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3. Fußball-Liga: Kaiserslautern muss zum Derby nach Mannheim

1. FC Kaiserslautern : Derby nutzen, um den Schalter umzulegen

Die Lage ist brenzlig und doch geht Marco Antwerpen guten Mutes in sein erstes Spiel als neuer Trainer des 1. FC Kaiserslautern. Zu seinem Debüt steht ausgerechnet das Südwestderby der 3. Fußball-Liga gegen Waldhof Mannheim an, wo der 49-Jährige den Lauf des Rivalen stoppen und gleich den ersten Dreier einfahren will.

Wichtige Spiele, schwierige Aufgaben, Wochen der Wahrheit – all diese hat der krisengebeutelte 1. FC Kaiserlautern in dieser Saison bereits zu Genüge erlebt. Meist ohne positiven Ausgang. Gleich ein harter Prüfstein erwartet nun auch Marco Antwerpen bei seinem Debüt als Trainer des Fußball-Drittligisten. Am Samstag (14 Uhr, SWR) geht es zum Südwest-Derby beim SV Waldhof Mannheim.

Hätte es sich der neue Trainer aussuchen können, hätte er sich allerdings genau dieses brisante Duell gegen den Rivalen zum Auftakt gewünscht. „Ich freue mich absolut. Das sind Spiele, die Fußball ausmachen. Das macht richtig Spaß. Warum soll das nicht der richtige Startpunkt sein, um den Schalter umzulegen?“, fragt der 49-Jährige.

Noch schöner wäre es „natürlich“ mit Fans im Rücken. „Wenn du so eine große Fanbase hast, wie der FCK, dann trifft dich die Situation derzeit natürlich am meisten.“ Die Anhänger, die die Mannschaft stärken und sie in den entscheidenden Situationen nach vorne peitschen fehlten ungemein. „Für uns ist das sehr bitter, im Liga-Endspurt die Fans nicht dabei haben zu können.“

Dennoch ist sich Marco Antwerpen sicher, dass die Mannschaft „mit den neuen Impulsen, die wir ihr geben können“, in der Lage ist, in Mannheim drei Punkte zu erzielen. Die die Roten Teufel – mit 21 Zählern als Tabellen-16. derzeit gerade so über dem Strich – auch dringend nötig hätten. Die dahinter liegenden Teams aus Unterhaching, Magdeburg und Duisburg trennt derzeit nur das schlechtere Torverhältnis von den Pfälzern, Schlusslicht VfB Lübeck ist auch nur einen Zähler zurück. Marco Antwerpen ist klar: „Wir sind in einem Bereich, in dem wir Spiele gewinnen müssen. Das ist das erste Kriterium, das wir erfüllen müssen“, um den drohenden Absturz in die Viertklassigkeit noch vermeiden zu können. Mit dem Druck des Punkten-Müssens wisse der FCK-Trainer umzugehen. „Man muss mentale Stärke an den Tag legen, um Spiele zu gewinnen“, betont er. Könne man das nicht, müsse man sich immer auch fragen, ob das der richtige Verein für einen ist. „Wenn du dich für den Verein Kaiserslautern entscheidest, dann musst du wissen, dass du hier immer unter Druck stehst.“

Wenn auch die Mannheimer auf das Derby mit dem 1. FC Kaiserslautern brennen, dürften sie mit dem Rückenwind aus sieben ungeschlagenen Spielen in Folge, mit deutlich weniger Last auf den Schultern in die Partie im Carl-Benz-Stadion gehen. Nach zuletzt drei Siegen in Folge liegt Waldhof mit 33 Zählern auf dem siebten Tabellenplatz. Und doch weist Mannheim-Kapitän Marcel Seegert im Gespräch mit dem Onlineportal Mannheim24 die Favoritenrolle von sich: „Wir wissen alle, dass der FCK das Dreifache von unserem Etat für Spieler ausgegeben hat, von daher sind wir meiner Meinung nach nicht Favorit.“

Fernab davon, die Favoritenrolle einzunehmen, sind allerdings auch die Lauterer, die mit so großen Ambitionen in die Runde gestartet waren – 22 Spiele sowie zwei Trainer später jedoch Lichtjahre davon entfernt sind. Doch Marco Antwerpen wirbt darum, den Glauben an den FCK nicht zu verlieren. „Denn die Qualität in der Mannschaft ist da.“ Der FCK habe im Offensivbereich viele Möglichkeiten erarbeitet, diese aber einfach nicht verwertet. „Das gute Zeichen ist: Man hat Torchancen.“ In den ersten Einheiten, in denen der 49-Jährige „fokussierte und konzentrierte“ Spieler erlebt habe, gehe es für den 49-Jährigen nun darum, das Selbstbewusstsein zu stärken, um die Chancen auch zu nutzen und in Tore umzumünzen. „Ich glaube, wir haben die Spieler dafür“, sieht Antwerpen die vor dem gegnerischen Gehäuse häufig so harmlose Lauterer Offensive keinesfalls als zu schwach besetzt an. Marvin Pourié, Elias Huth, Daniel Hanslik, Marius Kleinsorge, Kenny Redondo, sie alle hätten bereits gezeigt, dass sie offensiv gefährlich sein können. „Wir haben Tempospieler im Kader, wir müssen die halt auch auf den Platz bringen.“ Wie torgefährlich eine Mannschaft ist, habe zudem immer etwas mit der Ausrichtung zu tun. „In einer eher defensiveren Ausrichtung sind die Wege zum Tor weiter, und du musst lange Umschaltsituationen für dich nutzen. Versuchst du den Gegner auch mal früher anzulaufen, dann werden die Wege zum Tor natürlich auch kürzer. Da werden wir einen guten Mix finden müssen, um Situationen zu kreieren, die zu Chancen und Toren führen.“

Dazu beitragen soll am Samstag auch der neu ernannte FCK-Kapitän Jean Zimmer, der nach seiner Erkältung am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen ist. Genauso wie Kevin Kraus nach seinen Knieproblemen. „Momentan sieht es so aus, dass beide spielen können“, erklärt der FCK-Coach. Grundsätzlich fit seien auch die beiden letzten Neuzugänge für die Defensive, Marvin Senger und Felix Götze. „Es sind beide sehr talentierte Spieler, die jetzt bei uns Spielpraxis brauchen. Sie sind sehr entwicklungsfähig und wir sind fest davon überzeugt, dass sie uns verstärken werden.“ Wie schnell die Integration in die Mannschaft funktioniert, ist allerdings offen.

„Wir wünschen uns alle, das hier in eine erfolgreiche Bahn zu lenken“, betont Marco Antwerpen. Vielleicht schon mit einem Dreier am Samstag beim großen Südwest-Rivalen SV Waldhof Mannheim, gegen den es in allen drei bisherigen Drittliga-Begegnungen immer unentschieden hieß. Doch von einem Remis wollen die Lauterer nach bislang zwölf Punkteteilungen in dieser Saison sicher nichts mehr hören. Um aus dem Tabellenkeller rauszukommen, helfen nur noch Siege.