Zuhause, wo das Wissen wohnt

Saarbrücken. "Nein", sagt Karin Lauf-Immesberger, "wir wollen nicht das Wohnzimmer von Saarbrücken sein." Der Sessel, auf dem sie sitzt, und der flauschige Teppich, auf dem dieser Sessel steht, künden vom Gegenteil. Richtig gemütlich ist es geworden in der Saarbrücker Stadtbibliothek. Und ja, sagt deren Leiterin Karin Lauf-Immesberger, das sei schon Absicht

Saarbrücken. "Nein", sagt Karin Lauf-Immesberger, "wir wollen nicht das Wohnzimmer von Saarbrücken sein." Der Sessel, auf dem sie sitzt, und der flauschige Teppich, auf dem dieser Sessel steht, künden vom Gegenteil. Richtig gemütlich ist es geworden in der Saarbrücker Stadtbibliothek. Und ja, sagt deren Leiterin Karin Lauf-Immesberger, das sei schon Absicht. "Wir wollen ja, dass die Leute gerne zu uns kommen. Und sie sollen sich hier wohlfühlen."

Kostenlos ins Internet

Deshalb hat die Bibliothek eine gemütliche Sitzecke eingerichtet, in der es nicht nur bequeme Sessel, sondern auch Internetanschlüsse für Laptops gibt. Für Kinder gibt es im ersten Stock der Bibliothek schon länger beides: kostenlose Internetplätze und kuschelige Sitzgelegenheiten. Dass nun auch Erwachsene in entspannter Atmosphäre mit dem eigenen Computer kostenlos ins Internet können, ist Teil einer Bildungsoffensive, erklärt Lauf-Immesberger.

Die Kombination von Internet, Büchern und Fachzeitschriften sei nahezu perfekt, "um eine Bildungskarriere positiv zu starten", findet sie. Gerade jungen Leuten wolle die Bibliothek vermitteln, dass das Wissen aus dem Internet seine Tücken hat. Da werde auch viel Unfug verbreitet. Und ungeübte Internetnutzer seien nicht immer in der Lage, seriöse von unseriösen Informationsquellen zu unterscheiden.

Freiwillig in die Bibliothek

Oft sei es hilfreich, das im Internet gefundene Wissen zu überprüfen - mit Hilfe von Büchern zum Beispiel und mit Hilfe des geschulten Bibliothekspersonals, das die entsprechenden Bücher bereitstellen kann. Ab Januar, sagt Karin Lauf-Immesberger, gibt es in der Bibliothek sogar eine Mitarbeiterin, die für nichts anderes zuständig ist als die berufliche Bildung.

Im Gegensatz zur Schule ist die Bibliothek "ein Ort, an den die Leute freiwillig kommen", erklärt Lauf-Immesberger die Ausgangslage. Die Bibliothek müsse also die Hemmschwelle, die Menschen womöglich davon abhält, zur Weiterbildung oder aus purem Vergnügen zum Buch zu greifen, niedrig halten.

Die neue Computer-Kuschelecke ist dazu nur ein Mittel. "Wir haben unser Schaufenster auch bewusst nicht mit Büchern vollgestellt, damit die Menschen, die draußen vorbeigehen, sehen: Da sind Leute", erklärt Lauf-Immesberger. So fällt der Blick zum Beispiel ins Lesecafé. Dort gibt es nicht nur Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch guten und günstigen Kaffee. So mancher sei nach einem Blick durch die große Glasscheibe schon reingekommen und habe dann erst bemerkt, dass er in der Bibliothek ist, sagt die Chefin.

Mehr Service für Senioren

Weil nicht nur die jungen Leute angelockt werden sollen, überlegen Lauf-Immesberger und ihr Team auch immer wieder, wie sie Senioren noch mehr Service bieten können. Jüngstes Ergebnis dieser Überlegungen: Man kann sich in der Bibliothek eine beleuchtete Leselupe ausleihen.

Im Lesecafé liegt wie in der Computerecke ein flauschiger Teppich. Der soll die Leute nicht zum Wohnen in der Bibliothek einladen, aber "diese leuchtend-warme Farbe des Teppichs hat uns in Kombination mit dem grauen Fußboden gut gefallen", sagt Lauf-Immesberger. Der Fußboden ist schallgedämpft - damit es bei rund 100 Besucherinnen und Besuchern am Tag nicht zu laut wird. In der Bibliothek ist schon etwas mehr los als in einem durchschnittlichen Wohnzimmer.

Auf einen Blick

Die Stadtbibliothek am Gustav-Regler-Platz 1 neben dem Rathaus St. Johann bietet mehr als 180 000 Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Comics, CD's und DVD's, Spiele sowie CD-ROM's. Diese Medien werden pro Jahr rund eine halbe Million mal verliehen.

Geöffnet ist die Bibliothek dienstags bis freitags von elf bis 18 Uhr, samstags von zehn bis 13 Uhr. Montags ist die Bibliothek geschlossen.

Informationen zur Ausleihe: Telefon (06 81) 9 05 13 35, zur Anmeldung: Telefon (06 81) 9 05 17 17.

bibliothek.

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