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SV 64 Zweibrücken unterliegt beim Ex-Club des Trainers

3. Handball-Liga : Peribonio und Eisel ziehen den Löwen die Zähne

Kein Glück an der alten Wirkungsstätte von Trainer Stefan Bullacher: Der von Verletzungen gebeutelte Handball-Drittligist SV 64 Zweibrücken verliert das Auswärtsspiel bei der HSG Friesenheim-Hochdorf II mit 25:29. Ex-Löwe Marc-Robin Eisel trifft zweistellig. Samstag Heimspiel gegen Leutershausen.

Die Rückkehr von Trainer Stefan Bullacher an seine alte Wirkungsstätte fiel herzlich aus. Der Trainer des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken schüttelte vor und nach der Begegnung bei der HSG Friesenheim-Hochdorf II viele Hände, wurde von den Verantwortlichen und Zuschauern freundlich in Empfang genommen. Doch fast jeder nette Plausch des 52-Jährigen, der von 2016 bis 2017 beim TV Hochdorf an der Seitenlinie stand, endete augenzwinkernd mit dem Satz „Vielen Dank für die netten Worte, aber ich hätte lieber gewonnen…“. 

Denn der von Verletzungen schwer gebeutelte SV 64 Zweibrücken verlor bei der Reserve des Bundesligisten Eulen Ludwigshafen auch das dritte Auswärtsspiel in Folge mit 25:29 und fiel in der Tabelle auf Rang neun zurück.

Trotz des Lobes, das der Gegner an sein ersatzgeschwächtes Team verteilte, war der Coach unzufrieden, weil seine Mannschaft, die nach den Misserfolgen der letzten beiden Spiele etwas verunsichert wirkte, zu viele einfache Fehler machte. Zwar blieben die 64er bis acht Minuten vor der Schluss-Sirene auf Schlagdistanz, scheiterten aber in den entscheidenden Situationen zu häufig am überragenden Roko Peribonio im Tor der Vorderpfälzer. Der ehemalige Bundesliga-Torwart war am Ende mit 16 Paraden der gefeierte Matchwinner.

Die mit fünf Spielern aus dem Landesligateam und der A-Jugend angetretenen 64er kamen nur schleppend ins Spiel. Die Hausherren stellten schon in den ersten zehn Minuten die Weichen auf Heimsieg. Zwar verteidigte die HSG nicht immer sattelfest. Doch die „Mauer“ Peribonio bügelte die Fehler seiner Vorderleute immer wieder aus. Er hatte bereits nach kurzer Zeit vier freie Würfe von Philipp Kockler (2), Tim Götz und Tom Ihl entschärft.

Auf der Gegenseite schlug es im Tor der Zweibrücker immer wieder ein. Die zwangsweise neu formierte Innenverteidigung der Löwen hatte Abstimmungsschwierigkeiten – und auch Torhüter Alexander Dörr stand Fortuna nicht zur Seite. Beim Zwischenstand von 2:6 aus SV-Sicht beantragte Bullacher schon früh die erste Auszeit (11.). Er beorderte Nils Wöschler nach fünfjähriger Abstinenz in der ersten Mannschaft auf das Spielfeld – und der fügte sich durch einen Doppelschlag auch gleich hervorragend ein. Acht Minuten später, beim Stand von 11:7, feierte dann Alexander Sema mit 33 Jahren sein Debüt in der 3. Liga. Er löste Dörr im Gehäuse der Gäste ab.

Ab diesem Zeitpunkt sahen die Zuschauer im Hochdorfer Sportzentrum ein Spiel auf Augenhöhe. Zwar kamen die Zweibrücker in der zweiten Halbzeit nach einem Treffer von Tim Götz auf 16:17 heran (40.). Doch in der Schlussphase scheiterten die Löwen zu oft an den eigenen Nerven – und dem weiter bravourös haltenden Peribonio im Friesenheim-Hochdorfer Tor. Und die Hintermannschaft der Zweibrücker hatte ihre liebe Mühe mit einem ehemaligen Mitspieler. Der 21-jährige Marc-Robin Eisel, der alle Jugendmannschaften der Löwen durchlief und im Sommer in die Vorderpfalz gewechselt war, trug sich zehn Mal in die Torschützenliste ein.

Als SV-Kreisläufer Kevin Knieps – mit sieben Tore bester Zweibrücker Schütze – acht Minuten vor dem Ende das 22:25 aus Sicht der 64er erzielte, keimte ein letztes Mal Hoffnung bei den Gästen auf. Doch in den Schlussminuten zog die HSG rasch auf 29:23 davon – die Partie war entschieden.

„Ich bin heute mit unserer Leistung zwar nicht zufrieden, aber ich bin weit davon entfernt, meinen Jungs Vorwürfe zu machen“, stellte Bullacher nach der Partie klar. „Wir haben aktuell eine schwierige Situation und die meistern wir zusammen. Wir können es besser und das wollen wir schon am kommenden Samstag zeigen“.

Dann empfangen die Löwen um 18 Uhr nach der drei Partien in der Fremde die SG Leutershausen wieder in der heimischen Westpfalzhalle. Durch das 2G-Modell können unbegrenzt Zuschauer in die Halle kommen. Vorbestellungen sowie Reservieren sind nicht mehr nötig.