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45 Jahre Gemeindezentrum
Brebach ist stolz auf das Gemeindezentrum

Diese Mädchengruppe des Turnvereins Brebach tanzte im evangelischen Gemeindezentrum. Auch der Musikverein und weitere Gruppen sorgten für ein schönes Fest am Wochenende.
Diese Mädchengruppe des Turnvereins Brebach tanzte im evangelischen Gemeindezentrum. Auch der Musikverein und weitere Gruppen sorgten für ein schönes Fest am Wochenende. FOTO: Picasa
Brebach. Mit einem Festgottesdienst und vielen Vorführungen feierte die Kirchengemeinde das 45-jährige Bestehen des wichtigen Treffpunkts. Von Andreas Lang

Auf den ersten Blick ist es verwunderlich, dass ein saarländischer Finanzminister die Schirmherrschaft für das Fest zum 45-jährigen Bestehen eines Gemeindezentrums übernimmt. Bei genauem Hinsehen scheint es aber selbstverständlich, dass Minister Peter Strobel als „Fechinger Bub“ das  macht. Denn den CDU-Politiker verbindet viel mit der evangelischen Kirchengemeinde Brebach-Fechingen. „Im Jugendclub, von uns nur Club genannt, sind zu meiner Zeit viele Beziehungen entstanden“, sagt Strobel. Die Paare seien noch heute zusammen.


Außerdem scheint er der Gemeinde nach wie vor familiär verbunden. Sowohl Pfarrer Walther Henßen, um 1973 zur Einweihung des heutigen Gemeindezentrums im Amt, der ihn konfirmiert habe, als auch den aktuellen Amtsinhaber  Josef Jirasek nennt er freundschaftlich beim Vornamen. „Lieber Walther, lieber Josef.“ Nach der Zusammenlegung der evangelischen Pfarrgemeinden Fechingen, Neu-Fechingen, Brebach und Bliesransbach wurde 1970 der Beschluss gefasst, die Kirche in Brebach am Kolbenholz und die Kirche Neu-Fechingen zu verkaufen und stattdessen in der Ortsmitte Brebach/Neu-Fechingen auf dem Gelände „Alter Friedhof“ ein Gemeindezentrum zu errichten. Den Auftrag dafür erhielten die Architekten Dietz & Grothe.

Der erste Spatenstich, bei dem unter anderem der damalige Baukirchmeister Willi Steil mitgewirkt hatte, war bereits am  29. Januar 1972 bei eiskalten Temperaturen, wie sich der einstige Pfarrer Walther Henßen erinnert. Der Brebacher Pfarrer Hartmut Krüger wurde im Sommer 1972 zum Jugendpfarrer des Kirchenkreises gewählt und am 2. Juli 1972 verabschiedet, so dass Pfarrer Henßen allein zurückblieb. Unter seiner Regie, natürlich unterstützt vom Presbyterium, feierte die Gemeinde am 13. Januar 1973 Richtfest des Gemeindezentrums, im folgenden Vierteljahr wurden die übrigen Kirchen verkauft. Im Sommer 1973  fanden noch Verhandlungen mit der Kirchengemeinde Folsterhöhe wegen der Übernahme der Kirche in Bliesransbach statt. Zu dieser Zeit begrüßte die Gemeinde auch Pastor Hans-Joachim Eich, der im Dezember  ins Pfarrhaus Jakobstraße einzog. Am 19. August 1973, einem Sonntag, wurde das Gemeindezentrum dann mit einem Festgottesdienst eingeweiht. „Es war in etwa damals genauso heiß wie am heutigen Sonntag“, erinnert sich Pfarrer Henßen. Und Pfarrer Jirasek meint: „Auch wenn das heute kein runder Jahrestag oder gar das 50-jährige Bestehen ist, ist es genau der richtige Zeitpunkt, um zu feiern.“ Und wie am Eröffnungstag im Jahre 1973 feierte die Gemeinde am vergangenen Sonntag einen Festgottesdienst zu Ehren ihres Gemeindezentrums.



Bezirksbürgermeister Daniel Bollig lobte zum 45-Jährigen das Gemeindehaus. Zum Beispiel sei es dank verschiebbarer Wände so variabel, dass es passend für die verschiedensten Veranstaltungen herzurichten sei. Sogar  der Gottesdienstraum sei so leicht in die Veranstaltungen einzubinden.

Klar, dass sich auch die örtlichen Vereine am Programm beteiligten. Der Turnverein steuerte Tänze und Rhytmische Sportgymnastik zum Festakt bei, sonntags musizierten die Fechinger Musikanten und der Musikverein Saarbrücken-Brebach. Der ehemalige Pfarrer Henßen las Interessantes, eine Trommlergruppe machte lautstark auf sich aufmerksam. Weitere Vorführungen kamen von der Kita Sonnenblume und einer Zumba-Gruppe. Letztmals in der Öffentlichkeit, unterstützte der Förderverein Brebacher Fest die Feier. Der Verein wird sich zum Jahresende auflösen.

Pfarrer Josef Jirasek ist Seelsorger der evangelischen Gemeinde.
Pfarrer Josef Jirasek ist Seelsorger der evangelischen Gemeinde. FOTO: Picasa