Bildungsbeauftragte beraten Migranten

St. Wendel/Saarbrücken. Laima Rui aus Ottweiler ist eine von 16 neuen Bildungsbeauftragten im Saarland. Die junge Frau kommt ursprünglich aus Litauen, seit 2005 lebt sie aber in Deutschland. Nach knapp zwei Jahren Ausbildung hat sie nun das Zertifikat zur Bildungsbeauftragten erhalten

St. Wendel/Saarbrücken. Laima Rui aus Ottweiler ist eine von 16 neuen Bildungsbeauftragten im Saarland. Die junge Frau kommt ursprünglich aus Litauen, seit 2005 lebt sie aber in Deutschland. Nach knapp zwei Jahren Ausbildung hat sie nun das Zertifikat zur Bildungsbeauftragten erhalten. Rui ist unter anderem auch die Vorsitzende der litauischen Gemeinschaft in Deutschland, Ortsverband Saarland.Sie berät Migranten aus vielen Ländern, gibt ihnen Tipps und Ratschläge zum Thema Behördengänge und beantwortet Fragen rund um das Leben in Deutschland. Sie selbst sieht sich als "Brücke zwischen den Migranten und den Behörden". Rui ist dabei aber nicht nur in Saarbrücken, sondern auch in den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel beratend tätig. Und sie ist ständig auf der Suche nach Gleichgesinnten. "Unser Verein lebt von dem Erfahrungsaustausch, sowohl der Betreuer als auch der Migranten." Regionalverbandsdirektor Peter Gillo, SPD, überreichte vor einigen Tagen im Festsaal des Saarbrücker Schlosses Zertifikate an 16 ehrenamtliche Bildungsbeauftragte aus neun Nationen.

Die 16 Migranten wurden seit August 2010 zu Bildungsbeauftragten geschult. Sie verfügen jetzt über ein umfangreiches Wissen über das deutsche Bildungssystem und können nun andere Migranten an Beratungsstellen vermitteln. Dieses Know-how werden sie auch über die Migrantenvereine, in denen sie aktiv sind, an Menschen mit Migrationshintergrund weitergeben. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die intensive Kooperation von 14 Migrantenselbstorganisationen mit dem Regionalverband Saarbrücken.

Über die Schulung von Mitgliedern dieser Vereine zu Bildungsbeauftragten sollen das Wissen um Bildungszusammenhänge in den Organisationen vermehrt und die Beratungskompetenz in Bildungsfragen gestärkt werden.

Aufgabe der Bildungsbeauftragten ist es, Menschen mit Migrationshintergrund bei Bedarf in Bildungsfragen so zu beraten, dass diesen Menschen eine gleichberechtigte Bildungsteilhabe möglich wird. Aber auch auf der Seite der Bildungsakteure, wie Schulen, Schulbehörden, Bildungsträger, Arbeitsagentur, Kammern und so weiter besteht bisher wenig Kontakt zu Migrantenselbstorganisationen. In der täglichen Arbeit ergeben sich jedoch unter Umständen Fragen, die ohne interkulturelles Wissen nur schwer zu bewältigen sind. Es besteht verstärkt Bedarf an interkultureller Kompetenz. Und die Beauftragten sollen auch die Bildungsakteure mit ihrem Wissen unterstützen. bu/tom