Was die Kirchen für die Flüchtlinge tun

Papst Franziskus hat an alle Pfarreien appelliert, ihre Türen für Flüchtlinge zu öffnen. Das Bistum Trier hat bislang 40 Immobilien zur Verfügung gestellt. Auch die evangelische Kirche hat Asylsuchende aufgenommen.

Papst Franziskus hat alle Pfarreien dazu aufgerufen, mindestens eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen. Wie ist es im Saarland um das Engagement der Kirche bestellt? Das Bistum Trier hat derzeit rund 40 Immobilien zur Unterbringung von Flüchtlingen an Kommunen vermietet. Davon befinden sich etwa 15 bis 18 im Saarland, schätzt Stephanie Nickels vom Bischöflichen Generalvikariat Trier. "Die Bemühungen um weiteren Wohnraum laufen", erklärt Bistumssprecher André Uzulis.

Wie viele Flüchtlinge von der Kirche kostenlos, also ohne Miete von den Kommunen zu beziehen, untergebracht sind, konnte das Bistum gestern nicht sagen. Doch das dies geschieht, zeigt das Beispiel des Dekanats Saarbrücken . Hier haben in mehreren Pfarreien, etwa im Pfarrhaus in Auersmacher, in Sulzbach-Hühnerfeld und bis vor kurzem auch in Bliesransbach, Flüchtlinge unentgeltlich ein Dach über dem Kopf bekommen. Auch das Pfarrhaus St. Marien Rußhütte soll zur Verfügung gestellt werden. "Sicher gibt es weitere Planungen, mit denen in den Pfarreien auf den Aufruf von Papst Franziskus reagiert wird", sagt Dekanatsreferent Thomas Equit.

Franziskus' Appell wurde im Dekanat wohlwollend aufgenommen. Ein Weckruf war er aber nicht, denn in Saarbrücken werde bereits das Möglichste getan, so Equit. Dass es dabei keine Rolle spielt, welcher Religion die Asylsuchenden angehören, versteht sich für Equit von selbst: "Die Flüchtlingshilfe macht sich nicht am Taufbuch fest."

Auch die Evangelische Kirche im Saarland öffnet ihre Türen für Flüchtlinge: So unterhält die Kirchengemeinde Völklingen-Warndt eine Wohnung im Haus der Kirchengemeinde, in der zurzeit drei junge Männer aus Syrien wohnen. Außerdem werden in den Gemeinden St. Wendel und Spiesen weitere Wohnräume der dortigen Gemeindehäuser von Flüchtlingen bewohnt.

Auf der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland im Januar wurde zudem beschlossen, zusätzlich eine Million Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung zu stellen. Bis Ende August sind so bereits 700 000 Euro in die Kirchengemeinden vom Niederrhein bis ins Saarland geflossen. Finanziert wurden damit unterschiedliche Projekte: Sprachkurse, Beratungsangebote, Begegnungsstätten und Qualifizierungsmaßnahmen von Ehrenamtlern für die Arbeit mit Flüchtlingen.

Auch das Bistum Trier beschloss auf der Vollversammlung der Synode in Saarbrücken Anfang September, die Gelder für die Flüchtlingshilfe aufzustocken. Gemeinsam mit dem Diözesan-Caritasverband will das Bistum in den nächsten fünf Jahren acht Millionen Euro bereitstellen. Das Geld der katholischen Kirche floss bislang großteils in die Sprachförderung und die Unterstützung von ehrenamtlichen Hilfsmaßnahmen. Ein kleinerer Teil ging auch direkt an die Flüchtlinge, so wurde etwa ein Darlehen für einen Führerschein gewährt, der für eine Anstellung benötigt wurde.