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Basketballer der VT Zweibrücken hoffen auf ein paar Spiele im Frühjahr

Basketball-Landesliga : Das große Hoffen auf ein kleines Ziel vor Augen

Seit knapp einem Jahr haben die Basketballer der VT Zweibrücken kein Spiel mehr bestritten. Wie mit der noch nicht begonnenen Runde 2020/21 verfahren wird, ist offen. Der rheinland-pfälzische Verband erkundet derzeit mittels einer Umfrage das Stimmungsbild in den Vereinen.

Das Warten und die Ungewissheit dauern an. Aber auch die Hoffnung auf wenigstens ein paar Begegnungen unter Wettkampfbedingungen in der Saison 2020/21. Seit elf Monaten haben die Basketballer der VT Zweibrücken kein Spiel mehr in der Landesliga Rheinhessen/Pfalz bestritten. Die neue Runde – deren Start eigentlich für September, dann November, zuletzt für Mitte Januar vorgesehen war – hat noch überhaupt nicht begonnen. Während andere Hallensportarten ihre Spielzeit mangels Planungssicherheit bereits abgebrochen haben, holt der Basketballverband Rheinland-Pfalz (BVRP) derzeit ein Stimmungsbild ein. Der BVRP hat die Vereine der Ober- und Landesliga angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten, wie sie einer möglichen Aufnahme der Saison 2020/21 grundsätzlich gegenüberstehen. Geplant wäre, diese – im Modus der ohnehin bereits beschlossenen einfachen Runde ohne Absteiger – zwischen Mai und Juli auszutragen.

„Es sind Versuche, irgendwie in die Zukunft zu blicken“, sagt VTZ-Trainer Denis Rendgen. Einfach, um nicht vollkommen unvorbereitet dazustehen, um einen Plan A oder B in der Hinterhand zu haben, „falls es doch irgendwann, irgendwie weitergeht“. Seine Mannschaft jedenfalls sei offen dafür, auch noch ab Mai an einer verkürzten Runde teilzunehmen. „Die meisten unserer Spieler würden bis Juni, Juli spielen, wenn es wirklich klappt“, erklärt Rendgen. Und selbst wenn die VTZ doch Probleme bekäme, ein Team aufzustellen, „würde uns nichts passieren“. Absteiger und auch Bestrafungen für eine Nichtteilnahme fallen weg. Alle Teams dürften auch in der Folgesaison wieder in der Landesliga auflaufen. Wenn der sportliche Reiz dadurch auch etwas verloren gehe, wäre Rendgen doch froh, nach über einem Jahr endlich mal wieder Spiele bestreiten zu können.

Doch abgesehen von der Bereitschaft dazu, an einer verkürzten und verspäteten Runde teilzunehmen, seien die VTZ-Basketballer auch hallenabhängig. „Das Wollen ist das eine, das Können eine ganz andere Frage“, ist sich Rendgen sicher, dass es anderen Vereinen in dieser Hinsicht ähnlich gehen wird.

Zudem müsse den Teams, bei aller Hoffnung aufs Feld zurückkehren und sich wieder mit Gegnern messen zu können, auch ausreichend Vorbereitungszeit eingeräumt werden. „Wir können nicht sagen, der Lockdown ist vorbei, am Sonntag machen wir unser erstes Spiel – das geht nicht“, betont der VTZ-Trainer. Seine Mannschaft müsse erst mal wieder auf ein gewisses Fitnesslevel kommen. „Da ist es mit ein bisschen joggen im Wald nicht getan.“ Die meisten Spieler müssten wieder die basketballspezifischen Bewegungen reinbekommen, sich wieder an den Hallenboden gewöhnen. „Wir haben dann über ein Jahr keinen Wettkampfsport gemacht“, gibt Rendgen zu bedenken. „Würden wir direkt wieder bei 100 Prozent anfangen, ohne ein Herantasten, dann wären Bänder- und Kreuzbandrisse vorprogrammiert.“ Daher müsste den Vereinen zunächst ermöglicht werden, in einen geregelten Trainingsbetrieb zurückzukehren. Auch mit ein oder zwei Wochen sei es da nicht getan. „Als Minimum sehe ich drei Wochen, obwohl es unter einem Monat schon kriminell wäre.“

Rendgen schätzt, dass eine Saison unter den gegebenen Voraussetzungen eher einer kleinen Hobbyrunde ähneln wird. Dem Spielertrainer falle es, so ohne Ziel vor Augen, selbst auch schwer, sich zuhause alleine fit zu halten. „Wenn ich nun wüsste, im Mai geht die Runde los und wir könnten womöglich ab April wieder in die Halle, dann würde der ein oder andere vielleicht jetzt schon wieder Gas geben.“ Aber dieses Ziel vor Augen fehlt. Noch. Mit der möglichen Aufnahme der verkürzten Runde im Mai könnte solch ein kleiner Hoffnungsschimmer immerhin demnächst wieder vorhanden sein. Bis 5. Februar sollen sich die Landesligaclubs beim BVRP zurückmelden. Erst danach können die Verantwortlichen grob planen, wie es weitergehen könnte. „Wenn von zehn Vereinen sechs nicht wollen, sagt der Verband natürlich auch, dass wir dann keine Runde zu spielen brauchen“, erklärt der Zweibrücker. Und sollte der Lockdown andauern, sollte im April kein Training in der Halle und im Mai keine Aufnahme des Spielbetriebs möglich sein, „dann wird das nix“, hält sich Rendgens Optimismus in Grenzen.

Vollkommen offen ist, wie – oder ob – es mit der aktuellen Runde auf Bezirksebene weitergeht. Die VTZ hatte neben dem zweiten Herrenteam in der A-Klasse erstmals auch wieder drei Nachwuchsmannschaften (U12, U14 und U20) gemeldet. „Das ist echt schwierig“, sagt Rendgen mit Blick auf die vor der Pandemie so gut angelaufene Jugendarbeit.

Um den Nachwuchs bei der Stange zu halten, bietet die VTZ zwei, drei Mal wöchentlich Online-Trainingseinheiten an. „Kamel Midani macht da echt viel, auch mit basketballspezifischen Elementen“, erklärt Rendgen. Die Jugendlichen seien gerade in einem Alter, in dem grundlegende Elemente der sportlichen Entwicklung verinnerlicht werden. „Nun sitzen die über ein Jahr lang auf dem Trockenen“, bedauert der VTZ-Coach. So froh dieser über das Angebot für den Nachwuchs ist, sieht er solche Online-Einheiten im Wohnzimmer für ein Erstmannschaftstraining eher nicht als Option.

„Ich weiß nicht, wie andere Vereine durch diese Zeit kommen. Aber es ist echt schwierig, das alles zusammenzuhalten“, schätzt Rendgen, dass die „verbrannte Erde“, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Vereinsleben, den Nachwuchs und den Amateursport insgesamt erst mit etwas Abstand sichtbar werden. „Der große Schaden wird sich in den nächsten Jahren zeigen.“ Wie es mit der aktuellen Spielzeit weitergeht, dürfte nun immerhin in den kommenden Wochen klarer werden. Bis dahin bleibt den VTZ-Basketballern, aber nichts anderes übrig, als abzuwarten und auf eine zumindest kleine Runde ab Mai zu hoffen.