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FC Homburg unter Druck. Jetzt gegen formstarken FC Gießen

Fußball-Regionalliga Südwest : FCH will „unnötige“ Gegentreffer abstellen

Ein Sieg ist für Fußball-Regionalligist FC Homburg am Samstag gegen Gießen fast schon Pflicht. Trainer Mink verliert an Kredit bei den Fans.

Der FC Homburg tritt zur Zeit in der Regionalliga Südwest tabellarisch auf der Stelle. Nur acht Punkte holte das Team von Trainer Matthias Mink aus den letzten acht Partien. Der Weg in die Spitze ist mit neun Punkten Rückstand auf den Tabellenersten TSV Steinbach in weite Ferne gerückt. Stattdessen scheint Platz acht fest zementiert zu sein. Zu wenig für die Ansprüche, die der saarländische Traditionsverein sich selbst stellt. Vor dem Heimspiel am Samstag gegen den FC Gießen ist die Stimmung bei den Fans im Keller.

FCH-Trainer Matthias Mink ist zuletzt immer mehr in die Kritik geraten: In sozialen Medien wird ihm falsche Personalpolitik vorgeworfen. Zum Teil forderten Fans seine Entlassung. Die letzten Wochen mit einigen schwachen Spielen und zu vielen Punktverlusten ließen die Kritik am Übungsleiter, der erst im Juli letzten Jahres das Amt beim FC Homburg angetreten hatte, immer weiter anwachsen. Mink, der noch einen Vertrag bis 2022 besitzt, genießt jedoch Rückendeckung beim Vorstand. Eric Gouverneur, der erste Vorsitzende, erklärte erst am Dienstag: „Minks Position steht überhaupt nicht in Frage. Er hat vollstes Vertrauen vom Verein.“

Und wie sieht Mink selbst die Diskussion? „Das braucht mich überhaupt nicht zu interessieren.“ Der 53-Jährige verfolge die Kritik in den sozialen Medien über seine Person überhaupt nicht. „Ich habe genügend Arbeit, um die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurück zu führen.“ Zur Zeit gebe es schon viele Baustellen in und um das Team, die es in der täglichen Arbeit zu beseitigen gilt.

Am Mittwoch bei der 1:2-Niederlage gegen den TSV Steinbach vermisste Mink Verbissenheit und Leidenschaft bei seinem Team. Im Spiel nach vorne fehlte die Durchschlagskraft und in der Defensive ist der FCH seit Wochen nicht in der Lage Angriffe des Gegners sauber zu verteidigen. Bestes Beispiel sind die verspielten Führungen aus dem Duell mit dem SSV Ulm (4:4).

Auch gegen Steinbach führten nur wenige Situationen des Gegners direkt zu Gegentoren. Dem TSV reichte ein Torschuss und ein Freistoß zum vorentscheidenden 2:0. „Es ist keinesfalls so, dass der Gegner uns unter Druck setzt und sich dadurch entscheidende Vorteile erspielt“, analysiert Mink. Trainer und Spieler müssen sich schon hinterfragen, weshalb man stetig Punkte gegen keinesfalls überlegene Teams, wie am Mittwoch, abgibt.

Nun kommt mit dem FC Gießen nach zahlreichen Spitzenspielen mal ein Team aus der unteren Tabellenhälfte ins Waldstadion. Doch die Hessen sind formstark: Seit sieben Spielen ist Gießen ungeschlagen. Von Platz 20 ging es in den letzten Wochen hoch auf Platz 13. „Der FC Gießen ist dank seiner Winterneuzugänge die Mannschaft der Stunde in der Regionalliga Südwest“, warnt Trainer Mink daher seine Mannschaft.

„Wir müssen endlich in die richtige Spur zurückkehren“, gibt sich Sommerneuzugang Phillipp Schuck kämpferisch. Der 21-Jährige ärgerte sich noch Tage später über die „unnötigen Tore“ am Mittwoch. „Völlig aus dem Nichts ging Steinbach in Führung. Das darf uns einfach nicht passieren“, so der Linksaußen. „Wenn wir in dieser Saison noch etwas erreichen wollen, wird es höchste Zeit für den nächsten Sieg“, sagt Schuck. Dazu müsse man unbedingt die „harte Nuss“ Gießen bezwingen.

In der Startformation der Grün-Weißen wird es wohl Veränderungen geben: Der zuletzt gelb gesperrte Philipp Hoffmann kehrt zurück. Seine anfällige Viererabwehrkette wird Mink wohl abermals verändern, auch weil Außenverteidiger Tim Stegerer über muskuläre Probleme klagte und beim Training am Donnerstag ebenso fehlte, wie die Innenverteidiger Ivan Sachanenko und Maurice Springfeld. Denkbar wäre, dass Neuzugang Jonas Scholz, der gegen Steinbach links verteidigte, die Innenverteidigung mit Stefano Maier bildet. Die Außenpositionen dürften dann wieder Luca Plattenhardt und Philipp Schuck, die am Mittwoch pausierten, einnehmen.

Ausfallen wird am Wochenende das Topspiel in der Regionalliga Südwest zwischen dem Tabellenzweiten FSV Frankfurt und dem SC Freiburg II: Wie am Donnerstagabend bekannt wurde, hat es bei den Frankfurtern mehrere Corona-Fälle gegeben. Ein Großteil des Kaders musste daraufhin in Quarantäne.