Sie kämpfen für das Wohl der Kinder

Saarbrücken. Manchmal braucht es einen zweiten Anlauf im Leben, um Freunde zu werden, wissen die beiden langjährigen Kiwanis-Club-Mitglieder Ernst von der Weppen (71) und Frank Arenz (65). "Wir sind beide ursprünglich aus Duisburg und waren sogar auf der gleichen Schule. Nur haben wir uns dort nie kennengelernt", schmunzelt Arenz

Saarbrücken. Manchmal braucht es einen zweiten Anlauf im Leben, um Freunde zu werden, wissen die beiden langjährigen Kiwanis-Club-Mitglieder Ernst von der Weppen (71) und Frank Arenz (65).

"Wir sind beide ursprünglich aus Duisburg und waren sogar auf der gleichen Schule. Nur haben wir uns dort nie kennengelernt", schmunzelt Arenz. Es brauchte das ehrenamtliche Engagement beim internationalen Service-Club Kiwanis und eine neue Heimatstadt.

Beide leben seit über 30 Jahren in Saarbrücken. "Nach Lions und Rotary sind wir der weltweit drittgrößte Service-Club", erklärt Arenz.

Kiwanis wurde 1915 in Detroit gegründet. 200 000 zahlende Mitglieder verbucht der Club weltweit. "Dazu haben wir etwa 300 000 Jugendliche, die sich für unsere Idee einsetzen", beschreibt von der Weppen.

Die Kiwanis-Idee steht als Motto unter dem blauen Logo: "Serving the children of the world", was übersetzt bedeutet: "Den Kindern der Welt dienen." "Wir setzen uns für das Wohl der Kinder weltweit, aber auch regional ein", beschreiben sie. Gemeinsam mit vier Freunden gründete von der Weppen 1985 den Saarbrücker Club.

Zwei Jahre später folgte Arenz. Heute engagieren sich 28 Männer in Saarbrücken. Auf Arenz' Tisch liegen Prospekte, die über das weltweite Projekt "Eliminate" informieren. Gemeinsam mit Unicef will Kiwanis International bis 2015 110 Millionen US-Dollar aufbringen, um die in den ärmsten Teilen der Welt oft tödliche Infektionserkrankung Tetanus zu besiegen. "Eine einfache Impfung schützt die Mutter und ihrer ungeborenes Kind", sagt von der Weppen. "Uns liegt aber auch die Region am Herzen. Wir unterstützen den Kinderschutzbund Saarbrücken e. V. seit vielen Jahren, das Kinderhaus Malstatt und die Zirkusschule Kokolores. Jedes Jahr organisieren wir eine Theateraufführung, die 800 Kinder kostenlos besuchen. Das Gewaltpräventionsprojekt ,Geheimsache Igel' haben wir auch nach Saarbrücken geholt", zählt Arenz aus der langen Liste auf. "Wir finanzieren uns durch unsere Mitgliedsbeträge, Spenden und organisieren Charity Events wie Golfturniere. Jedes Jahr betreiben wir einen Stand am Weihnachtsmarkt. Jeden Euro, den wir sammeln, geben wir weiter. Im Jahr sind das rund 20 000 Euro", schätzt von der Weppen. Müde sind die Saarbrücker auch nach über 25 Jahren nicht. Im Gegenteil. Gerade wurden sie in neue, zeitintensivere Posten gewählt, die mit vielen Reisen verbunden sind. Von der Weppen ist seit dem 1. Oktober Europa-Präsident der Kiwanis International European Federation.

"Während ich zeitgleich der deutsche Oberhäuptling, genannt Governor, bin, einer von 53 weltweit", sagt Arenz. Dass ihre einjährige Amtszeit zusammenfällt, und "die deutschen und europäischen Geschicke über Saarbrücken laufen", empfinden die Freunde als "großen und schönen Zufall". Und die Motivation? "Wenn man im Leben erfolgreich ist, will man auch etwas zurückgeben", erklärt der 71-jährige von der Weppen, der vor seiner Rente Kaufmann war. Arenz ist bis heute Zahnarzt, "aber ich ziehe mich aus meiner Praxis immer mehr zurück und überlasse meinen jüngeren Angestellten den Arbeitsalltag". Der eigene Erfolg macht Missstände in der Welt nicht unsichtbar.

"Nach dem Tsunami 2004 in Asien haben wir mit dem Kiwanis Club Saarlouis und dem Saarländischen Rundfunk über 100 000 Euro gesammelt und binnen sechs Monaten die Jinaraja Primary School in Weligama, Sri Lanka, wieder aufgebaut. Das war bis jetzt unser größtes Projekt", sagt Arenz stolz. "Wenn auf der Welt so etwas Furchtbares wie die Tsunami- Katastrophe passiert, kann man doch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, oder?", sagt der Europa-Präsident und wirkt ergriffen. "Ein Bier trinken, zusehen und nach dem Staat schreien", sei für Kiwianer keine Option. "Wir sind gerne aktiv", sagen die Freunde. Foto: Arenz

Foto: von der Weppen

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