Berufsfeuerwehr rettet Entenmutter Daisy und sieben Küken

Das Vorhaben, eine Entenfamilie von einem Balkon in der Schmollerstraße umzusiedeln, war für die Saarbrücker Feuerwehr kniffliger als gedacht. Die Aktion geriet für etliche staunende Beobachter zum Spektakel am Muttertag.

Ein tierischer Spezialeinsatz hat am Sonntag die Saarbrücker Berufsfeuerwehr auf den Plan gerufen. Feuerwehrchef Josef Schun fasst die Hilfsaktion für eine gefiederte Kleinfamilie zusammen:Demnach teilte eine Bewohnerin der Schmollerstraße gegen 14 Uhr der Feuerwehr mit, auf ihrem Balkon im fünften Obergeschoss feiere eine Entenmutter mit ihren sieben Küken Muttertag. Die Entenmutter brütete offensichtlich ihre Küken aus und fühlte sich auf dem Balkon so wohl, dass sie dort heimisch wurde. Die besorgte Anruferin fand jedoch, dies sei kein geeigneter Wohnort für eine Entenfamilie und bat um Hilfe.

Die Feuerwehrleute fingen zunächst ohne viel Widerstand die noch ganz kleinen Küken ein. Sie hofften, die Entenmutter lasse sich so dazu bewegen, ebenfalls ins Spezialfahrzeug der Feuerwehr zu steigen, um im Deutsch-Französischen-Garten einen neuen - nun geeigneten - Wohnort zu finden. Doch die Entenmutter flog vom Balkon auf die Straße und, sobald die Feuerwehrmänner mit ihrem Kescher dort auftauchten, zurück auf den Balkon. Dorthin mussten die Helfer mehrfach den beschwerlicheren Weg durchs Treppenhaus nehmen. Dann wechselten die Feuerwehrmänner die Taktik. Sie setzten die Küken in eine Box auf die Straße und hofften, die Entenmutter durch Geschnatter und Gepiepse anzulocken und im passenden Moment zuzugreifen. Doch die Entendame war einfach nicht zu fassen. Mal flog sie auf ein Dach, mal auf einen Lastwagen. Mittlerweile hatte sich das Ganze zu einem von verblüfften Zuschauern verfolgten Muttertagsspektakel entwickelt. Einige Kinder ließen es sich nicht entgehen, die Küken in der Box zu streicheln. Doch Daisy, wie die Hausbewohner die gewitzte Entenmama inzwischen nannten, war einfach nicht zu fassen. Nach etwa dreieinhalb Stunden heckten die Feuerwehrleute einen neuen Rettungsplan aus, um die Familienzusammenführung zu beschleunigen. Schun: "Während die Entenmutter wieder auf einem Dach saß und misstrauisch die Einsatzkräfte beäugte, trugen diese die Küken in den Park des Evangelischen Krankenhauses. Einige Minuten später flog Daisy herunter und nahm lautstark Kontakt zu ihren Kindern auf. Dies war das Zeichen für die Beamten, die Küken freizulassen. Sekunden später gingen Daisy und ihre Küken im Entenmarsch ins schützende Gebüsch, um den Muttertag nach der "Showeinlage" ruhig zu beenden.