die Gastgeber mit seinen Paraden teilweise entnervte.

Anders als in den letzten Auswärtsspielen der JBLH, als die Zweibrücker Löwen jeweils die Anfangsphase ihrer Spiele verschlafen hatten, waren die SVler dieses Mal hellwach und übernahmen auch vom Anpfiff weg die Führung. Tobias Alt und Tom Grieser waren hier in der Anfangsphase auf Zweibrücker Seite die spielbestimmenden Personen.

Bis zur Halbzeit lagen die SVler dann immer mindestens mit zwei Treffern in Front, hatten alles im Griff. "Es war schließlich aber schon etwas unverständlich, dass wir dann gegen Ende der Begegnung etwas den Faden verloren haben", war Tony Hennersdorf mit dieser Phase des Spieles gar nicht mehr einverstanden.

Denn da wurde es noch einmal richtig eng, so dass Hennersdorf in der 52. Spielminute beim Stande von nur noch 23:22 eine Auszeit nehmen musste. Zu fahrig war seine Mannschaft in den sieben oder acht Minuten davor mit ihren Chancen umgegangen, weshalb der zuvor komfortable Fünf-Tore-Vorsprung (23:18 in der 45. Spielminute) dahingeschmolzen war. "Da zeigte sich aber auch, dass Schmiden der erwartet starke Gegner ist, der seine Punkte nicht einfach herschenken würde", merkte SV-Trainer Tony Hennersdorf an.

Es spricht allerdings durchaus für die Einstellung der SV-Jungs und auch für die Qualität, die in diesem Kader steckt, dass sie sich nun auch wieder zusammenrissen und schließlich noch einen dem Spielverlauf entsprechenden 29:25-Sieg herauswarfen.

SV 64 Zweibrücken : Benedikt Berz und Alessandro Lehr im Tor - Niklas Bayer 3, Nils Wöschler 5/2, Tom Grieser 8 - Tobias Alt 6, Luca Dobrani 1 - Patrick Bach 4 - Philipp Mägel 1, Christian Wack 1, Robin Sauer, Kian Schwarzer.