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1. FC Kaiserslautern empfängt Wehen Wiesbaden

3. Fußball-Liga : FCK will „aus Unentschieden Siege machen“

Zum Abschluss der englischen Woche empfängt der vom Abstieg bedrohte Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern am Samstag den SV Wehen. Gelingt den Roten Teufeln dann nicht der erste Sieg im neuen Jahr, dürfte es am Betzenberg richtig ungemütlich werden.

Ob sich die Stimmung beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch nachhaltig aufgehellt hat, ist nicht überliefert. Weil aber an jenem Abend das Spiel der Ligakonkurrenten aus Lübeck und Unterhaching mit einem 1:0 für die Norddeutschen endete, schob sich der FCK ohne eigenes Zutun wegen des nun besseren Torverhältnisses vor Unterhaching. Und darf zumindest von sich behaupten, vor dem Heimspiel am Samstag um 14 Uhr gegen den SV Wehen Wiesbaden keinen Abstiegsplatz mehr zu belegen. Weniger prekär wird die Situation im Tabellenkeller für die Pfälzer dadurch freilich nicht. Selbst Schlusslicht Duisburg liegt mit drei Zählern Rückstand auf die Roten Teufel in Schlagdistanz.

Um sich aus den Niederungen der Tabelle zu befreien, bräuchte Kaiserslautern naturgemäß Siege, landet diese aber viel zu selten. Nur einmal in den letzten neun Partien gingen die Pfälzer als Gewinner vom Platz. Der Schuh drückt vor allem in der Offensive. 20 Tore in 21 Spielen sind viel zu wenig. Selbst der Tabellenletzte Duisburg hat öfter getroffen (24).

Ob Anas Ouahim dem lahmenden Offensivspiel der Pfälzer neue Wucht verleihen kann? Der 23-Jährige wurde jedenfalls bis Saisonende vom Vorletzten der 2. Liga, dem SV Sandhausen, ausgeliehen. Der FCK besitzt zudem eine Kaufoption. Für Sandhausen hat der Marokkaner in dieser Saison in elf Partien noch nicht getroffen, auch kein Tor vorbereitet. FCK-Trainer Jeff Saibene ist dennoch überzeugt: „Auf dem Trainingsplatz stehe ich heute das erste Mal mit ihm. Aber ich habe viele Spiele gesehen. Er ist ein quirliger Techniker, der uns unberechenbarer macht. Er kann offensive Akzente setzen, auch mal einen Gegner ausdribbeln“, sagte der Luxemburger am Freitag. Ob Ouahim gegen Wiesbaden schon spielen darf, ist noch offen. Die Spielberechtigung des Neuzugangs ist noch nicht eingetroffen.

Den umgekehrten Weg aus Kaiserslautern nach Sandhausen geht dagegen Janik Bachmann, der unter Saibene in der FCK-Verteidigung meist gesetzt war. „Er ist letzte Woche an uns herangetreten und hat uns mitgeteilt, dass er den Verein verlassen will. Ich habe ihm zuerst gesagt, dass das für mich kein Thema ist. Aber sein Wunsch zu wechseln war sehr groß – dann muss man den Spieler ziehen lassen“, berichtet Saibene. Dass sein Team in der Innenverteidigung nun ein Problem bekommen könnte, glaubt er nicht. Neben Kevin Kraus, Carlo Sickinger und Alexander Winkler könne auch der gelernte Mittelfeldspieler Tim Rieder diese Position bekleiden. „Vier Optionen für zwei Plätze sind genug“, findet Saibene, der weitere Zugänge bis zum Ende der Transferperiode am Montag nicht ausschließt, „wenn es wirtschaftlich und sportlich passt.“ Denn auch Mittelfeldspieler Mohamed Morabet (22) steht nicht mehr zur Verfügung. Er wird an Regionalligist VfR Aalen ausgeliehen.

Auch abseits des Rasens gibt es beim FCK Veränderungen. Ex-Profi Roger Lutz hört nach zehn Jahren als Teammanager des 1. FC Kaiserslautern auf. Er hat seine Aufgabenbereiche an Florian Dick und Fabian Schönheim übergeben. Der 56-Jährige hatte mit dem FCK 1991 und 1998 die deutschen Meisterschaften sowie zweimal den DFB-Pokal (1990 und 1996) gewonnen. Nach seinem Karriere-Ende war er von 2002 bis 2004 Aufsichtsratsmitglied, von 2007 an Co-Trainer und seit 2011 Teammanager. „Roger Lutz hat als Spieler und Funktionär den 1. FC Kaiserslautern in mehr als 30 Jahren wie kaum ein anderer verkörpert“, sagte FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.

Das Hinspiel zwischen Kaiserslautern und dem kommenden Gegner Wehen Wiesbaden endete vergangenen Oktober 2:2. Für Saibene war es die erste Partie als FCK-Trainer, nachdem der Verein Boris Schommers entlassen hatte. Damals rettete Lauterns Hikmet Ciftci den Pfälzern mit einem Treffer in der Nachspielzeit einen Punkt. Darauf kann der FCK am Samstag aber nicht bauen. Ciftci holte sich am Dienstag im Spiel gegen Türkgücü München (0:0) seine fünfte gelbe Karte ab und ist gesperrt.

Die Chancen, dass auch das Rückspiel zwischen den beiden Mannschaften zum Ende der englischen Woche mit einer Punkteteilung endet, stehen zumindest auf dem Papier nicht schlecht. Wehen trennte sich in den letzten vier Ligaspielen in Folge Remis – und die Roten Teufel sind ohnehin die unangefochtenen Unentschieden-Könige der Liga (12).

Dass die steten Punkteteilungen langfristig nicht taugen, um aus dem Tabellenkeller zu klettern, weiß auch Saibene. „Es macht mir weiter großen Spaß, mit den Spielern zu arbeiten. Und ich habe das Gefühl, dass alle an einem Strang ziehen. Aber ja, die vielen Unentschieden sind eine Belastung. Es wird Zeit, dass wir daraus Siege machen.“ Seine Spielidee über den Haufen werfen, will der Luxemburger aber nicht. „Es wäre schlimm, wenn wir uns keine Chancen herausspielen würden. Aber wir haben sie ja – machen sie nur nicht rein. Wir müssen effektiver werden – aber die Basis bleibt das Verteidigen.“