Stadt schließt nach Abriss große Baulücke

Erst hat die Stadt das Drescher-Grundstück gekauft, um das Haus dann 2011 abzureißen. Nun muss die städtische Gesellschaft GIU den Neubau finanzieren, weil sich kein Investor fand.

. Die Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) soll die Baulücke auf der Berliner Promenade schließen, die durch den Abriss des Drescher-Hauses entstanden ist. Die Stadtverwaltung hatte das Grundstück gekauft und dann das Gebäude abreißen lassen. Unter Federführung der GIU wird auch die Schifferstraße neben dem Kaufhaus Primark auf das Niveau der Promenade angehoben, erklärt Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer während eines Rundgangs mit der SZ. Das mache schon deshalb Sinn, weil ein Teil der Baufahrzeuge über die Bahnhofstraße und die Schifferstraße auf das Drescher-Grundstück fahren müssten, weil diese vom Saarufer aus nicht unter der Promenade hindurchpassen, erläutert Wandel-Hoefer.

Die GIU werde ein Gebäude hochziehen, in dem im Erdgeschoss Gastronomie und darüber Büros geplant seien. Mögliche Investoren hätten versucht, den Zeitdruck der Stadt auszunutzen, die die Baulücke schnell schließen will, um den Preis stark zu drücken, betont Wandel-Hoefer. So hätten sich Verwaltung und Stadtrat für die GIU-Lösung entschieden. "Die GIU soll die vorhandene Baulücke zeitnah schließen, um die Sanierung der Berliner Promenade innerhalb des Förderzeitraums zu realisieren", steht in einer Vorlage für die vergangene Stadtratssitzung. Der Umbau der Promenade kostet rund 26 Millionen Euro, wobei sich Europäische Union, Bund, Stadt und Land die Kosten teilen. Nach Angaben der Verwaltung haben die Fraktionen vergangene Woche im Stadtrat zugestimmt, das Grundstück, auf dem das Drescher-Haus stand, an die GIU zu übertragen und die Stammeinlage der GIU Flächenmanagement KG um 1,8 Millionen Euro zu erhöhen.

Gibt es denn auch Interessenten, die Büros in dem Gebäude mieten wollen? Hier blieb Wandel-Hoefer vage und meinte nur: "Das wird kein Verlustgeschäft." Die GIU habe den Markt "vorsondiert". Das Unternehmen hat unter anderem das Gelände hinter dem Hauptbahnhof erfolgreich vermarktet. Im Herbst sollen die Bauarbeiten nach Angaben Wandel-Hoefers beginnen. Die Arbeiten für die Schifferstraße werde die GIU europaweit ausschreiben und den Bauablauf koordinieren. Ende 2014 soll beides fertig sein. Das neue Gebäude soll kleiner werden als das Drescher-Haus, sodass ein Platz und ein überdachter Durchgang zur Bahnhofstraße entstehen.

Eine weitere wichtige Baustelle ist der Rabbiner-Rülf-Platz. Die Taxen sind verschwunden, nun haben die eigentlichen Bauarbeiten begonnen. Hier soll ein Platz zum Verweilen mit 16 Bäumen und Bänken entstehen. Auch Gastronomie und eine öffentliche Toilette sind nach Angaben der Baudezernentin geplant. Bis zum 9. November müsse der Platz fertig sein. Kurz vorher werde das Denkmal "Der unterbrochene Wald" des Künstlers Ariel Auslender in Gedenken an die saarländischen Opfer des Nazi-Terrors stehen. Wandel-Hoefer wies darauf hin, dass die Stelen nur auf dem oberen Teil in der großen Treppe verankert und in Richtung der künftigen Bushaltestelle weitere Stelen aufgestellt werden. Auf dem unteren Teil der Treppe bleibe genügend Platz, um von dort den Blick auf die Saar zu genießen.

Schließlich gehen auf dem oberen Steg der Promenade die Arbeiten nun weiter: Im Mai und Juni werde der neue Belag fertig, der auf einer Seite schon zu sehen ist. Dieser helle Belag sei auch auf dem Rabbiner-Rülf-Platz geplant.

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