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EGW-Golferinnen erneut Meister der 2. Bundesliga Mitte

2. Golf-Bundesliga : EGW-Golferinnen feiern Titelverteidigung

Nach Meisterschaft in der 2. Bundesliga Mitte folgt nun Aufstiegsrelegation. Auch vom falschen Live-Scoring nicht aus Ruhe bringen lassen.

Großer Jubel auf dem Hitscherhof: Die Damen des Ersten Golfclubs Westpfalz (EGW) sind erneut Meister in der 2. Bundesliga Mitte. Mit deutlichem Vorsprung gewannen sie ihr Heimspiel am Sonntag – und dürfen nun in zwei Wochen in München gegen den GC Fürth um den Aufstieg in die Bundesliga spielen.

Ein Birdie (ein Schlag unter Par) setzte den grandiosen Schlusspunkt unter den Finaltag. Inga Nahtz legte am letzten Loch mit einem weiten Abschlag vor, sodass ihre Vierer-Partnerin Marie Bartz mit einem weiteren Schlag den Ball zum Einlochen servierte. Das Spiel, und damit die Meisterschaft war da schon längst entschieden.

Die Damen des EGW führten die Tabelle schon vor dem letzten Spieltag klar an. Nach den Einzeln war der Vorsprung nochmal angewachsen. Da konnte sich Team-Captain Andrea Pfersdorf bei den Vierern entspannt zurücklehnen, obwohl sie feststellte, „die Mädels spielen heute nicht so locker wie in Neuhof. Vielleicht haben sie schon das ganze Drumherum im Kopf“.

Und schon zeigte das Livescoring den EGW nicht mehr als Spitzenreiter sondern den GC Mannheim-Viernheim. Da keimte wiederum beim GC Neuhof Hoffnung auf. „Bitte werdet Zweiter. Ihr seid doch sowieso Meister, aber wir steigen dann nicht ab“, sagte eine Neuhofer Spielerin zu Andrea Pfersdorf. Den Heimsieg wollten sich die EGW Golferinnen aber nicht mehr nehmen lassen.

„Das machen wir jetzt“, feuerte Marie Baertz ihre Partnerin Inga Nahtz auf dem Weg zur zehnten Bahn an. Das zeigten sie auf der Spielbahn 13 auf eindrucksvolle Weise. Auf der Homepage des Vereins wird die Bahn wie folgt beschrieben: Die 2019 in Betrieb genommene Spielbahn ist durch die herrlich gestalteten Wasserhindernisse, Bachläufe und Wasserfälle nicht nur eine Augenweide, sondern verlangt vom Spieler ein überlegtes Vorgehen. Das 54 Meter lange Grün grenzt links direkt an ein Wasserhindernis. Das überlegte Vorgehen ist beim Vierer noch wichtiger, da die Spielerin die Vorlieben ihrer Partnerin kennen muss. „Mit zu viel Länge verlieren wir. Der Schlag war genau richtig“, freute sich Inga Nahtz dann auch über die Vorlage von Marie Baertz. „Inga wollte den Ball 100 Meter vom Loch haben. Das ist die Länge, die sie gerne spielt. So 60 oder 70 Meter liegen ihr nicht so. Deswegen ist beim Vierer die Harmonie so wichtig“, erklärte Andrea Pfersdorf.

Ein ganz anderes Erlebnis hatte der Vierer Katja Müller mit Sophie Charlott Hempel auf der 13. Müller machte einen weiten Schlag. „Der war eigentlich gut. Durch das trockene Grün rollte er aber immer weiter und landete irgendwo in der Pampa“, erzählte sie. Nun war Sophie-Charlott Hempel gefragt. „Der Ball lag hinter einem Hügel. Das Wasserloch dahinter habe ich gar nicht gesehen. Es war ein blinder Schlag“, beschrieb sie die Situation. Mit einem Zauberschlag brachte sie den Ball aufs Grün. „Das war unser bester Bogey, den wir gespielt haben“, freute sich Müller. „Aber noch besser war unser Par an der 2“, ergänzte Hempel. Dort schlug Katja Müller den Ball ins Wasserloch. Und wieder glänzte ihre Vierer-Partnerin, die mit einem langen Schlag den Ball wieder in eine gute Position brachte. Da ließ sich Müller nicht zweimal bitten und lochte ein.

Was zu diesem Zeitpunkt keiner der Vierer wusste, das Livescoring zeigte für eine Weile falsche Zwischenstände an. Der EGW hatte die Position als Spitzenreiter nie aufgegeben. So war der zuletzt gestartete Vierer mit Inga Nahtz und Marie Baertz nur noch ein Schaulaufen mit dem Birdie auf der letzten Bahn als Sahnehäubchen.

Trotz aller Freude über die Meisterschaft gab es an dem Tag noch einen Wermutstropfen. Die Herren wurden am Doppelspieltag auf dem Hitscherhof nur Letzter und steigen nach einem Jahr wieder aus der Oberliga ab.