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Lebenshilfe aus der Fernsehzeitschrift

Kolumne : Frau Barbara gibt Rat

Was tun, wenn man nicht weiter weiß? Man fragt um Rat. Gerne auch die Briefkastentante einer Zeitschrift. Aber lesen Sie selbst.

Herr Rüdiger P. aus Bad Oldesloe wusste sich nicht mehr zu helfen. Wie gut, dass er eine Fernsehzeitschrift abonniert hatte, in der Frau Barbara Lesern bei ihren großen und kleinen Problemen Rat gab. Ein echter Kummerkasten. Herrn P. plagte, dass seine Frau (48) „in dem Wahn lebt, ewige Jugend gepachtet zu haben“. So schrieb er vor rund 30 Jahren, genauer gesagt am 23. Februar 1991. Die Zeitschrift fand ich dieser Tage zufällig auf dem Speicher. Ob die heute 77-Jährige ihren Jugendwahn inzwischen überwunden hat? Frau Barbara antwortete damals: „Ihre Frau hungert und durstet im wahrsten Sinn des Wortes nach Liebe.“ Das sei das beste Kosmetikum für eine Frau. Vielleicht hatte Frau P. Aber einfach nur die Studie des Anthropologen Hans Wilhelm Jürgens gelesen, die im selben Heft vorgestellt wurde. Hat ihr nicht gefallen, was der Professor bei der Vermessung von 1 000 000 Menschen herausfand? Also wie groß, wie lang, wie breit die Deutschen sind. Die Zeitschrift setzte noch einen drauf und machte eine eigene Studie. Demnach war die deutsche Durchschnittsfrau Anfang der 90er Jahre 1,66 Meter groß, hatte mittellange Beine, war dunkelblond und trug Konfektionsgröße 40. Das Durchschnittsgewicht wurde nicht genannt, wohl aber die Sitzbreite (40 Zentimeter) und die Schuhgröße (33 bis 39). Die Durchschnittsfrau von 1991 wohnte zudem in der Großstadt, war katholisch, hatte einen Intelligenzquotienten von 100 und trank am liebsten Kaffee und Bier.  Leider ist in dem Artikel so gut wie keine Rede vom deutschen Durchschnittsmann. Nur so viel: Er aß am liebsten Rindsroulade mit Salzkartoffeln. Höchste Zeit, eine Studie dazu nachzuliefern. Sollten die Herren der Schöpfung mit den Ergebnissen nicht zufrieden sein, können sie ja Frau Barbara um Rat fragen.