SVN geht den richtigen Weg

Es ist der richtige Weg, den der SVN Zweibrücken einschlägt - allen voran Trainer Raphaél Laghnej. Der legt eine Denkweise an den Tag, wie man sie heutzutage leider immer seltener antrifft: Er richtet seine Arbeit auf den langfristigen Erfolg aus.

Insofern ist er für den finanziell angeschlagenen Verein der richtige Mann, der auch die nötige Fachkompetenz als Fußballlehrer mitbringt. Auch wenn er sicherlich den Nachteil hat, dass er nicht aus der Region stammt und somit von Haus über weniger Kontakte zu Spielern im unmittelbaren Umfeld von Zweibrücken verfügt. Aber die kann man ja knüpfen. Richtig ist auch der Ansatz, die Jugendarbeit auszubauen, indem man etwa einen Jugendförderverein gründet. Ebenso ist die angekündigte Kooperation mit zwei Fitnessstudios eine gute Idee.

Ob allerdings das langfristige Ziel von Laghnej, den Verein wieder in der Oberliga zu etablieren, den strukturellen Möglichkeiten des SVN entspricht, ist zumindest zu bezweifeln. Vielleicht ist der Verein auch auf längere Sicht in der Verbandsliga besser aufgehoben. Zumal der Prozess der Entschuldung nach Auskunft des vorläufigen Insolvenzverwalters Jürgen Roth einige Jahre dauern dürfte. Da dürfte auch perspektivisch kein großer Spielraum für Spielergehälter vorhanden sein.

Wenn alles gut läuft, könnte es in der Rückrunde allerdings erst einmal in der Oberliga weitergehen - wenn auch aller Wahrscheinlichkeit nach außerhalb der Wertung. Denn das Insolvenzverfahren wird wohl im Februar oder März eröffnet werden, womit der SVN als erster Absteiger feststehen würde. Dennoch spricht einiges dafür, die Rückrunde zu spielen - sofern die künftige Mannschaft dazu einigermaßen in der Lage ist. Das wäre für einige talentierte Fußballer aus der Region sicherlich ein Anreiz, auch ohne Gehalt und nur für Fahrtkosten für den SVN zu spielen. Finanziell wäre das laut dem Vorstandsvorsitzenden Richard Denger mit einem sehr begrenzten Budget durchaus machbar, zumal der Verein etwa durch Zuschauereinnahmen auch Erlöse generieren kann und auf der Ausgabenseite die Spielergehälter spart.

Natürlich müssen sich nun genügend Spieler finden, die zu den Bedingungen in der Oberliga antreten wollen und auch können. Allerdings liegt Laghnej mit seinem Ansatz richtig, nicht auf Krampf einen Kader zusammenzustellen, der in der Oberliga ein oder zwei Spiele gewinnen kann. Das wäre wieder kurzfristiges Denken. Dem SVN-Trainer geht es vor allem darum, charakterlich einwandfreie Spieler zu finden, die in Zweibrücken etwas Nachhaltiges aufbauen wollen. Es wird spannend sein, das weiter zu verfolgen. Vielleicht wissen wir am Freitag ab 18.30 Uhr schon ein wenig mehr. Dann hat Laghnej ein Probetraining angesetzt. Mal schauen, wer sich da alles auf dem Sportplatz tummelt.