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| 20:08 Uhr

Beflügelt von Dylan, BAP und großer Neugier

Geistreicher Gesprächspartner bei Espresso und Limo: der saarländische Autor Christoph Marzi. Foto: Oliver Dietze
Geistreicher Gesprächspartner bei Espresso und Limo: der saarländische Autor Christoph Marzi. Foto: Oliver Dietze
Saarbrücken. Seine Bücher gehen weg wie warme Semmeln. Und das nicht erst, seit er 2005 für seinen Roman-Erstling "Lycidas" den Deutschen Phantastik-Preis erhielt. Doch Starallüren sind dem saarländischen Bestseller-Autor Christoph Marzi fremd. Am St Von SZ-Mitarbeiterin Alexandra Raetzer

Saarbrücken. Seine Bücher gehen weg wie warme Semmeln. Und das nicht erst, seit er 2005 für seinen Roman-Erstling "Lycidas" den Deutschen Phantastik-Preis erhielt. Doch Starallüren sind dem saarländischen Bestseller-Autor Christoph Marzi fremd. Am St. Johanner Markt bestellt sich Marzi erst mal einen Espresso und eine Orangina - "gelb, bitte" -, um dann aus dem Nähkästchen zu plaudern über seine Arbeit als Autor und die Bücher, aus denen er bei der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse liest. Dabeihaben werde er "Du glaubst doch an Feen, oder?", das im Januar bei Arena erschienen ist, verrät Marzi.

"Aber auch aus meinem neuesten Buch, ,Heaven', werde ich lesen." Wie es ihm gelingt, in "Du glaubst doch an Feen, oder?", in die Haut eines 16-jährigen Mädchens zu schlüpfen, das die unglaubliche Geschichte seiner ersten Liebe erzählt, weiß Marzi selbst nicht. Jedenfalls habe er beim Schreiben weder eine bestimmte Zielgruppe noch den Erfolg im Kopf. "Letzten Endes schreibe ich in erster Linie für mich selbst", sagt Marzi.

Seine Frau Tamara kann sich nur wundern über "die vielen Kleinigkeiten", die ihrem Mann auffallen, und mit deren Beschreibung es ihm gelingt, die Atmosphäre eines Ortes lebendig werden zu lassen.

Zum Schreiben, erzählt Tamara Marzi, vergräbt sich der Erfinder von "Fabula", "Lilith", "Malfuria" und vielen weiteren fantastischen Geschichten in sein von lauter Musik beschalltes Arbeitszimmer. "Beim Schreiben höre ich meistens Filmmusik, aber auch Bob Dylan, BAP oder Springsteen", bestätigt Christoph Marzi, der sich über die Musik, die ein Buch beeinflusst hat, meist auch im Nachwort auslässt. Auch bei Lesungen ist die Musik, die den Schreibprozess begleitet hat, oft ein Thema. Doch die Gelegenheiten, Marzi live zu erleben, sind selten - und die saarländischen Leser sind klar im Vorteil: "Permanente Lesereisen müssen nicht sein", findet Marzi, auch mit Blick auf seine Familie.

Auf die Lesung bei der Kinder- und Jugendbuchmesse freue er sich aber schon. Denn für Kinder liest der dreifache Vater sehr gern. Für gute und schöne Kinderbücher kann sich Christoph Marzi ebenso begeistern wie er sich ärgert über Kinderbuchautoren, die "Kinder wie dumme Menschen behandeln". Eltern, so sein Rat, sollten sich nicht dazu verleiten lassen "rosa Prinzessinnenbücher zu kaufen", sondern auf die Botschaft achten, die in einem Kinderbuch steckt. Christoph Marzis unausgesprochene Botschaft lautet: "Lesen soll Spaß machen". Mit spannenden Geschichten, so seine Erfahrung, könne man auch heute noch Kinder und Jugendliche für Bücher begeistern. Manche Schullektüre hingegen mache es jungen Leuten unnötig schwer, den Reiz des Lesens zu entdecken. An Feen, Vampire, Werwölfe und ähnliche Gestalten glaubt Marzi nicht. "Aber wer mit offenen Augen durchs Leben geht, Dinge sieht und wunderbar findet, für den kann die Welt sehr magisch sein. Diese kindliche Neugier steckt in meinen Büchern."

Lesungstermin: "Du glaubst doch an Feen, oder?" mit Christoph Marzi, 16. Mai, 10 Uhr, Schloss, Zimmer 1.

"Letzten Endes schreibe ich in erster Linie für mich selbst".

Christoph Marzi

Geistreicher Gesprächspartner bei Espresso und Limo: der saarländische Autor Christoph Marzi. Foto: Oliver Dietze
Geistreicher Gesprächspartner bei Espresso und Limo: der saarländische Autor Christoph Marzi. Foto: Oliver Dietze