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Gastronomie in Zweibrücken und Umgebung öffnet nach Corona-Regeln

Unter strengen Auflagen : Ab Mittwoch öffnen die Restaurants wieder

Auch wenn es mit ungewohnten Neuerungen verbunden ist – die Gastronomen sind froh, dass sie wieder öffnen dürfen.

Für fast zehn Wochen konnten Gastwirtschaft, Restaurants und Hotels in Zweibrücken und dem Zweibrücker Land wegen des Corona-Virus keine Gäste mehr begrüßen, mussten ihre Pforten geschlossen halten. Für das Timeless Diner und die Brasserie in Niederauerbach waren die zehn Wochen zu lang – sie mussten aufgeben (wir berichteten). Für die übrigen Gastronomen ist das Ende dieser Durststrecke in Sichtweite gekommen.

Ab  Mittwoch, 13. Mai, dürfen von morgens sechs Uhr an bis abends 22 Uhr wieder Gäste in Gastwirtschaften, Restaurants oder Kantinen bewirtet werden. Seit Bekanntgabe der Lockerungsvorschriften letzte Woche laufen die Vorkehrungen für den Tag X, denn nach Corona gilt auch hier die Losung: Abstandhalten und Hygiene gehen vor.

Roland Puder, Inhaber und Betreiber des Landgasthofes „Zur Alten Scheune“ im Vorort Oberauerbach wird sein Restaurant und den Biergarten erst in einer Woche öffnen. Das bisher in Kurzarbeit weilende Personal, angefangen beim Küchenchef bis hin zur Reinemachefrau und dem Servicepersonal, war jedoch bereits am Wochenende zur Stelle, um alles wieder auf Vordermann zu bringen, vor allem aber um den Räumen eine corona-konforme Struktur zu geben. „Da gibt es ja die Abstandsregelungen von Tisch zu Tisch, müssen die Utensilien für die Desinfektion beschafft und besorgt werden, sind die Abläufe entsprechend den Vorgaben abzustimmen. Weil entsprechend der Landesverordnung Hotels erst mit dem 18.Mai öffnen dürfen haben wir uns entschlossen, Biergarten und Restaurant gleichfalls erst am 19. Mai zu öffnen. Das geht dann in einem Aufwasch hin. Aber alles besser als nichts, auch wenn durch die Vorschriften rund 60 Prozent der Fläche wegfallen, die sonst üblicherweise für die Bewirtung unserer Gäste zur Verfügung steht“, hält der Gastronom fest und ist natürlich am Reinemachetag unter der vielen weiblichen Helferinnen Hahn im Korb. 

Erleichterung wie allenthalten im Kolleginnen- und Kollegenkreis bei Heike Schwuchow-Gessner aus Winterbach, die dort schon mehr als vier Jahrzehnte das Restaurant „Zum Hannes“ betreibt. Gemeinsam mit Sohn Pablo wurden noch am Sonntag zwei alte, lebensgroße Standpuppen aus dem Keller hervorgekramt und mit origineller „Hannes-Bekleidung“ aus früheren Jahren ausstaffiert. Die Freude darüber, dass schon ab Mittwoch wieder Gäste willkommen sind, wurde auf einer großen Tafel mit „Hurra, ab Mittwoch den 13. Mai sind wir wieder für sie da“, zum Ausdruck gebracht.

Auf die speziellen Vorschriften angesprochen meint die Inhaberin von Quartier und Restaurant nur: „Es ist machbar, es lässt sich organisieren. Zum Glück haben wir die entsprechenden Räumlichkeiten. Natürlich geht durch die Abstandsvorschriften von Tisch zu Tisch (1,50 Meter) viel Platz verloren, doch das ist in dieser Situation sicher das kleinere Übel. Die eigenständige Tischauswahl ist nicht möglich. Nasen- und Mundschutz müssen beim Betreten bis zur Platzeinnahme getragen werden. Das Servicepersonal wird die gesamte Zeit über diesen Schutz tragen. Desinfektionsmöglichkeiten am Tisch sind vorgeschrieben, das ist alles kein Problem. Von der Stammkundschaft haben wir ja meist die Personalien, von Neugästen werden sie bei der Anmeldung erfasst.“

Zu einer Informationsveranstaltung hatte die Stadtverwaltung Zweibrücken mit dem Stadtvorstand und Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) in die Westpfalzhalle eingeladen, rund 80 Zweibrücker Wirte nutzten die Gelegenheit zur umfassenden Information.

Zu einem „Neustart“ wird es dabei auch für Florian Jonitz mit seinen Geschäftspartnern Stefanie Hartmann und Steffen Porath kommen, die nunmehr mit „Joni´s“ am Hallplatz anstelle des früheren „Coyote-Café“ für eine Attraktion sorgen wollen.