1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Stadtentwicklung: Wie SZ-Leser Saarbrücken aufwerten wollen​

Diskussion zur Stadtentwicklung : „Eine geile Stadt braucht geile Leute“: Wie die SZ-Leser Saarbrücken attraktiver machen wollen

Die Landeshauptstadt Saarbrücken soll aufgewertet werden – nur wie? Mehr Infrastruktur, Grünflächen, besser shoppen? Wir haben die SZ-Leser nach ihrer Meinung gefragt.

Bei einer Diskussion in der Villa Lessing zur Zukunft der Innenstadt Saarbrückens wurden viele Vorschläge gemacht, um die Landeshauptstadt aufzuwerten (wir berichteten). Michael Genth, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe, machte für Saarbrücken als „eine geile Stadt“ Werbung und forderte vehement, man müsse endlich „mehr Leidenschaft“ für Saarbrücken entwickeln.

SZ-Leser mit vielen Ideen für die Stadtentwicklung Saarbrückens

Wir haben SZ-Leser im Saarland gefragt, was in der Stadtentwicklung nötig ist, damit Saarbrücken eine "geile Stadt" wird. Viele haben uns auf Instagram und Facebook geschrieben und ihre Meinung zu dem Thema mitgeteilt. „Saarbrücken braucht mehr Grünflächen, vor allem in der Innenstadt und am Saarufer“, schrieb ein SZ-Leser auf Instagram. „Es wäre am besten, die Stadtautobahn einzutunneln wie in Düsseldorf.“ Eine weitere Leserin forderte „mehr Geschäfte mit Niveau, mehr Kulturveranstaltungen sowie verschiedene Märkte in der Altstadt“ zu unterstützen und zu etablieren.

Andere Nutzer sprachen sich vor allem anderen dafür aus, dass „Saarbrücken für die Zukunft eine nachhaltige Stadt werden muss“ oder dass „Saarbrücken vor allem eine sichere Stadt sein soll“.

„Eine geile Stadt, braucht geile Leute“, erklärte ein weiterer Leser auf Instagram. „Und was sich in Saarbrücken so rumtreibt, ist nicht so geil. Aber was willst du da machen?“ Gleich etlichen SZ-Lesern sind die hohen Parkgebühren in Saarbrücken ein Dorn im Auge. „Solange die Stadt Saarbrücken die Parkplätze weiter durch Q-Park bewirtschaften lässt, sieht mich dort niemand mehr“, schrieb zum Beispiel ein Nutzer bei Facebook. „Saarbrücken ist keine Großstadt, aber Preise haben sie wie die großen Städte“, erklärte ein anderer User (Anmerkung der Redaktion: Großstädte sind Städte mit mindestens 100 000 Einwohnern. Saarbrücken hat etwa 180 000 Einwohner). Auch die Sauberkeit in der Stadt sei „eine Katastrophe“.

Viele Leser zeichnen ein positives Stadtbild von Saarbrücken

„Im großen Ganzen ist Saarbrücken gar nicht so schlimm“, schreibt dagegen eine SZ-Leserin bei Facebook. „Bei Kunst und Kultur sind wir für Saarbrücken gut bestückt“, erklärte ein anderer Nutzer. „Aber was Volksfeste angeht, sieht es mau aus. Kirmes gibt es keine mehr, Märkte wie Hamburger Fischmarkt kommen nicht mehr, da ihnen ein Platz in der City verwehrt bleibt.“

Doch wie genau soll es angegangen werden, Saarbrücken attraktiver zu machen? „Potenzial ist genügend da und ich denke, gute Ideen auch, aber es braucht eine Stadtverwaltung und Stadtentwicklung, die mitzieht und nicht nur ihre großen Projekte anpeilt. Mut hat, auch mal neue Ideen zuzulassen“, so ein weiterer Nutzer auf Instagram. Fahrradwege sollten in der Stadt endlich ausbaut werden. „Was nützen Tempo-30-Zonen in Hauptstraßen, wenn ich da immer noch keine Fahrradspur habe?“ Alles sei zu halbherzig gedacht und nichts oder zu wenig konsequent umgesetzt.

„Saarbrücken kann viel mehr“

„Saarbrücken kann jedenfalls viel mehr“, kommentierte ein SZ-Leser den Instagram-Beitrag. Man brauche den Austausch mit vielen Protagonisten. „Denn nur so kann man von der Perspektive vieler profitieren. Etwa durch ein simples Brainstorming mit allem, was denkbar ist, um alles, was möglich ist, zu finden.“

Ein SZ-Leser ist dagegen der Auffassung, dass „das Problem in Saarbrücken schon damit anfängt, dass Unternehmer ihre Läden schließen müssen, weil die Mieten extrem teuer geworden sind.“ Ein anderer Facebook-Nutzer meint, dass „wir eine würdevolle Landeshauptstadt brauchen, in der es sich zu leben lohnt.“

„Für mich wäre eine geile Stadt, die sich Prioritäten setzt und versucht alles etwa ins Gleichgewicht zu bringen“, erklärte ein weiterer Leser. Man solle nicht nur an Investitionen und rapide Entwicklungen von Freizeit-Angeboten und privatem Vergnügungen denken, sondern auch „Möglichkeiten zur optionalen Gewährleistung für eine ausreichende und im besten Fall optimale Bildung und Betreuung unserer Kinder im Saarland schaffen.“