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Wie es auf der Gichtbühne zuging
Weltkulturerbe restauriert die Orte der Arbeit

Impression einer Führung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Die Besucher blicken bei gehobenem Deckel eines Hochofens in das Innere auf der 27 Meter hoch gelegenen Gichtbühne.
Impression einer Führung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Die Besucher blicken bei gehobenem Deckel eines Hochofens in das Innere auf der 27 Meter hoch gelegenen Gichtbühne. FOTO: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Hanns-Wilhelm Grobe / Hanns-Wilhelm Grobe/ Weltkulture
Völklingen. Die Arbeitsbedingungen, Emotionen und der Alltag der Hüttenarbeiter sollen für die Besucher besser erlebbar werden.

Was hieß es, in der Völklinger Hütte zu arbeiten? Mit dieser Frage beschäftigt sich das große Projekt „Arbeiten auf der Völklinger Hütte“, in dessen Rahmen das Weltkulturerbe Völklinger Hütte nun verstärkt Orte restauriert und gestaltet, an denen man dies besonders gut erfahren kann. Die Restaurierung der Orte der Arbeit im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist auf drei Jahre angelegt, investiert werden insgesamt 700 000 Euro.


Wie das Weltkulturerbe Völklinger Hütte weiter mitteilt, macht das Thema „Arbeit am Hochofen“ den Anfang. Hierfür werde man die Restaurierungsarbeiten auf der Gichtbühne (seit 2000 für den Besucherweg statisch erschlossen) in eine neue Phase führen. „Wir haben die Gichtbühne mit den sechs Hochöfen als Start des Projekts ,Arbeiten auf der Völklinger Hütte’ ausgewählt, weil man hier besonders gut sieht, wie die Hüttenarbeiter damals gearbeitet haben. Für uns stehen die Emotionen im Mittelpunkt, die das Aufeinandertreffen von Mensch und Maschine erzeugte. Diese wollen wir noch stärker vor Ort sichtbar und erlebbar machen“, so Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten sollen Arbeitsplätze wie die des Stellwerkers auf der Gichtbühne erlebbar gemacht werden. Der Stellwerker steuerte den Transport der Rohstoffe über die Schrägaufzüge für Erz und Koks und bediente die Hängebahn zu den Hochöfen.



Hierfür soll auch die Präsentation vor Ort erweitert werden. Der Fokus, so heißt es, liege darauf, auch für Menschen, die den Betrieb der Hütte nicht mehr erlebt hätten, sinnlich erfahrbar zu machen, was die Arbeit an diesem Arbeitsplatz ausmachte und welche Emotionen damit verbunden waren. Was hieß es beispielsweise, bei minus zehn Grad auf 30 Metern Höhe am Hochofen zu arbeiten?

Parallel zu den Restaurierungsarbeiten soll es Restaurator-Führungen geben, die erklären, welche Arbeiten auf der Gichtbühne und an den Hochöfen erledigt werden. Zusätzlich wird das Weltkulturerbe auch Führungen anbieten, die die Geschichten rund um den Arbeitsplatz des Hochofens erzählen. In der Folgezeit sind ähnliche Restaurierungsarbeiten an der Abstich­ebene oder der Kokerei geplant.