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Lärmaktionsplan für Völklingen
Völklingens Straßen sollen leiser werden

Seit Jahrzehnten mit extremer Verkehrslast: die Ludweilerstraße in Geislautern.
Seit Jahrzehnten mit extremer Verkehrslast: die Ludweilerstraße in Geislautern. FOTO: BECKER&BREDEL / bub
Völklingen. Die Europäische Union gab den Anstoß, nun erarbeiten Kommunen Lärmaktionspläne. Das ist jetzt Thema im Völklinger Stadtrat. Von Doris Döpke

Premiere für Christiane Blatt (SPD): Am Donnerstag wird sie erstmals als amtierende Völklinger Oberbürgermeisterin eine Sitzung des Stadtrats leiten – die letzte vor den Sommerferien.


Im Blickpunkt steht dabei die „Lärmaktionsplanung Stufe III“. Zwar liegt die zweite Stufe erst ein halbes Jahr zurück – im Dezember 2017 hatte der Rat den entsprechenden Entwurf einstimmig beschlossen –, doch ist seither landesweit neu gemessen worden, wie viel Krach die Anwohner von Straßen jeweils ertragen müssen. Und was sich geändert hat seit den vorigen Messungen aus dem Jahr 2012. Die dritte Runde, jetzt, berücksichtigt also den allerneuesten Stand der Dinge.

Der unterscheidet sich in Völklingen nur minimal vom vorherigen, kann man in der Verwaltungsvorlage nachlesen. Ganz leicht gestiegen ist die Zahl der Menschen, die starkem Verkehrslärm ausgesetzt sind. Doch es sind keine neuen „Hotspots“ des extremen Krachs hinzugekommen. Und keiner der bisher besonders lauten Straßenabschnitte ist leiser geworden.



Mehr als 70 Dezibel (dB A) tagsüber beziehungsweise 60 dB in der Nacht rauben auch nach den jüngsten Messungen Anwohnern von zwei Abschnitten der B 51 die Ruhe, einerseits an der Völklinger Bismarckstraße zwischen Diesel- und Beethovenstraße, andererseits in Luisenthal an der Straße des 13. Januar zwischen Bahnhof- und Parkstraße. Ebenso laut ist es in Geislautern an der Ludweilerstraße, in Ludweiler an der Völklinger Straße und in Wehrden an der Schaffhauser Straße und der Hallerstraße. Damit es dort etwas ruhiger wird, bekräftigt der jetzige Verwaltungs-Entwurf Vorschläge aus der zweiten Runde: Runter mit dem Tempo von 50 auf 30 Stundenkilometer und Einbau von so genanntem Flüsterasphalt. Vorschläge, die auch im neuen, noch nicht beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan enthalten sind.

Neu ist, dass so genannte ruhige Gebiete ausgewiesen werden: innerstädtische Zonen, die wenig Lärm abbekommen und zugleich wertvoll sind für die (Nah-)Erholung – dort soll auch künftig so geplant werden, dass es still bleibt. Friedhöfe, Wildgehege, Weiher- und Parkanlagen zählen dazu. Und das Umfeld der SHG-Kliniken.

Der Rat wird sich am Donnerstag außerdem mit den Plänen zur Umgestaltung rund um die Versöhnungskirche befassen. Und mit interkommunaler Zusammenarbeit – nämlich mit dem Zusammenschluss der Standesämter Völklingen und Großrosseln, dem der Großrosseler Gemeinderat, wie berichtet, kürzlich bereits zugestimmt hatte. Christiane Blatt wird bei ihrer Premieren-Sitzung vermutlich keinen Streit moderieren müssen.

Die öffentliche Sitzung des Völklinger Stadtrats am Donnerstag, 21. Juni, beginnt um 17 Uhr. Ort ist der große Saal des Neuen Rathauses.