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TSC Zweibrücken gewinnt das Stadtderby im Verbandspokal gegen Niederauerbach

Fußball-Verbandspokal : TSC bezwingt tapfere Niederauerbacher

Fußball-Landesligist TSC Zweibrücken hat das Stadtderby in der ersten Runde des Fußball-Verbandspokals am Donnerstag gegen den SVN mit 4:1 gewonnen. Die Niederauerbacher um den ehemalige TSC-Spieler Joshua Penth, leisteten aber gerade zu Beginn erbitterte Gegenwehr.

Schon nach 15 Minuten war der Arbeitstag für Joshua Penth wieder beendet. „Muskelfaserriss – ich konnte keinen Sprint mehr anziehen“, erklärte der Neuzugang des Fußball-A-Ligisten SVN Zweibrücken. „Das ist zwar bitter. Trotzdem hat es richtig viel Bock gemacht“, schob der 25-Jährige lachend hinterher. Und meinte damit die Partie in der ersten Runde des Verbandspokals gegen seinen ehemaligen Verein, den Landesligisten TSC Zweibrücken.

Der gewann das Stadtderby im Pokal am Donnerstagabend am Ende mit 4:1 (3:1). Insbesondere in der Anfangsphase taten sich die Bubenhauser aber richtig schwer gegen die Niederauerbacher. Der Außenseiter lief den Favoriten vom Anpfiff weg früh an. „Die haben gepresst wie verrückt“, musste auch TSC-Mittelfeldmotor Dennis Hirt anerkennen. Und das tat der SVN erfolgreich. Nach einem Ballgewinn des A-Ligisten im Mittelfeld ging die Kugel links raus zu Aaron Feß. Der drang in den Strafraum ein und platzierte das Leder mit einem ganz feinen Füßchen neben dem linken Pfosten im Netz (7. Minute).

Und auch im Anschluss war der zwei Klassen tiefer kickende Verein auf dem Kunstrasenplatz an der Hofenfelsstraße beileibe nicht das schwächere Team. „Wir pennen“, rief der frustrierte TSC-Spieler Felix Stopp, während der SVN jede gelungene Aktion feierte. „Ganz stark“, lobte Niederauerbachs Torwart Robin Koch seinen Verteidiger Hassan Butt, der Max Decker auf Höhe der Grundlinie vom Ball trennte.

Doch nach rund 20 Minuten begannen sich die Kräfteverhältnisse auf dem Feld zu verschieben. „Wir sind ruhiger am Ball gewesen. Nicht mehr so hektisch. Und der Gegner ist dann nicht mehr jeden Weg gegangen, den er am Anfang noch gemacht hat“, analysierte Hirt. Und auch Penth, der da schon nicht mehr auf dem Rasen stand, bestätigte: „Der TSC hat den Ball erstmal in den eigenen Reihen laufen lassen, hat das Spiel beruhigt. Wir haben die richtigen Momente verpasst, um zu stören. Die Lücken wurden größer. Irgendwann sind wir nur noch hinterhergelaufen.“

