Taubenhaus bereits an Pfingsten?

Völklingen. Sie gelten als Friedensboten, verursachen aber auch jede Menge Dreck. Ein Schwarm von rund 120 Tauben, Tendenz steigend, macht sich im Innenstadt-Dreieck breit. Tierschützer um das Völklinger Ehepaar Jutta und Andreas Goldschmidt wollen jetzt die ungehemmte Vermehrung der Vögel stoppen. Sie wollen ein Taubenhaus einrichten, die Vögel anfüttern und an diese neue Bleibe gewöhnen

Völklingen. Sie gelten als Friedensboten, verursachen aber auch jede Menge Dreck. Ein Schwarm von rund 120 Tauben, Tendenz steigend, macht sich im Innenstadt-Dreieck breit. Tierschützer um das Völklinger Ehepaar Jutta und Andreas Goldschmidt wollen jetzt die ungehemmte Vermehrung der Vögel stoppen. Sie wollen ein Taubenhaus einrichten, die Vögel anfüttern und an diese neue Bleibe gewöhnen. Wenn sie dann Eier legen, kommt der entscheidende Trick: Die Tierschützer werden ihnen Attrappen aus Gips unterschieben. Das gilt als humane Alternative, nachdem man in Völklingen über Vergiften, Anti-Baby-Pillen im Futter, Jagd mit Falken nachdachte, Stahlmatten mit Spitzen über Sitzplätze zog. Und Raben-Attrappen aufstellte. Wobei sich die Tauben rasch an die schwarzen Gesellen gewöhnten.Acht Futter-Paten für ihr neues Taubenhaus haben die Goldschmidts bereits gefunden. Und die nötige Handvoll Idealisten, um die Tiere zu betreuen. An Pfingsten (23. Mai) wollen sie offiziell ihre Arbeitsgruppe Stadttaubenhilfe gründen. "Und bis dann", hofft Andreas Goldschmidt, "habe ich eventuell die Standortfrage geklärt."Goldschmidt hat schriftlich bei vier möglichen Gastgebern angefragt. So könnte seiner Meinung nach in einem Leerstand am Rande der Globus-Passage ein Taubenzimmer eingerichtet werden. Über leere Zimmer verfüge auch die Landesentwicklungsgesellschaft im Alten Bahnhof. Geeignet erschienen auch die Flachdächer des Papillon-Gebäudes und des früheren Saarstahl-Casinos. Dort könne ein Holzhaus als Taubenschlag dienen. Zudem hat Goldschmidt Oberbürgermeister Klaus Lorig gebeten, über Gebäude, bei denen die Stadt das Sagen hat, nachzudenken.Die Goldschmidts betreuen derzeit selbst in einer Voliere bei sich zu Hause sieben kranke beziehungsweise verletzte Tauben, "die sonst als Kadaver auf der Straße gelandet wären". Stadttauben seien kein Fall für die Jagd, sondern von ihrer Herkunft her Haus- und Zuchttiere.