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Neue Sichtweisen auf gefährliche Krankheit"Ich erlebe diese Vorbehalte gegen die eine oder andere Seite leider fast täglich"

Eine Therapeutin bei der Akupunktur-Rückenbehandlung eines Patienten. Foto: dpa
Eine Therapeutin bei der Akupunktur-Rückenbehandlung eines Patienten. Foto: dpa
Saarbrücken. Um Krebs und seine Heilungschancen dreht sich der 5. Alternative Gesundheitstag. Er findet am 16. Mai in der Saarbrücker Saarlandhalle statt. Wer dabei sein möchte, kann sich bis Dienstag, 5. Mai, dafür anmelden (siehe Infokasten).Veranstalter ist der gemeinnützige Verein Zellkreis mit Sitz in Saarbrücken Von SZ-Redakteurin Ulrike Paulmann

Saarbrücken. Um Krebs und seine Heilungschancen dreht sich der 5. Alternative Gesundheitstag. Er findet am 16. Mai in der Saarbrücker Saarlandhalle statt. Wer dabei sein möchte, kann sich bis Dienstag, 5. Mai, dafür anmelden (siehe Infokasten).


Veranstalter ist der gemeinnützige Verein Zellkreis mit Sitz in Saarbrücken. Dessen Vorsitzender Axel Bumb (Foto: SZ), Heilpraktiker aus Saarbrücken, erläutert: "Es geht darum, neue Sichtweisen von Krebs und der Krebstherapie aufzuzeigen." Ihm zufolge ist Krebs die meist untersuchte und am wenigsten verstandene Krankheit. Mit dem Gesundheitstag wollen die Veranstalter den aktuellen Stand der Forschung vermitteln, Irrtümer aufdecken und über mögliche Heilweisen informieren. Und dabei richten sie sich gleichsam an Therapeuten, Betroffene wie auch an Interessierte. Bumb: "Es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen."

Vier Referenten sprechen an diesem Tag. Den Anfang macht der Stuttgarter Lothar Hirneise. Er gilt als Kapazität auf dem Gebiet der Krebsforschung, veranstaltet Krebskongresse und hat ein Krebszentrum mit alternativen Behandlungsformen gegründet.



Er sorgte unter anderem mit dem Buch "Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe" für Aufsehen. Hirneise spricht zu dem Thema "Krebstheorien im Vergleich" (9.10 bis 10.10 Uhr) und berichtet über die aktuellen Entwicklungen in der Krebsbehandlung weltweit (15.45 bis 17 Uhr).

Der Saarbrücker Axel Bumb, er praktiziert seit 25 Jahren als Heilpraktiker, Homöopath und Ernährungsberater, berichtet von 10.30 Uhr bis 11.15 Uhr von den Entdeckungen Tamara Lebedewas. Bumb: "Diese russische Chemikerin hat herausgefunden, dass Krebszellen keine entarteten Körperzellen sind, sondern Trichomonaden, also einzellige Parasiten." Daraus ergäben sich auch andere Therapien. Der Verein Zellkreis, so Bumb weiter, hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit über Lebedewas Forschungsarbeit zu informieren. Ziel sei es auch, Studien durchführen zu lassen - schließlich stellten diese Erkenntnisse die der Schulmedizin auf den Kopf. In einem zweiten Vortrag widmet sich Bumb von 14.40 Uhr bis 15.25 Uhr dem Thema "Homöopathie und Krebs".

Dritter im Bunde ist Dr. Jürgen Zell, er betreibt in Saarbrücken eine Praxis für Biologische Medizin. Der Facharzt für Orthopädie hat sich in den vergangenen Jahren intensiv der Naturheilkunde gewidmet. Seine Schwerpunkte sind Akupunktur, Altlastentherapie nach Arlen, Ernährungsmedizin, Orthomolekularmedizin und die Matrixtherapie. Er referiert von 11.15 Uhr bis 12.15 Uhr zum Thema "Die Bindegewebsmatrix - Entstehungsort chronischer Krankheiten".

Von 13.40 Uhr bis 14.40 Uhr spricht ein weiterer Saarbrücker Mediziner, Dr. Geoffrey Hürtgen. Er ist Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin, Arzt für Naturheilverfahren und für Notfallmedizin. Er stellt in seinem Vortrag alternative Behandlungsverfahren und die daraus resultierenden Heilungschancen nach der Diagnose Krebs vor. Sie haben mehrere Jahre in der Onkologie und in der Hämatologie einer großen Klinik gearbeitet - also nach den Prämissen der klassischen Schulmedizin. Dann haben Sie sich auf alternative Krebsbehandlung spezialisiert. Wieso haben Sie sich dazu entschlossen?

Dr. Geoffrey Hürtgen: Während meiner Tätigkeit in einem Großklinikum habe ich sehr viele Patienten erlebt, denen mit den Möglichkeiten der Schulmedizin langfristig nicht zu helfen war. Dies waren keineswegs nur Menschen in weit fortgeschrittenen Stadien, sondern auch Menschen am Beginn der Erkrankung. Im Gegensatz zur Schulmedizin sieht die Alternativmedizin in der Diagnose Krebs nicht nur ein akutes, auf einen bestimmten Ort am Körper begrenztes Ereignis. Krebs ist in aller Regel ein chronisches Geschehen und betrifft den ganzen Menschen. Eine Behandlung sollte daher nicht nach "Schema F" erfolgen. Mit Hilfe einer fundierten klinischen Ausbildung und der speziellen Weiterbildung im Bereich der Alternativmedizin versuche ich, die Erkenntnisse aus allen Bereichen zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept zu verbinden.

Die einen haben Vorbehalte gegen alternative Medizin, die anderen gegen die klassische Schulmedizin, gerade, wenn es um lebensbedrohende Krankheiten wie Krebs geht. Erleben Sie dies auch in Ihrem beruflichen Alltag? Was sagen Sie zu den Vorbehalten?

Dr. Hürtgen: Ich erlebe diese Vorbehalte gegen die eine oder andere Seite leider fast täglich. Insbesondere die oftmals dogmatisch anmutende Ablehnung vieler Therapeuten teile ich nicht. Im Sinne des erkrankten Menschen liegt es, mit Hilfe aller zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglichkeiten, eine optimale und zielführende Behandlung durchzuführen.

Aus Ihrer Sicht: Was bedeutet die Diagnose Krebs, und was raten Sie Erkrankten?

Dr. Hürtgen: Zunächst ist die Diagnose kein Todesurteil. Auch wenn es im ersten Moment sehr schwer fällt, ist es äußerst wichtig, Ruhe zu bewahren und zu versuchen, einen klaren Kopf zu behalten. Der Patient steht an einer Wegscheide und muss eine Entscheidung treffen. Sich gut informieren, die Dinge hinterfragen und eine Meinung bilden sind hierfür unverzichtbar.

Auf einen Blick

Der 5. Alternative Gesundheitstag am 16. Mai beginnt um 9 Uhr in der Saarlandhalle Saarbrücken (Ende: 17 Uhr). Das Thema lautet "Krebs und seine Heilungschancen". Die Teilnahmegebühr beträgt 60 Euro, für Mitglieder des Vereins Zellkreis 50 Euro. Anmelden können sich Interessierte im Internet. Weitere Infos gibt es beim Verein Zellkreis, Tel. (0681) 9 47 29 36. up