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FC Homburg freut sich auf das Spitzenspiel gegen Steinbach

Fußball-Regionalliga : Mit neuem Selbstvertrauen oben anklopfen

Fußball-Regionalligist FC Homburg will an diesem Freitagabend zuhause den Spitzenreiter TSV Steinbach Haiger stürzen. Homburgs Mart Ristl jedenfalls sieht seinen FCH nicht in der Rolle des Außenseiters.

Das Topspiel in der Fußball-Regionalliga steigt bereits am Freitagabend. Dann empfängt der Tabellensechste FC Homburg im heimischen Waldstadion um 18.30 Uhr den Tabellenführer TSV Steinbach Haiger. Für Spannung an der Spitze ist gesorgt. Steinbach will den Platz an der Sonne vor den punktgleichen Verfolgern SSV Ulm und FSV Mainz II (alle 27) sowie der SV Elversberg (26) verteidigen. Homburg dagegen könnte dem aktuellen Spitzenreiter bis auf vier Punkte auf die Pelle rücken.

„Wir werden alles tun, um den Tabellenführer zu stürzen“, verspricht Mart Ristl. Der „Sechser“ der Homburger verweist dabei auf jene Partie vor wenigen Wochen beim FSV Mainz 05 II. Auch die Mainzer waren damals Spitzenreiter. Homburg gewann auswärts mit 2:1. „Warum sollte uns das nicht wieder gelingen“, fragt der 25-jährige Ristl, der aber weiß, dass Steinbach „eine sehr, sehr starke Mannschaft hat.“

In der Rolle des Außenseiters sieht Ristl seine Grün-Weißen jedenfalls nicht. Auch wenn er einräumen muss, dass die aktuell sieben Punkte Rückstand auf die Spitze, die dem Katastrophenstart der Homburger (kein Sieg in den ersten fünf Spielen) geschuldet sind, eine große Hypothek sind: „Das haben wir uns anders vorgestellt.“ 

Nach dem schwachen Saisonbeginn folgten zwar fünf Siege in Serie und der Sprung auf Rang sechs. Doch so ganz konstant traten die Grün-Weißen noch immer nicht auf. Ausgerechnet die Partie beim damaligen Schlusslicht Balingen ging mit 1:2 verloren. Ebenso wie das folgende Spiel gegen den VfR Aalen (0:1). Erst am letzten Wochenende fand der FCH beim FC Gießen wieder in die Erfolgsspur und gewann verdient mit 2:0. Auch die Generalprobe für das Spitzenspiel am Freitag glückte. Im Saarlandpokal bei Oberligist Röchling Völklingen hielten sich die Homburger am Dienstag schadlos (4:0).

„Es ist schon ein bisschen Achterbahn“, sagt Ristl zum bisherigen Saisonverlauf und seufzt. Den verpassten Punkten nachtrauern will er aber nicht: „Wir wissen, was wir besser machen können. Darauf müssen wir uns konzentrieren.“ Das dürfte gegen Steinbach vor allem die Chancenverwertung sein. Dass die mit erst neun Gegentoren beste Defensive der Liga (Homburg: 20) eine Fülle an Gelegenheiten zulassen wird, ist unwahrscheinlich.

Zum Profi wurde Ristl beim VfB Stuttgart, bei dem er mehrere Jugendmannschaften durchlief und aus der U 19 den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffte. Drei Spiele absolvierte er für den VfB in der ersten Liga. Die meisten Partien (20) bestritt er aber für den VfB II in Liga 3. Die Schwaben verließ er 2017 in Richtung des französischen Erstligisten FC Socheaux. Ein Jahr später heuerte er beim Drittligisten VfR Aalen an, den er nach dem Abstieg 2019 verließ. Auch das Gastspiel bei seiner nächsten Station, Viktoria Köln, dauerte nur ein Jahr. Seit 2020 spielt Ristl für den FC Homburg, für den er bisher 42 Regionalligaspiele bestritt und ein Tor erzielte. Ende dieser Saison läuft sein Vertrag beim FCH aus.

Mit einer möglichen Verlängerung beschäftigt sich der 25-Jährige derzeit noch nicht. Seine Konzentration gilt dem Top-Spiel am Freitag. „Mit einem Sieg können wir wieder oben anklopfen“, sagt Ristl, der sich auf das Flutlicht-Spiel vor den eigenen Fans freut: „Es gibt nichts Schöneres.“

FCH-Trainer Timo Wenzel lobt seinen Führungsspieler Ristl: „Mart hat mehrere Stationen von der ersten bis zur dritten Liga hinter sich. Er ist mit 25 Jahren schon ein gestandener Spieler mit Auslandserfahrung“, sagt Wenzel, der sich lediglich wünscht, dass „Mart in der Offensive noch öfter den Torabschluss sucht. Da wagt er mir noch zu wenig.“

Gegen Steinbach muss Wenzel weiter auf mehrere Spieler verzichten: Thomas Gösweiner, Niklas Doll, Stefano Maier, Ivan Sachanenko, Patrick Lienhard und Philipp Hoffmann fallen verletzungsbedingt aus. Zudem hat sich Tim Stegerer in Gießen eine Blessur an der Kapsel zugezogen. Sein Einsatz ist fraglich.

Trotzdem geht Wenzel mit einer großen Portion Optimismus in das Duell mit dem Spitzenreiter: „Das Selbstvertrauen ist wieder da. Und wir haben richtig Bock auf dieses Spiel vor den eigenen Fans, an einem Freitagabend“. Er verspricht: „Wir werden sicher keinen Bus vor dem Tor parken, sondern wollen unser Spiel durchdrücken.“

Und im Hinblick auf Offensivspieler Loris Weiß, der im Saarlandpokal gegen Völklingen drei Treffer erzielte, flachste der Trainer gut gelaunt: „Es freut mich unheimlich für ihn, dass er sich für seine Leistung mal auf diese Weise belohnt hat. Drei Tore wünsche ich mir auch am Freitag von ihm – ohne jetzt zu viel Druck aufbauen zu wollen . . .“