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Von Catania in den WarndtWas Menschen in Ludweiler und Lauterbach an ihren Orten mögen

Von Catania in den WarndtWas Menschen in Ludweiler und Lauterbach an ihren Orten mögen

Ludweiler. Als der heute 72-jährige Giuseppe Schiliro vor 53 Jahren als 19-Jähriger mit seinem eineinhalb Jahre jüngeren Bruder Salvatore, ausgestattet mit einem Touristenvisum für drei Monate, ins Saarland reiste, dachte er im Traum nicht daran, dass Ludweiler einmal seine zweite Heimat werden könnte

 Wolfgang Weber Foto: Lang
Wolfgang Weber Foto: Lang

Ludweiler. Als der heute 72-jährige Giuseppe Schiliro vor 53 Jahren als 19-Jähriger mit seinem eineinhalb Jahre jüngeren Bruder Salvatore, ausgestattet mit einem Touristenvisum für drei Monate, ins Saarland reiste, dachte er im Traum nicht daran, dass Ludweiler einmal seine zweite Heimat werden könnte. Ursprüngliche Idee war, im Saarland, das noch nicht voll an die Bundesrepublik angegliedert war, als Maurer in wenigen Jahren genug Geld zu verdienen, um danach mit den Ersparnissen in die Heimat Catania in Sizilien zurückkehren zu können. "Ich wohnte in einem kleinen Zimmerchen Am Spatzenhübel in Ludweiler. Und Ludweiler bin ich treu geblieben", blickt Schiliro zurück. Im Warndt gefiel es Giuseppe, aus dem bald ein Josef wurde, zunehmend gut - "schon allein wegen der schönen Mädchen", sagt er lachend. Doch seine Ehefrau Tina lernte er 1958 im Urlaub in der Heimat Catania kennen. Zwei Jahre später wurde in Italien groß geheiratet, ein paar Monate später folgte Tina ihrem Giuseppe nach Ludweiler nach. 1962 gründete er ein eigenes Bauunternehmen. "Wir haben alles gemacht, Hoch- und Tiefbau, und ungezählte Häuser gebaut", erzählt Schiliro, der auch heute noch nicht die Hände in den Schoß legt. Bis zu 15 Mann zählte seine Firma in Glanzzeiten, heute sind es noch fünf, die bauen, was anfällt. Letztes Großprojekt war die Erschließung eines eigenen Baugebietes gegenüber dem Hahnenkopf. 14 Grundstücke hat der rührige Unternehmer baureif erschlossen, das erste Haus steht schon. Und, darauf ist Giuseppe Schiliro besonders stolz, der Ortsrat beschloss 2008, die Anliegerstraße Josefstraße zu nennen. Familiensinn wird bei den Schiliros groß geschrieben. So ist es nicht verwunderlich, dass die 39-jährige Tochter Antonella zusammen mit Ehemann Thomas Faust im selbst gebauten Haus in der Lauterbacherstraße wohnt. Ihre Kinder Yannic (12), Fabio (7) und die fünfjährige Gina vervollständigen das Drei-Generationen-Projekt. Thomas Faust, 41, der seit dem fünften Lebensjahr in Ludweiler wohnt und so schon als echter Beele gelten kann, arbeitet seit fast 20 Jahren bei ZF-Getriebe in Saarbrücken; Antonella, seine Jugendliebe und seit 16 Jahren seine Ehefrau, ist Bankkauffrau bei der Sparkasse Saarbrücken. Auch wenn Antonella mit Mutter Tina manchmal noch Italienisch spricht, herrscht im Hause Schiliro-Faust doch saarländische Lebens- und Mundart vor. Natürlich hat die Großfamilie nach wie vor ein Faible für die sizilianische Heimat der Familienpatriarchen und verbringt dort regelmäßige Urlaub im eigenen Ferienhaus. Doch auch für Giuseppe ist Ludweiler längst Heimat geworden. Und die jüngere Generation findet, dass Ludweiler einfach alles hat: Wälder drumherum, ein riesiges Sportangebot und Feste und Feiern, wobei Antonella Faust sich immer auf den jährlichen Oldieabend der Beele's freut. "Ich lebe gern in Ludweiler. Weil die Vereine einen guten Zusammenhalt haben und Ludweiler der schönste Ort Deutschlands ist." Wolfgang Weber, 57, Manager für Arbeitssicherheit und Ergonomie