Muli-Kulti-Fest: Motto spielerisch und nach Noten umgesetzt

Muli-Kulti-Fest : Motto spielerisch und nach Noten umgesetzt

Das Bürgerfest „Miteinander Füreinander“ auf dem Ravanusaplatz fand gute Resonanz. Und auch das Wetter hatte gute Laune.

Jaro Mazrek und Cody Basten stehen auf der Bühne und schleudern ihre Reime über den Ravanusaplatz. Harte Beats erklingen dazu, die beiden jungen Rapper ernten viel Applaus für ihre selbst verfassten Texte. „Meistens singe ich etwas Gesellschaftskritisches oder über etwas aus dem eigenen Leben“, sagt der 18-jährige Cody. Jaro, 14 Jahre alt, ergänzt: „Ich schreibe, worauf ich gerade Bock habe, es kommt immer darauf an.“ Ihre Beats, die musikalische Untermalung, haben sie von Youtube und von anderen freien Kanälen – oder sie „basteln“ sie eben selbst. Kennengelernt haben sie sich bei einem Rap-Workshop in St. Arnual. Sie rappen seit je rund drei Jahren, sind aber in Sulzbach zum ersten Mal gemeinsam aufgetreten. Das funktioniert so gut, dass im Anschluss ein kleines Mädchen kommt und um ein Autogramm bittet.

Ganz harmonisch fügt sich dieser Auftritt in das restliche Programm des Bürgerfestes am vorigen Samstag ein. Das Sulzbacher Jugendzentrum hatte dazu eingeladen und die Veranstaltung unter das Motto „Miteinander Füreinander“ gestellt. „Damit wollen wir ein Zeichen für Respekt und Toleranz setzen“, sagt Sozialarbeiterin Susanne Schäfer. Und dass der Platz rund eine Stunde nach Start schon sehr gut gefüllt ist, zeigt ihrer Kollegin Jana Kohlmüller „dass das durchaus erwünscht ist“. Einen großen Dank sprechen die beiden Juz-Mitarbeiterinnen den mithelfenden Kindern aus. Die seien am Morgen bereits kurz nach ihrer Ankunft ebenfalls vor Ort und ganz erpicht darauf gewesen, bei den Vorbereitungen zu helfen.

Natürlich hätte das Fest auch ohne die Kooperationspartner nicht so gut gelingen können, wie sie sagen. Neben dem Aktionsbündnis Bunt statt Braun, der Gemeinwesenarbeit der Caritas Sulzbach, und der Gemeinschaftsschule Vopeliuspark beteiligte sich auch das Sozialraumbüro der Diakonie. Deren Mitarbeiter zeigten beispielsweise eine Ausstellung über die Fluchtwege von Syrien nach Europa oder bauten ein übergroßes „Mensch ärgere Dich nicht“ und ein Sackloch-Spiel auf. Woanders gibt es kleine, selbst gemachte Kebabs.

Bei Kreativ-Workshops konnten die Kinder und Jugendlichen lernen, wie man aus alten Fahrradschläuchen neue Gürtel macht. Gerade bei den Mädchen kam ein anderes Angebot gut an: Auf kleinen Leinwänden konnten sie sich künstlerisch austoben, Smileys oder Schmetterlinge malen. Auch gerne genutzt wurde die Fotowand, vor die man sich stellen konnte. Die Fotos wurden gleich ausgedruckt, sodass man sie direkt mit nach Hause nehmen konnte. Auf einem Stück Papier konnten die Besucher ihre Wünsche für Sulzbach eintragen. Bislang stehen lediglich „Spaß“ und „Glück“. Direkt daneben war eine Unterschriftensammlung, um Solidarität für „#wirsindmehr“ zu bekunden. Hier haben sich deutlich mehr Menschen verewigt. Was auch passte, war das Wetter. Zu dem strahlenden Sonnenschein scherzte Susanne Schäfer: „Das habe ich beim Universum bestellt.“

Ein Highlight war der Auftritt der Line-Dance-Gruppe Southern Belles – der Südstaaten-Schönheiten –, die sich aus Tänzerinnen aus dem gesamten Saarland zusammensetzt und die sich extra für den guten Zweck in Sulzbach zusammenfanden. Ebenfalls für Stimmung sorgte die Band Smoking Break. Das Quintett hat sich im Rockmobil des Regionalverbandes gefunden und rockte den Ravanusaplatz mit Cover-Versionen. Dazwischen tönte Erfolgs-Musiker Ed Sheeran aus den Lautsprechern und dann ein Pop-Stück mit orientalischen Klängen. Mehrere Männer aus unterschiedlichen Herkunftsländern tanzten gemeinsam, jeweils Arm über Schulter, eine Art Sirtaki. Das Motto „Miteinander Füreinander“ wurde definitiv umgesetzt.

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