Kolumne : Saarbrücken – ein Gedicht?

Schade, dass sich so wenige Dichter für Saarbrücken interessiert haben. In die Mundartliteratur hat es unsere Landeshauptstadt ja schon geschafft (Saarbrigge mit de Brigge, mit de dünne, mit de dicke, un de liebe Mädelscha ...), ins Hochdeutsche eher nicht.

Eine der wenigen literarischen Erwähnungen ist Loriot geschuldet, der festhielt, „in Saarbrücken Hauptbahnhof ist mit Anschluss nicht zu rechnen“. Nicht schmeichelhaft, nein, aber auch nicht falsch. Damals schon nicht, als Loriot dies schrieb. Thomas Gsella konnte in seinen Gedichten noch viel weniger schmeichelhaft sein. Ein Beispiel? „Das Leben süß wie dies Poem, da Milch und Honig fließen, als Gegenstück zu alledem und widerlich gilt Gießen.“ Saarbrückens Partnerstadt Cottbus kommt etwas besser weg: „Zwar gibt’s hier nix als Spree und Gurk, doch riecht’s auch nach Verrosten, und liegt sie auch in Brandenburg, so doch im deutschen Osten.“ Thomas Gsella hat Saarbrücken in einem seiner Gedichte leider nur gestreift: „Ein Leser schrieb: O Dichtersmann, wie würd’ er mich beglücken, läs ich von ihm, ach irgendwann, ein Loblied auf Saarbrücken. Aber nun zu Hof, dem Mekka freier Geister. Ein Leser schrieb: Hier ist es doof. H. Fichtner, Bürgermeister.“