Fußball-Regionalliga Südwest : In „entscheidenden Szenen geschlafen“

Der FC Homburg unterliegt beim neuen Spitzenreiter TSV Steinbach Haiger mit 1:2.

Der FC Homburg findet einfach nicht in die Erfolgsspur zurück. Durch die 1:2-Auswärtsniederlage in der Nachholpartie der Fußball-Regionalliga Südwest am Mittwochnachmittag beim TSV Steinbach Haiger stecken die Grün-Weißen weiter auf Rang acht fest. Die Steinbacher, die durch den Sieg an die Tabellenspitze gesprungen sind, sind dem FCH nun auf neun Punkte enteilt. Homburgs Trainer Matthias Mink war nach den von beiden Mannschaften schwach geführten 90 Minuten bedient: „Es fehlten besonders in der ersten Halbzeit Leidenschaft, Einsatz und Verbissenheit, um hier was zu holen.“

Mink hatte gegenüber dem 4:4 im Heimspiel gegen Ulm seine Mannschaft auf mehreren Positionen verändert. In der Viererabwehrkette durfte für den gelbgesperrten Maurice Springfeld nun Ivan Sachanenko ran. Auf der linken Außenverteidiger-Position gab der vom 1. FC Kaiserslautern verpflichtete Jonas Scholz sein Debüt. Auch der langjährige Mannschaftskaptiän Tim Stegerer war mal wieder dabei. Im Mittelfeld ersetzte Loris Weiss den ebenfalls gelbgesperrten Philipp Hoffmann. Stürmer Patrick Dulleck saß auf der Bank, dafür durfte Marcel Carl auflaufen.

Doch all diese Änderungen brachten auch keinen neuen Schwung. Im Gegenteil: Schon beim ersten Angriff des TSV Steinbach war die FCH-Defensive überfordert: Sascha Marquet zog aus 16 Metern freistehend ab: Der erste Torschuss der Partie flog zum 1:0 unhaltbar für Schlussmann David Salfeld ins Netz. Der FC Homburg hatte fortan zwar mehr Ballbesitz, doch nach vorne lief nichts zusammen. „Was nutzt es, wenn wir mehr Bälle haben, aber in den entscheidenden Szenen schlafen“, ärgerte sich Mink. Auch Steinbach tat sich trotz der frühen Führung auf dem Kunstrasen in Herborn schwer. „Wie kann es sein, dass der Gegner uns überhaupt nicht beherrscht, uns kaum unter Druck setzt und dennoch mit 2:0 in Führung geht?“, ereiferte sich der FCH-Coach. Ohne weitere nennenswerte Torchance erhöhte der neue Spitzenreiter. Nach einem Freistoß von Serhat Ilhan stand erneut Sascha Marquet im Homburger Strafraum frei. Aus drei Metern hatte er nach 30 Minuten keine Mühe, Salfeld zum zweiten Mal zu überwinden.

Ideenlos agierten die Gäste in der Offensive. Ein harmloser 25-Meter-Kullerball auf den überhaupt nicht beschäftigten Steinbacher Torhüter Raphael Koczor und drei Distanzschüsse, die jeweils fünf Meter über den Kasten gingen, war die einzige Chancenausbeute.

Kurz nach Wiederbeginn der zweiten Halbzeit, Mink brachte für den farblosen Marcel Carl nun den Ex-Steinbacher Patrick Dulleck, hätte der TSV durch Ilhan fast mit dem dritten Schuss auf 3:0 (46.) erhöht. Chance Nummer vier des Gastgebers (47.) knallte Marquet aus 18 Metern an die Latte. Es dauerte sage und schreibe bis zur 69. Minute, ehe der FC Homburg durch Damjan Marceta die erste echte Möglichkeit hatte. Endlich wachten die Homburger auf, trafen durch Loris Weiss (78.) die Latte und hofften wieder. Nachdem Sasa Strujic FCH-Stürmer Jannik Sommer am Trikot zog, entschied Schiedsrichterin Sonja Reßler auf Foulelfmeter. Daniel Di Gregorio (84.) verwandelte zum 1:2-Anschlußtreffer. Der FC Homburg drängte noch auf den Ausgleich, den dann Marceta (96.) und Dulleck (97.) in der Nachspielzeit sogar auf dem Fuß hatten. Doch die Grün-Weißen waren viel zu spät aufgewacht. „Aus dem Nichts gingen die Steinbacher mit 2:0 in Führung. Immer das gleiche. Erst in der zweiten Halbzeit fanden wir besser ins Spiel“, ärgerte sich Außenverteidiger Tim Stegerer.

Homburgs Trainer Matthias Mink, vom Umfeld des Vereins mittlerweile angezählt, wirkte ratlos. „Der Gegner hat uns nicht beherrscht. Wir waren ja nicht total chancenlos“, betonte er. Doch Zählbares blieb aus. Nur acht Punkte sammelte das Mink-Team aus den letzten acht Partien. „Klar fehlen da viele Punkte“, gibt der Coach zu, der hofft, es schon am Samstag zuhause gegen den FC Gießen besser zu machen.