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FC Homburg spielt trotz dreimaliger Führung nur 4:4 gegen den SSV Ulm

Fußball Regionalliga-Südwest : FC Homburg verspielt gleich drei Führungen

Vier eigene Tore genügten Fußball Regionalligist FC Homburg nicht, um den SSV Ulm in einem wahren Spektakel zu besiegen. Das 4:4 ist das fünfte Unentschieden in den letzten sieben Spielen. Innenverteidiger Maurice Springfeld wird zum Unglücksraben.

In ein wahres Wechselbad der Gefühle wurden Spieler, Trainer und Fans beim Regionalligaspiel am Samstag in der Partie im Waldstadion zwischen dem FC Homburg und dem SSV Ulm versetzt. Trotz dreimaliger Führung: (2:0, 3:2 und 4:3) reichte es für den FCH am Ende nur zu einem 4:4. Ein wahres Spektakel – doch zu wenig für den Tabellenachten, um den Anschluss an die Spitzenplätze nicht zu verlieren. Nur einen Sieg holte das Team von Trainer Matthias Mink aus den letzten sieben Spielen, aus denen die Grün-Weißen bei einer Niederlage nun fünfmal Unentschieden spielten.

FCH-Trainer Matthias Mink resümierte nach den turbulenten 90 Minuten am Samstag im Homburger Walstadion, dass er zwar in vielen Dingen zufrieden mit seiner Mannschaft gewesen sei, in einigen Dingen jedoch überhaupt nicht.

Knackpunkt im Spiel war für den Trainer die Phase nach dem 2:0. Der FCH war in der ersten Halbzeit nach einem Treffer von Patrick Dulleck in Führung gegangen (33.). Nach Vorarbeit von Philipp Hoffmann versenkte der 30-Jährige aus 15 Metern trocken – sein sechstes Saisontor.

Nach dem Seitenwechsel legte Sturmkollege Damjan Marceta (46.) nach: Nicht einmal eine Minute war gepielt, als ein 20 Meter Knaller von Außenverteidiger Philipp Schuck an den Pfosten krachte und Marceta den Abpraller zum 2:0 versenkte. Die Grün-Weißen sahen sich schon auf der Siegerstraße.

Viermal durften die Spieler des FC Homburg am Samstag gegen den SSV Ulm nach Torerfolgen jubeln, wie hier nach dem 1:0 durch Patrick Dulleck. Am Ende musste man sich jedoch mit einem 4:4 zufrieden geben. Foto: Markus Hagen

„Bis zum ersten Gegentor hatte der SSV Ulm nicht eine einzige echte Torchance. In so kurzer Zeit diesen Vorsprung verspielen, darf einfach nicht passieren“, spricht Mink die individuellen Fehler an, die im Anschluss passierten.

Nur drei Minuten nach dem 2:0 für den FCH vertändelte Innenverteidiger Maurice Springfeld gegen den Ulmer Lennart Stoll den Ball. Burak Coan (49.) traf zum 2:1. Widerum nur drei Minuten später glich Tobias Rühle, nachdem er Springfeld alt aussehen ließ, zum 2:2 aus.

Homburgs Mart Ristl  im Zweikampf mit dem Ulmer Albano Gashi. Der Mittelfeldspieler kehrte nach einer Gelbsperre in die Startelf zurück und erzielte das zwischenzeitliche 3:2 für die Grün-Weißen. Foto: Martin Wittenmeier

 Mink, der wie erwartet gegenüber dem letzten Heimspiel gegen die TSG Balingen nur auf einer Position wechselte und den zuletzt gelb gesperrte Mart Ristl für Marco Hingerl brachte, haderte auch mit der Chancenauswertung im ersten Durchgang. 30 Minuten passierte im strömenden Regen auf dem Rasen zwar zunächst kaum etwas erwähnenswertes. Dann legte der FCH von der Führung beflügelt jedoch einen Zahn zu. Ulm hatte Glück, dass Albano Gashi einen Schuss von Ristl für den bereits geschlagenen SSV-Keeper Maximilian Reule noch vor der Torlinie klären konnte. Reule verhinderte auch mit einer Glanztat (42.) gegen Philipp Hoffmann eine höhere Pausenführung. „Wir hätten da schon mit zwei oder sogar drei Toren führen müssen“, sagt Trainer Mink.

Nach dem plötzlichen 2:2-Ausgleich in der zweiten Halbzeit bewies der FCH jedoch Moral und ging erneut nach Toren in Front: Nach einem Eckball von Jannik Sommer war Mart Ristl (55.) zum 3:2 zur Stelle. Doch erneut patzte Abwehrmann Springfeld kurz darauf folgenschwer: Gegen Ulms Torjäger Rühle war er erneut zu spät und der versenkte abgeklärt zum 3:3 (57.).

Mink wechselte unmittelbar nach dem erneuten Nackenschlag – brachte statt eines Stabilisators in der Abwehr jedoch neue Kräfte für die Offensive. Daraufhin hatten die Gäste – in der Tabelle drei Plätze vor dem FCH – die große Chance in einem verrückten Spiel erstmals selbst in Führung zu gehen: FCH-Torhüter David Salfeld (64.) verhinderte gegen Coban das 3:4. Die erneute Führung erzielt stattdessen wieder der FC Homburg durch Loris Weiss. Der Joker nahm den Ball aus 20 Metern direkt und traf zum 4:3 (74.).

Wer glaubte der FCH würde die dritte Führung in der Partie schließlich übers Ziel bringen der hatte seine Rechnung ohne die fehleranfällige Abwehr gemacht. Maurice Springfeld, der Rühle einfach nicht in den Griff bekam, foulte den SSV-Angreifer im Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Ulmer Mannschaftskapitän Johannes Reichert sicher zum 4:4-Endstand (79.). Wieder währte die Grün-Weiße Führung nur wenige Minuten.

 „Das Spiel wurde zur Kopfsache, wenn man in so kurzer Zeit einen 2:0-Vorsprung und dann nach dem 3:2 und 4:3 gleich wieder den Ausgleich kassiert“, ärgerte sich nicht nur Torschütze Mart Ristl nach dem Abpfiff. Positiv sei gewesen, dass man immer wieder zurück ins Spiel gefunden habe. Doch die Flut von Fehlern bei den Gegentoren, so Ristl, sei nicht nachvollziehbar. So sah es auch Philipp Schuck: „Wir haben den Sieg verschenkt und die Ulmer zum Toreschießen eingeladen.“

Bereits am Mittwoch geht es für den FC Homburg beim Tabellendritten TSV Steinbach Haiger weiter. Der Unglücksrabe vom Samstag, Maurice Springfeld, ist nach seiner fünften gelben Karte, die er für seinen verursachten Strrafstoß sah, dann genauso gesperrt, wie Topscorer Philipp Hoffmann.