Nach einer Ecke von Hirt verfehlte Stürmer Sebastian Meil das Tor der Niederauerbacher mit einem Kopfball noch knapp. Doch wenige Minuten später war es passiert. TSC-Stürmer Erik Bischof hielt im gegnerischen Strafraum den Ball, ein Kontakt mit dem Bein von Martin Schmitt. Bischof fiel. Elfmeter. Der Strafstoß war dann Sache von Hirt. Und der jagte das Leder humorlos flach rechts zum Ausgleich ins Netz (25.). Der Gegentreffer verunsicherte den SVN spürbar. Der TSC war vor rund 300 Zuschauern nun der Herr an der Hofenfelsstraße. Zehn Minuten später rollte der nächste gefährliche Angriff der Bubenhauser auf das Tor der Hausherren zu. Nach einem Solo von Bischof wurde der erste Schuss der Gäste noch geblockt. Doch das Leder fiel vor die Füße von Felix Stopp, der das Spielgerät aus acht Metern locker in den Kasten schob. Und es kam noch besser für den Landesligisten. Kurz vor der Pause wurde Max Decker von der Abwehr der Niederauerbacher rund 30 Meter vor dem Tor nicht richtig angegriffen. Decker marschierte einfach noch ein paar Meter weiter, zog ab – und der Ball schlug neben dem rechten Pfosten ein (45+1.). Kurz zuvor hatte der A-Ligist die Chance auf den Ausgleich verpasst. TSC-Torwart Max Cölsch rettete vor Artur Litzenberger. Beim Stand von 3:1 für den Landesligisten wurden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause begann der SVN zunächst wieder schwungvoll. Ein Schuss des eingewechselten Diego Enache war aber sichere Beute von Cölsch. Der TSC schaute sich die Angriffsbemühungen der Niederauerbacher zehn Minuten an – und schlug dann eiskalt zu. Decker spielte links raus zu Marc Daniel Arzt. SVN-Torwart Koch hechtete nach dessen Flanke, konnte den Ball aber nicht festhalten. Sebastian Meil sagte Danke und schraubte den Deckel auf die Partie (55.). Dafür verhinderte Koch kurz darauf gegen Dennis Hirt Gegentreffer Nummer fünf. Und in der 70. Minute hätte der A-Ligist dann noch einmal verkürzen müssen. Enache tunnelte rechtsaußen TSC-Verteidiger Tim Schadrin und brachte das Leder flach ins Zentrum. Doch Feß, der bei seinem Treffer in der Anfangsphase noch ganz viel Gefühl bewiesen hatte, brachte den Ball aus kürzester Distanz nicht im Tor unter. Auf der Gegenseite ließ auch der TSC noch zwei dicke Gelegenheiten liegen. Es blieb beim 4:1 für den Landesligisten, der damit in der zweiten Runde des Verbandspokals am Mittwoch, 10. August um 18 Uhr den Bezirksligisten FC Fehrbach am Wattweiler Berg empfängt.

 Gerade in der Anfangsphase setzte A-Ligist SVN Zweibrücken den Landesligisten TSC enorm unter Druck. Hier beharkt der Niederauerbacher Edgar Schmidt (rechts) TSC-Spieler Max Decker.
Gerade in der Anfangsphase setzte A-Ligist SVN Zweibrücken den Landesligisten TSC enorm unter Druck. Hier beharkt der Niederauerbacher Edgar Schmidt (rechts) TSC-Spieler Max Decker. Foto: Mirko Reuther

„Na klar ist es gut, mit einem Sieg im ersten Pflichtspiel in die Saison zu starten“, sagte Dennis Hirt – und bestätigte grinsend, dass ihm das Bier auf dem Stadtfest nun noch ein klein wenig besser schmecken wird. Auch am Donnerstag wollte sich der TSC-Regisseur dann noch ein Kaltgetränk genehmigen. Und zwar mit dem ehemaligen Mitspieler Joshua Penth. Der musste aber trotz Niederlage und Muskelfaserriss gar nicht getröstet werden. „Der TSC hat es am Ende absolut verdient. Ich mag den Verein sehr und ich gönne es ihnen“, sagte der 25-Jährige über den Club, für den er zwischen 2018 und 2021 die Schuhe schnürte, ehe er zu Borussia Neunkirchen gewechselt war. Und lieferte eine Erklärung, warum es ihn vom Saarlandligisten wieder zum SVN Zweibrücken verschlagen hat, für den er schon in der Jugend kickte. „Ich kann mir vorstellen, Theologie zu studieren und Pastor zu werden. Ich bin sonntags immer in der Kirche und werde dann keinen Fußball spielen. Das wissen auch meine Mitspieler beim SVN. Bei einem Verein wie Neunkirchen geht das nicht.“ Und wie ist sein Eindruck vom neuen Team? „Ich fühle mich super wohl und hätte vorher nicht gedacht, dass die Qualität der Mannschaft so hoch ist. Was Trainer Andi Hergert hier aufgebaut hat, ist beachtlich. Hier ist wirklich etwas zusammengewachsen und wächst weiter.“ Und warum es noch nicht für die Pokalüberraschung gereicht hat, werden Penth und Hirth hinterher sicherlich bei einem kühlen Bierchen ausdiskutiert haben.